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Gleiches Recht für alle, auch im Hinblick auf die Finanzierung der Ausbildungskosten für angehende Meister fordert die Wirtschaft Steiermark.

Gleiches Geld für alle!

19.02.2019

NQR: 6.810 Euro müssen im Schnitt an Kurs- und Prüfungskosten bezahlt werden, bevor man einen ­Meisterbrief in den Händen hält. Finanziell viel günstiger – zumindest für die Betreffenden selbst – fällt hier der „gleichwertige“ Bachelor aus.

Für jeden ordentlichen Studenten einer steirischen Universität fallen pro Jahr durchschnittlich 12.250 Euro an Bundesausgaben an. Bis zur Erreichung eines akademischen Abschlusses sind es statistisch gesehen 102.310 Euro, die fast ausschließlich vom Steuerzahler finanziert werden. „Gut investiertes Geld in die Zukunft unseres Landes“, betonen WKO Steiermark-Präsident Josef Herk und Hermann ­Talowski, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk. Allerdings würde man sich hier auch Ähnliches für die angehenden Meister wünschen. Diese müssen nämlich für sämtliche Kurse und Prüfungen selbst aufkommen. Im Schnitt sind das rund 6.810 Euro, ein durchschnittlicher Unistudent muss dagegen bis zum Abschluss nur rund 540 Euro selbst bezahlen. Diese Summe setzt sich aus den ÖH-Beiträgen und Studiengebühren zusammen. Letztere sind von ordentlichen Studierenden einer Universität erst dann zu bezahlen, wenn die Mindeststudienzeit um mehr als zwei Toleranzsemester überschritten wurde.

Gleiches Recht für alle

„Das ist kein Neid oder Angriff auf die Universitäten. Es geht nicht darum, dass wir glücklich sind, wenn die anderen auch bezahlen müssen“, betont Herk. „Als Vertreter der Wirtschaft sehe ich aber eine wesentliche Ungleichbehandlung. Entweder man bezahlt sowohl in der beruflichen als auch akademischen Ausbildung seinen Beitrag oder eben nicht.“ Nicht zuletzt auch deshalb, da es sich beim Meister und Bachelor mittlerweile um formal gleichwertige Bildungsabschlüsse handelt. 

Noch im Spielraum

Klaus Poier, Verfassungsexperte und Professor an der TU Graz, teilt die Bedenken der Kammer: „Nach dem Gleichheitsgrundsatz des Artikel 7 der Bundesverfassung muss Gleiches gleich behandelt werden. Wenn die Entwicklung so weitergeht, wird die Schwelle zur Verfasssungswidrigkeit überschritten.“ Noch sei man aber im Spielraum. Deshalb würde Poier im Moment auch von einer Verfassungsklage eher abraten, Gespräche mit der Politik und einen gesellschaftlichen  Diskurs befürworte er aber. „Angesichts des allen zustehenden Rechts auf Bildung und insbesondere auch im Hinblick auf den immer drängender werdenden Fachkräftemangel ist eine Schlechterbehandlung der Meisterprüfung immer weniger nachvollziehbar.“

 

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