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V. l. n. r.: Fachgruppengeschäftsführer Gert Mayer, Wolfgang Rusch (GF Rusch Metall-am-Bau), Fachgruppenobmann Christian Thaler und Bernhard Geiger, Lehrlings- und Ausbildungsverantwortlicher der Vorarlberger Fachgruppe Metalltechnik.

Keine Metaller am Markt

15.05.2018

Als wichtige Zulieferbranche der Industrie erzielte das Vorarlberger Metalltechnik-Gewerbe ein sehr gutes Ergebnis. Der aktuelle Fachkräftemangel gefährdet allerdings die Auftragslage.

Mitte März präsentierte die Vorarlberger Fachgruppe Metalltechnik auf einer Pressekonferenz bei der Firma Rusch Metall-am-Bau die aktuelle Branchensituation im Ländle. Das Vorarlberger Metallgewerbe führt überwiegend heimische Aufträge aus und steht als Zulieferer der Industrie dennoch in weltweiter Konkurrenz. Aufgrund des Fachkräftemangels müssen Betriebe teilweise Aufträge ablehnen.

Was wie ein Widerspruch klingt, ist schnell erklärt: „Die Metalltechniker sind als wichtige Zulieferer für die Industrie von großer Bedeutung für Vorarlbergs Wirtschaft“, sagt Innungsmeister und Fachgruppenobmann Christian Thaler. „Die heimische Industrie könnte jederzeit in Osteuropa oder Asien einkaufen, doch unsere Betriebe sind absolut konkurrenzfähig – dank top ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in bester Qualität produzieren“, so Thaler. Auch schätzten sowohl die heimische Bauwirtschaft als auch Privatkunden die Qualität und Zuverlässigkeit der Metalltechniker. 

„Wir haben volle Auftragsbücher: 2017 war ein sehr gutes Jahr mit einer Steigerung gegenüber 2016, und auch für 2018 erwarten wir als Branche mindestens ein gleichbleibendes Niveau, wenn nicht sogar erneut ein Plus“, erklärt der Landesinnungsmeister weiter. Aufgrund der fehlenden Fachkräfte müssten teilweise sogar Aufträge abgelehnt werden. Thaler: „Der Fachkräftemangel ist und bleibt unsere Herausforderung heute und in der Zukunft.“ 

Die konkreten Zahlen dazu liefert Fachgruppengeschäftsführer Gert Mayer: „Gesamt hatten die 428 Mitgliedsbetriebe der Fachgruppe Metalltechnik 2017 in Vorarlberg insgesamt 1695 Beschäftigte – das entspricht einer Steigerung von 40 Arbeitsplätzen im Vergleich mit 2014 und einem Plus von 9,2 Prozent gegenüber 2010. Viele Betriebe könnten sofort zusätzliche Mitarbeiter einstellen – wie beispielsweise die Firma Rusch Metall-am-Bau –, doch es gibt keine Metaller am Markt. Dabei ist das Metallgewerbe eine krisensichere Branche, denn auch in den Krisenjahren rund um 2009 war die Mitarbeiterzahl stabil.“

Kampfansage

Bernhard Geiger, Ausbildungsverantwortlicher der Fachgruppe sowie Mitglied des Ausschusses bestätigt: „Es ist wichtig, dass wir selbst ausbilden; nur so können wir höchste Qualität garantieren und die Zukunft unserer Branche absichern. Hier muss teilweise noch ein Umdenken stattfinden. 76 Betriebe tun dies bereits, gesamt hatten die Mitglieder der Fachgruppe 2017 209 Lehrlinge. In den letzten beiden Jahren blieb die Anzahl der Lehrlinge zumindest konstant.“ 

Die Fachgruppe Metalltechnik bietet ein breites Spektrum an möglichen Ausbildungen. „Lehrlinge erzeugen bei uns aufgrund der Betriebsgröße komplette Werkstücke, tragen von Anfang an Verantwortung und haben abwechselnde Aufgaben. Oft bildet in unserer Branche noch der Chef selbst aus, das ist etwas Besonderes. Da nehmen die Lehrlinge neben dem fachlichen Know-how gleich viel mehr mit“, so Geiger weiter. Und Gert Mayer ergänzt: „Mit dem Fachkräftemangel haben in Vorarlberg viele Branchen zu kämpfen. Das Besondere an unserer Situation ist, dass im Metallgewerbe kleine Betriebe mit den großen Playern konkurrieren.“ 

Die Fachgruppe wird in Zukunft vermehrt Aktivitäten setzen, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern. Neben den Aktivitäten mit der ARGE met (Metall Elektro Technik Gewerbe) soll mit einer Offensive vermehrt kommuniziert und die Zahl der Ausbilder gesteigert werden. Deshalb holte die Fachgruppe den Bundeslehrlingswett­bewerb 2018 nach Vorarlberg, der am 5. und 6. Oktober in Bregenz stattfindet. Mit Spitzenleistungen soll die Vielseitigkeit des Berufs demonstriert und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und potenzieller Lehrlinge auf die Branche gelenkt werden.

Qualität der Lehrlinge

Wie spannend eine Lehre in der Metalltechnik sein kann, beweist das Olympia-Projekt 2017. Die Fachgruppe als Mitglied der ARGE met entsandte im Dezember des vergangenen Jahres Vorarlberger Nachwuchs-Arbeitskräfte nach Pyeongchang: Acht Lehrlinge unterstützten die Montagearbeiten vor Ort und erstellten in 22 Tagen die umfangreiche Infrastruktur des Österreich-Hauses bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Korea. Bernhard ­Geiger erklärt: „Das beweist einmal mehr: Unsere Lehrlinge sind sehr gut – allerdings wie passende Fachkräfte nur sehr schwer zu finden.“ Innungsmeister und Fachgruppenobmann Christian Thaler appelliert abschließend: „Der Kampf um qualifizierte Fachkräfte wird weiter zunehmen, deshalb muss unsere Branche zusammenstehen, und die Fachgruppe versteht sich als optimale Plattform dafür.“

Autor/in:
Redaktion Metall
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