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Michael Schuller: Die Krise als Chance sehen

14.05.2020

Auch Hueck hat in der aktuellen Situation mit einem Nachfragerückgang zu kämpfen. Warum Geschäftsführer Michael Schuller in der Krise aber trotzdem auch eine Chance sieht, erklärt er im Interview. 

Unsere frühzeitige und harte Reaktion hält unsere gruppeneigenen Produktionseinheiten in dreischichtigem Betrieb und selbst wenn ein gruppeneigener oder fremder Zulieferer zeitweise ausfallen würde, wären wir vorbereitet, denn wir haben unser Lager bis unter die Decke gefüllt", sagt Hueck-Geschäftsführer Michael Schuller.

Herr Schuller, wie geht es Ihnen und Ihren Kunden?

Michael Schuller: Die Stimmung ist ja allgemein und bei allen Menschen belastet. Unsere älteren Familienmitglieder fehlen uns, unseren Kindern fehlen die Freunde aus der Schule und wir spüren täglich durch die massiven Änderungen in unserem Alltag, dass etwas nicht ganz stimmt. Unsere Firma ist hier eher ein Ort der Freude, der Begegnung, wenn auch meist nur virtuell. Die Arbeit bringt unseren Kunden, unseren Lieferpartnern und uns selbst ein wenig Normalität im Alltag. Ich spüre in der Kommunikation neben den Fragen des Tagesgeschäfts eine große Freude, einander zu hören und uns bei den Videokonferenzen auch zu sehen.

Was waren in den letzten Wochen die größten Herausforderungen für Ihr Unternehmen?

Schuller: Die größte Herausforderung war, die verschiedenen Parameter möglichst richtig einzuordnen und daraus klare Entschlüsse zu formen. Wir mussten aus Gesetzen, Verordnungen und Gesundheitsdaten definieren, wie wir unsere Arbeitszeiten, Kontakte und das Homeoffice gestalten und wie wir allen Mitarbeitern ermöglichen etwa Arbeit und Kinderbetreuung kombinieren zu können. Vor allem aber ging es in den letzten Wochen auch darum, das möglichst optimale Datum für Beginn und Ende von diversen Massnahmen festzulegen. 

Gab es bei Hueck auch einen Nachfragerückgang?

Schuller: Ja, es gibt einen Rückgang, aber keinen Einbruch - und wir liegen über den erwarteten Zahlen. Wir sind eher positiv überrascht, dass wir 2020 unser stärkstes erstes Quartal absolviert haben und auch der April noch über Budget lag. Hamsterkäufe gab es offenbar auch bei Aluminiumprofilen.

Trotzdem haben Sie Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt?

Schuller: Ja, wir haben Kurzarbeit eingeführt, jedoch nur in der Administration, nicht in der Produktion und im Lager. Aktuell gehen wir davon aus, dass wir in diesen Bereichen ohne Einschränkungen durch die Krise kommen werden, da wir auch laufend mit Brandschutzprüfungen beschäftigt sind.

Konnten Sie denn die Lieferkette in der Krise vollständig aufrechterhalten?

Schuller: Unser Hauptlieferant ist unsere Mutter, Hueck in Lüdenscheid, die genau wie wir bereits seit Mitte März mit sehr hohen Sicherheitsvorkehrungen arbeitet. Unsere frühzeitige und harte Reaktion hält unsere gruppeneigenen Produktionseinheiten in dreischichtigem Betrieb und selbst wenn ein gruppeneigener oder fremder Zulieferer zeitweise ausfallen würde, wären wir vorbereitet, denn wir haben unser Lager bis unter die Decke gefüllt.

Materialengpässe sind also ausgeschlossen?

Schuller: Bei Hueck gibt es keine Engpässe, weder bei Material noch bei Dienstleistungen.

Der Blick in die Zukunft - wie sieht der bei Ihnen aus?

Schuller: Ich blicke positiv in die Zukunft. Ich möchte das Leid vieler derzeit stark betroffenen Menschen nicht aus dem Fokus nehmen, wenn ich sage, dass diese Krise trotzdem auch eine Chance ist. Eine Chance, unser persönliches Verhalten zu überdenken und anzupassen, Umweltschutz und Nachhaltigkeit als Motoren und gestaltende Kräfte einer wiederauferstehenden Wirtschaft zu erkennen sowie regionale Produktion wieder zu forcieren. Wenn wir an unsere Anpassungsfähigkeit glauben und Transformation offen gegenüberstehen, werden wir mit höherer Lebensqualität und Freude die Zukunft beschreiten.

 

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