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Teilnehmer der Podiumsdiskussion v. l. Hanspeter Gasser, Eckhard Keill, Heinz Scharl, Moderator Frank Linnig, Andreas Hartleif und Marc Bonjour

Imageoffensive am Roto-Fachpressetag

17.12.2019

Der Kampf gegen das Low Interest-Image von Fenstern ist nicht aussichtlos – zumindest, wenn es nach den Experten des diesjährigen Roto-Fachpressetages geht.

Ist der Kampf gegen das Low Interest-Image von Fenstern aussichtslos? Dieser vom Veranstalter bewusst provokant formulierten Frage widmete sich eine Podiumsdiskussion im Rahmen des 14. Internationalen Roto-Fachpressetages. Von einem „Ja“ wollte die mit namhaften Experten  besetzte Rund Mitte November im deutschen Bad Mergentheim am Ende nichts wissen. Vielmehr war man sich einig: „Der Kampf ist zwar schwierig, muss aber intensiv geführt werden, um Fenster für die Bevölkerung so ‚sexy‘ wie möglich zu machen.“ Die Branche dürfe sich nicht damit abfinden, dass die Menschen nur ein- oder höchstens zweimal im Leben in neue Fenster investieren.

Hochkarätig besetztes Podium

Für die Herstellerseite nahmen Marc ­Bonjour als Direktor für internationale Aktivitäten der französischen Liebot-Gruppe und Heinz Scharl als Mitglied der strategischen Geschäftsführung von Internorm sowie Vorstand Markt und Produkt der IFN-Holding an der Diskussion teil. Die Positionen der Industrie vertraten Andreas Hartleif als Vorstandsvorsitzender der Veka und Eckhard Keill als Alleinvorstand von Roto. Hanspeter Gasser, Inhaber der schweizerischen HP Gasser, beleuchtete das Thema aus der Sicht eines Dachfenster-Spezialisten.  Schnell zeigte sich, dass es nicht um das „Ob“, sondern primär um das praktikable „Wie“ einer nachhaltigen Imageaufwertung geht. Unstrittig sei, dass es sich dabei um eine „gemeinsame Verantwortung“ der einzelnen Marktstufen handele. Andererseits gebe es bei ihnen durchaus unterschiedliche Interessen und Realitäten, die generell gültige Konzepte verhinderten. So fehle es der unter Kompetenzaspekten sinnvollen Profilierung wohnraumspezifischer Fenster oft deshalb an Durchschlagskraft, weil sie zu geringeren Losgrößen führten und daher kaum in das Schema der in der Regel mengenorientierten Fertigung passten. Gleiches treffe im Prinzip auf die Akzeptanz von Innovationen zu, die zudem nach Meinung von Bonjour die Endkunden auch preislich nicht überfordern dürfen. Hartleif brachte es so auf den Punkt: „Was nützen die besten Mehrwert-Argumente, wenn vor Ort die Ressourcen zur Umsetzung fehlen? Stichwort Fachkräftemangel.“

Scharl wies auf das in einzelnen Ländern unterschiedliche Markenbewusstsein der Endverbraucher hin. Während es etwa in Österreich Fenstermarken mit ungestützt hohen zweistelligen Bekanntheitsgraden gebe, sei z. B. die Situation in Deutschland nicht zuletzt wegen der Anbietervielfalt völlig anders. Das Prinzip „Besseres Fensterimage durch gutes Markenimage“ müsse man daher länderspezifisch sehen.

Schub durch gemeinsame Kampagne?

Einig war sich die Runde bei der Definition wichtiger Faktoren. Ein Eckpfeiler: Mit ihrer Technikverliebtheit werde es die Branche nicht schaffen, beim privaten Publikum mehr Begeisterung für das Fenster zu wecken. Das gelinge nur mit positiven Emotionen, zeitgemäßer Kommunikation, echter Nutzwert-Argumentation und – wie es Hartleif nannte – „viel eigenem Enthusiasmus“. Auf die Frage des Moderators, ob eine Gemeinschaftskampagne aller Marktstufen für den gewünschten Imageschub sorgen könne, fand die Runde kein einheitliches Votum. Von Skepsis u. a. wegen sehr heterogener Unternehmensstrukturen bis zu einer möglichen Alternative mit Auflagen reichte das Spektrum. „Solange sich die Branche nicht auf einen Grundkonsens verständigt, fehlt einem solchen Projekt die Basis“, warnte Keill.

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