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Konjunktur verliert an Schwung

30.12.2018

Das Creditreform Klimabarometer schätzt die Geschäftslage zwar weiterhin gut ein, sieht aber Wolken am Wirtschaftshorizont aufkommen.

Im Herbst hat die Creditreform Wirtschafts- und Konjunkturforschung etwa 1700 österreichische Klein- und Mittelunternehmen nach der aktuellen Wirtschaftslage und den Ausblicken für die kommenden sechs Monate befragt. Das Ergebnis: Die österreichische Konjunktur war im Herbst 2018 noch recht gut in Form, hat jedoch an Schwung verloren. So legte das Creditreform Klimabarometer im Vergleich zum Vorjahr nur um 1,6 Zähler zu. Der Mittelstand war in der zweiten Jahreshälfte 2018 recht entspannt. Von einer abschwächenden Wirtschaftsdynamik war noch nicht viel zu spüren. Lediglich bei der Dienstleistungsbranche zogen erste dunkle Wolken am Horizont auf. Hier gaben sowohl der Geschäftslage- als auch der Erwartungsindex nach. In den anderen drei Hauptwirtschaftsbereichen legten beide Indizes dagegen zu, wenn auch nicht mehr so deutlich wie im Herbst 2017.

Dass sich die konjunkturelle Dynamik im Land zum Ende des Jahres abgeschwächt hat, zeigt auch das Creditreform Klimabarometer. Hier konnte sich der Index im Herbst 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Zähler von plus 23,9 auf plus 25,5 Punkte verbessern, liegt jedoch, anders als in den Jahren zuvor, unter dem Frühjahresergebnis (plus 27,6 Punkte).

Verarbeiter im Plus

Besonders erfolgreich lief es in den letzten Monaten für die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes (plus 30,6 Punkte; Vorjahr: plus 27,9 Punkte) und der Baubranche (plus 30,1 Punkte; Vorjahr: plus 27,0 Punkte). Mit einem Plus von 3,1 Zählern gelang den mittelständischen Bauunternehmen damit auch der größte Zuwachs aller vier Hauptwirtschaftsbereiche. Mit deutlichem Abstand folgen die Dienstleistungsbranche (plus 22,9 Punkte; Vorjahr: plus 24,6 Punkte) und der Handel (plus 21,7 Punkte; Vorjahr: plus 19,4 Punkte). Im Gegensatz zu den andern zwei Hauptwirtschaftsbereichen gab bei der Dienstleistungsbranche das Creditreform Klimabarometer nach, und zwar um 1,7 Zähler.

Gute Geschäftslage

Die meisten mittelständischen Betriebe waren in den letzten Monaten zufriedener mit ihrer Geschäftslage als im Jahr zuvor. Der Geschäftslageindex stieg um 2,9 Zähler auf heuer plus 27,9 Punkte. Beim Bau (plus 33,6 Punkte) und beim Verarbeitenden Gewerbe (plus 32,8 Punkte) legte der Index jeweils um 3,5 Zähler zu, beim Handel waren es sogar 4,0 Zähler (siehe Tabelle). Bei der Dienstleistungsbranche blieb die Stimmung im Jahresvergleich unverändert.

Die Umsatzkurve des österreichischen Mittelstandes hat hingegen im Herbst 2018 bereits eine Delle auf hohem Niveau bekommen. Und die Auftragsbücher der mittelständischen Unternehmen waren in den letzten Monaten nicht mehr so gut gefüllt wie im Herbst 2017.

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