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Gewerkeübergreifende Zusammenarbeit

13.12.2013

Seit fast zehn Jahren steht das Gütesiegel Aufsperrer für einen hohen Qualitätsstandard im Bereich Aufsperrdienste. Nun wird Objektsicherheit um die Plattform „Sicher Daheim" erweitert.

Die Kriminalitätsstatistik spricht von einem geringfügigen Rückgang der Einbrüche in Wohnungen und Wohnhäuser auf 8167 Anzeigen im ersten Halbjahr 2013, gegenüber 8248 im Vergleichszeitraum 2012. METALL-Autorin Karin Legat sprach dazu mit dem stellvertretenden Obmann des KEO (Kuratorium für Einbruchschutz u. Objektsicherung) und Ausschussmitglied der Wiener Landesinnung Metalltechnik, Christian Adamovic.

 

METALL: Ist das Sicherheitsbewusstsein der Bevölkerung gestiegen?

Christian Adamovic: Vor 20 Jahren war ein Sicherheitsbeschlag Standard, vielleicht noch ein Zusatzschloss. Heute schützen einbruchhemmende Türen und Zusatzverriegelungen die Wohnhäuser. Da ist einiges geschehen. Es ist aber nach wie vor so, dass Menschen vielfach erst nach einem Vorfall in der unmittelbaren Umgebung reagieren.

 

METALL: Wo liegt die Motivation für die neue Sicherheitsplattform „Sicher Daheim"?

Adamovic: Es gibt viele unterschiedliche Plattformen, die sich mit Sicherheit beschäftigen. Objektsicherheit muss aber umfassend betrachtet werden. Objektschutz ist vielfach nicht getan mit guten Schlössern und einer Alarmanlage. Daher hat die Sparte Gewerbe und Handwerk das Projekt „Sicher Daheim" gestartet, bei dem Sicherheitsfachberater gewerkübergreifend ausgebildet werden. Es gibt eine Zusammenarbeit von Schlossern, Alarmanlagen-Errichtern, Glaserbetrieben, Tischlern und Detektiven. Sicherheitskonzepte werden umfassend erstellt.

 

METALL: Wann startet die Sicherheitsplattform Sicher Daheim?

Adamovic: Im Jänner 2014 beginnen die Schulungen, zur Messe Bauen & Energie sollen die ersten Sicherheitskoordinatoren bereitstehen. Interesse seitens der Wirtschaft besteht. Auch von der Polizei werden gewisse Qualitätskriterien gewünscht. Die Frage ist nur, ob sich die Firmen diese Mühe der Zusatzqualifikation machen. Schulungen und Weiterbildungskurse sind im Handwerk nicht so üblich. Die Kosten halten sich in Grenzen.

 

METALL: Sicher Daheim startet 2014, das Gütesiegel Aufsperrer gibt es bereits seit zehn Jahren.

Adamovic: Damals ist die Branche Aufsperrdienste durch einige schwarze Schafe in ein sehr schlechtes Licht gerückt. Mit einem Gütesiegel wollten wir jene Betriebe hervorheben, die besonders gut arbeiten. Beim Start hat sich viel Spreu vom Weizen getrennt. Das Gütesiegel wird jährlich vergeben. Unternehmen müssen drei Jahre Praxis aufweisen und beschwerdefrei gearbeitet haben.

 

METALL: Wie wird das Gütesiegel abgewickelt?

Adamovic: Unternehmen können bei der Landesinnung Wien einreichen, hier erfolgt auch die Prüfung. Das Gütesiegel kann jederzeit entzogen werden. Bei ausgezeichneten Unternehmen sollte es zu keinen Beschwerden kommen.

 

METALL: Wie viele Unternehmen sind derzeit mit dem Gütesiegel Aufsperrer ausgezeichnet?

Adamovic: In Wien arbeiten etwa 25 Unternehmen damit. Heuer sind fünf oder sechs Unternehmen dazugekommen.


METALL: Ist das Gütesiegel nur in Wien verfügbar?

Adamovic: Derzeit ja. Es gab schon Gespräche innerhalb der Landesinnungen über eine bundesweite Ausweitung. Die Diskussionen gehen laufend weiter und werden sicher noch intensiviert. Noch hat Wien aber eine Monopolstellung. In anderen Städten ist der Sektor Aufsperrdienste ein nicht so heißes Thema. Grundsätzlich ist die Auszeichnung aber interessant für alle Ballungszentren.

 

METALL: Mit Blick auf 2014, was ist der Wunsch von einem Sicherheitsexperten?

Adamovic: (lacht) Durch die Maßnahmen der letzten Jahren erwarte ich mir natürlich einen weiteren Rückgang der Einbrüche ­sowie ein Qualitätsplus in der Sicherheitstechnik.

Autor/in:
Redaktion Metall
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