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Gemeinsame Sache: Vier Vorarlberger Metallprofis (im Bild: Innungsmeister Christian Thaler) und die „Metal Workers“ der Schlosserwerkstätte in Mdabulo fertigten Türen für ein neues Schülerhostel.

Metaller mit Mission

02.08.2018

Vorarlberger Metallprofis beteiligen sich an Schlosserei-Projekt in Tansania.

Im März besuchten vier Fachmänner der Vorarlberger Metallbranche ein regionales Entwicklungsprojekt der „Rural ­Development Organisation“ (RDO) in Tansania und brachten sich mit viel Know-how und Technik in die Entwicklungszusammenarbeit ein.

Unter der Leitung von Schlossermeister Peter Türtscher aus Dornbirn brachten der Innungsmeister der Vorarlberger Metalltechniker Christian Thaler, Gerd Hölzl von Gravurtec Götzis sowie Lehrlingsausbildner Simon Alber von Meusburger Formenbau Know-how aus dem Ländle in die RDO-Schlosserwerkstätte in Mdabulo mit. In mehreren Ausbildungs-Einheiten fertigten sie gemeinsam mit den „Metal Workers“ vor Ort Türen für ein neues Schülerhostel sowie Muster für Aluminiumfenster an. Außerdem führte das Vorarlberger Team eine von Meus­burger gesponserte Metall-Fräsmaschine ein und instruierte die Projektteilnehmer in deren Bedienung.

Für den Praxis-Unterricht „Metalworkshop“ wurden Produktideen angefertigt, die später zum Verkauf in den Dörfern angeboten werden können. Die 2007 gegründete Schlosserwerkstätte in ­Mdabulo ist die wichtigste handwerkliche Basis-Werkstätte für die Umsetzung aller RDO-Bauvorhaben. Peter Türtscher war bereits vor elf Jahren zum ersten Mal vor Ort: „Wir haben die Lehrwerkstätte aus dem Nichts aufgebaut. Damals sind wir praktisch nur mit ein paar Werkzeugen angereist“, erinnert sich Türtscher.

Entwicklung durch Handwerk

Im Jahr 2012 wurde mit der RDO vor Ort eine neue NGO gegründet, die von der Regierung Tansanias anerkannt ist. Deren Ziel ist eine langfristige Verbesserung der Lebensbedingungen für die Bevölkerung. Die Situation ist vor allem in Mdabulo, inmitten des Hochlands von Tansania, besonders schwer: Junge Menschen, die zwar die Pflichtschule abgeschlossen haben, jedoch nicht weiter zur Schule gehen (können), haben kaum Zukunftschancen: Handwerk hat hier keine Tradition, weswegen handwerkliche Ausbildungsplätze rar sind und wenig Infrastruktur für entsprechende Ausbildungen vorhanden ist. Die (zu) wenigen weiterführenden höheren Schulen sind auch nur für einen Bruchteil der Bevölkerung leistbar.

Chancen und Perspektiven

Ziel des Projekts ist neben der landwirtschaftlichen Ausbildung auch Grundkenntnisse im Handwerk zu vermitteln. Dies beinhaltet praktische und theoretische Kurse und wird durch eine staatliche Prüfung abgeschlossen. Für diese sinnvolle Unterstützung haben sich die Vorarlberger Metallprofis im Namen der Innung gerne mit ihrem Know-how und vor allem mit viel Herzblut vor Ort eingebracht, insbesondere, „um auch einmal über den Tellerrand zu blicken und Erfahrungen dort einzubringen, wo sie dringend benötigt werden“, betont Schlossermeister Peter Türtscher.

Autor/in:
Redaktion Metall
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