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Die Gesamteinschätzung heimischer Betriebe über das Wirtschaftsklima liegt genau zwischen  guter Lage und schlechter Erwartung.

Gute Bilanz, gedämpfte Erwartungen: Ein Stimmungsbild in Gewerbe & Handwerk

17.12.2019

Die heimischen Metalltechnik-Betriebe zeigen sich mit dem Wirtschaftsklima der vergangenen zwölf Monate zufriden. Beim Ausblick auf die künftige Auftragsentwicklung hat sich die positive Stimmung dagegen bereits gedreht.

Stimmung im Metallgewerbe
26% der Betriebe beurteilen die Geschäftslage mit „gut“ (Vj.: 39 %)
66% mit „saisonüblich“ (Vj.: 53 %)
8% mit „schlecht“ (Vj.:  8 %)
Auftragsbestand der Betriebe
31% haben Auslastung von 1–4 Wochen
37% haben Auftragsbestand von 5–9 Wochen
24% sind für 10–19 Wochen ausgelastet
Personalplanung der Betriebe
15% planen Personalerhöhung
82 % halten Personalstand konstant
3% wollen Personal abbauen
 
 
 

Creditreform hat im Rahmen seiner Wirtschaftsforschung im Herbst 2019 rund 1.500 österreichische Klein- und Mittelunternehmen nach der aktuellen Wirtschaftslage und den Ausblicken für die kommenden sechs Monate befragt. Das daraus abgeleitete „Klimabarometer“ ist ein Stimmungsindex, in den die Einschätzungen der Befragten zum eigenen Betrieb, zur eigenen Branche sowie zur konjunkturellen Lage allgemein einfließen. Aus den positiven und negativen Antworten werden jeweils Salden gebildet, die wiederum die Berechnungsgrundlage für den Gesamtindex bilden.
In diesem Herbst liegt das Klimabarometer mit 17,9 Punkten um 7,6 Zähler unter dem Vorjahreswert (25,5 Punkte). Dies passt in das gegenwärtig vorherrschende Bild ­einer nachlassenden Konjunkturdynamik.

Bauen boomt

Entgegen dem allgemeinen Trend konnte allerdings das – vor allem für die Metallbranche wichtige – Baugewerbe in den letzten Monaten zulegen: Hier erhöhte sich der Index sogar um 3,4 Zähler und erreichte mit plus 33,5 Punkten das mit Abstand beste Ergebnis im Branchenvergleich (Vorjahr: plus 30,1 Punkte). Spitzenreiterin ist die Bauwirtschaft auch bei den Auftragseingängen – jeder dritte Betrieb (34,1 %) konnte ein Auftragsplus verzeichnen (Vorjahr: 35,4 %) und nur jeder neunte (11 %) ein Auftragsminus (Vorjahr: 13,4 %). Der Auftragssaldo der Baubranche erzielte mit plus 23,1 Prozentpunkten den absoluten Spitzenwert, und die Baubranche konnte als einzige ihr Vorjahres­ergebnis verbessern.

Dank der stabilen Konjunktur bleibt bei den österreichischen Klein- und Mittelunternehmen auch die Personalentwicklung positiv, wenngleich weniger dynamisch als im Vorjahr. Demnach haben laut der aktuellen Creditreform-Umfrage heuer 22,2 Prozent der mittelständischen Unternehmen neue Arbeitsplätze geschaffen, dagegen verkleinerte sich der Personalstock bei 13,3 Prozent der KMU. Dabei waren die Branchen Bau mit 26,8 Prozent und Verarbeitendes Gewerbe mit 25,0 Prozent besonders einstellungsfreudig. Allerdings meldete auch jeder fünfte Verarbeitungsbetrieb (20,4 %) einen Personalrückgang, sodass der Beschäftigungssaldo hier nur plus 4,6 Prozentpunkte erreichte. Auch in dieser Rechnung hatte die Baubranche am wenigsten mit Personalrückgängen zu kämpfen (7,3 %). 

Mehrheitlich konstant sind in den letzten drei Monaten des heurigen Jahres die Personalstandspläne der heimischen Metalltechniker-Betriebe geblieben: So planten Österreichs Schlosser laut KMU Forschung Austria für das dritte Quartal zu 87 Prozent keine Veränderungen der Beschäftigtenzahl. Immerhin 15 Prozent woll(t)en bis Jahresende noch Mitarbeiter aufnehmen. Im Durchschnitt ergebe sich daraus laut KMU Forschung eine Erhöhung des Personalstandes im Metallhandwerk um 1,3 Prozent. 

Kein guter Ausblick

Beim Ausblick auf die künftige Auftragsentwicklung habe sich die positive Stimmung laut Creditreform allerdings bereits gedreht. Erstmals seit vier Jahren liegt hier die Erwartungskurve wieder im Minus. Vielleicht glauben ja viele Betriebe, es könne nicht mehr besser werden. 

 

 

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