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Kärntner Handwerk trifft auf Hightech

16.07.2018

Traditionelles Handwerk und moderne Technologien standen beim Landeslehrlingswettbewerb der Kärntner Metalltechniker Seite an Seite.

Wo treffen regelmäßig Schmiede und CNC-Techniker aufeinander? Einmal jährlich beim gemeinsamen Kärntner Landeslehrlingswettbewerb der Metalltechniker, der am 9. Juni mit 48 Teilnehmern aus dem Metallgewerbe und -handwerk sowie der metalltechnischen Industrie in Klagenfurt über die Bühne ging. Mit 48 TeilnehmerInnen war der Wettbewerb einer der größten Lehrlingswettbewerbe des Landes. Auch zwei junge Frauen haben sich dem Leistungsvergleich mit den männlichen Berufskollegen gestellt. Eine von ihnen – die bei der Geislinger GmbH im 3. Ausbildungsjahr stehende Martina Wilding – hat im Lehrberuf Zerspanungstechnik den zweiten Platz erreicht.

Präzision

Während die Schmiedelehrlinge die jahrhundertealte Handwerkskunst vorführten, wurde bei CNC-Fräsmaschinen auf das Hundertstel genau gearbeitet. Elektrotechnische Messungen standen unter anderem bei den Landmaschinentechnikern auf dem Programm, während die Metallbearbeitungstechniker auch ihre Schweißkünste unter Beweis stellen mussten. Dass dabei Werkstücke in sehr guter Qualität hergestellt wurden, freute Hans-Jörg Gärtner, Landesinnungsmeister der Kärntner Metalltechniker: „Bei einem solchen Wettbewerb muss man in einem kurzen Zeitraum eine sehr gute Leistung abliefern. Ich habe mir die Werkstücke genau angesehen und muss sagen: Das ist wirklich gute Arbeit.“

Zeitdruck

Über das Lob freute sich unter anderem Vincens Von Euw, Schmiedetechnik-Sieger im dritten Lehrjahr: „Das Zeitlimit ist schon eine Herausforderung. Auch dass man genau nach Plan arbeiten und ganz genau auf die Details achten muss, macht es schwierig.“ Während bei seinem Werkstück geschwungene Linien und der richtige Schwerpunkt – „weil sonst fällt das Ganze um“, wie Von Euw erklärt – entscheidend waren, ging es bei Kevin Kreuzer, Sieger der Zerspanungstechniker im dritten Lehrjahr, um Maße und Feinheiten, die mit freiem Auge nicht mehr erkennbar sind. Auf das Hundertstel genau musste er beim Drehen und Fräsen arbeiten. Neben der Präzision war aber auch für ihn der Zeitfaktor das größte Thema: „Man denkt immer daran, dass man es in der vorgegebenen Zeit schaffen muss.“

Joint Venture

Der Kärntner Wettbewerb wurde zum dritten Mal gemeinsam von Industrie und Gewerbe veranstaltet. Und wie bereits in den vergangenen beiden Jahren war er durch die hohe Teilnehmerzahl einer der größten und bestbesuchten Lehrlingswettbewerbe des Landes: 48 Lehrlinge von Betrieben in ganz Kärnten zeigten ihr Können in den vier Schwerpunkten Metallbearbeitungstechnik, Landmaschinentechnik, Zerspanungstechnik und Schmiedetechnik.

„Das ist eine tolle Bestätigung unserer gemeinsamen Arbeit. Es ist einfach großartig, dass so viele junge Menschen bereit sind, an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen und sich miteinander zu messen“, sagte Alexander Bouvier, Obmann der WK-Sparte Industrie, der außerdem an die Lehrlinge appellierte: „Ich bitte euch, macht weiter so!“

Lebenslanges Lernen

Welch hohe Bedeutung die Weiterbildung für die Zukunft der jungen Menschen hat, hob auch WK-Lehrlingsbeauftragter ­Bernhard Plasounig bei der Siegerehrung hervor: „Ich wünsche euch allen, dass ihr auch weiterhin mit viel Begeisterung bei der Arbeit seid. Ganz wichtig wird es sein, dass ihr auch nach dem Lehrabschluss noch Weiterbildungen macht und am Ball bleibt. Das ist die Basis für den künftigen Erfolg.“

Die Bestplatzierten:

Metallbearbeitungstechnik, 2. Lehrjahr

1. Platz: Wolfgang Pichler (Lehrbetrieb: Starmann Metallbau GmbH)
2. Platz: Michael Tschernigg (LMS Metall- und Stahlbautechnik GmbH)
3. Platz: Daniel Rauscher (Metallbau Selinger GmbH)

Landmaschinentechnik, 2. Lehrjahr

1. Platz: Hannes Krieghofer (Gailer Stefan)
2. Platz: Michael Kerschbaumer (Gailer Stefan)
3. Platz: Kevin Liebetegger (Zankl GmbH)

Zerspanungstechnik, 2. Lehrjahr

1. Platz: Majdin Kaltak (Kostwein Maschinenbau GmbH)
2. Platz: Alexander Sortschan (Flextronics International GmbH)
3. Platz: Johannes Kraschl (Kostwein Maschinenbau GmbH)

Schmiedetechnik, 2. Lehrjahr

1. Platz: Michael Frohnwieser (Brunner Werner)
2. Platz: Patrick Schelander (Paulitsch Karl)
3. Platz: Nico Ropp (Steiner Siegfried Peter)

Metallbearbeitungstechnik, 3./4. Lehrjahr

1. Platz: Hermann Eisendle (Metallbau Wilhelmer Projekt GmbH)
2. Platz: Mario Jörg (Starmann Metallbau GmbH)
3. Platz: Tobias Nau (Haslinger Stahlbau GmbH)

Landmaschinentechnik, 3. Lehrjahr

1. Platz: Andreas Zojer (Gailer Stefan)
2. Platz: Josef Zaucher (Landtechnik Maschinenbau Bürger GmbH & Co KG)
3. Platz: Markus Greinig (Landtechnik Villach GmbH)

Zerspanungstechnik, 3. Lehrjahr

1. Platz: Kevin Kreuzer (Geislinger GmbH)
2. Platz: Martina Wilding (Geislinger GmbH)
3. Platz: Fabian Schmid (Kostwein Maschinenbau GmbH)

Schmiedetechnik, 3. Lehrjahr

1. Platz: Vincens Von Euw (Paulitsch Karl)

Die jeweils Erst- und Zweitplatzierten aus dem dritten Lehrjahr werden Kärnten im Oktober beim Bundeslehrlingswettbewerb in Bregenz vertreten.

Autor/in:
Redaktion Metall
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