Direkt zum Inhalt
Der Schweißtraktor ArcRover 22 mit Führungsschienen beim Längsnaht-Schweißen.

Need More Speed - ein Fall für den Schweißtraktor

05.04.2019

Praxis. Innovative Metalltechnik erlaubt es dem Linzer Lüftungssystemhersteller Aumayr auch solche Luftleitungen herzustellen, bei denen ein konventioneller Lüftungsbauer an seine Grenzen stoßen würde.

Rund tausend Laufmeter Luftleitungskomponenten wurden von Aumayr geschweißt.
„In den ArcRover 22 zu investieren war die absolut richtige Entscheidung.“ Erwin Kunst, Leiter des Geschäftsfelds Metalltechnik bei der Aumayr GmbH.
Aumayr

Als einer der renommiertesten österreichischen Hersteller von Luftleitungssystemen beschäftigt die Aumayr GmbH rund 300 Mitarbeiter an drei Standorten in Österreich und Tschechien. Das 1965 in Linz gegründete Familienunternehmen verfügt mit seinen computergesteuerten Laserschneid- und Stanzmaschinen, servo‑elektrischen Biegemaschinen und anderen High-Tech-Anlagen über einen top ausgestatteten Maschinenpark für die Metalltechnik. Gemeinsam mit der hauseigenen Konstruktions- und Entwicklungsabteilung ist man in der Lage, kundenspezifische Produkte von Grund auf zu entwickeln und zu produzieren.

www.aumayr.com

Anfang 2018 erhielt das Unternehmen einen Großauftrag zur Lieferung von geschweißten Edelstahl-Luftleitungen. Schon bei der Kalkulation des Angebots wurde klar, dass infolge hunderter Laufmeter Schweißnaht und höchsten Qualitätsansprüchen neue Alternativen zum bisher praktizierten manuellen Schweißen notwendig waren. Vor allem mussten Blechstärken bis zu vier Millimeter verzugsfrei und in gleichbleibend hoher Qualität zu teilweise sechs Meter langen, 2,5 Meter hohen und 1,5 Meter breiten Luftleitungskomponenten verschweißt werden.

Qualität und Wirtschaftlichkeit

Wesentliche Ziele bei der Produktion der Lüftungskomponenten waren ein mechanisierter Schweißprozess, eine perfekte Schweißnahtqualität bei allen Komponenten sowie eine Kostenoptimierung durch den Wegfall von Nacharbeit und eine höhere Schweißgeschwindigkeit.

Um diese Kriterien zu erfüllen, entschied sich Aumayr zum Kauf eines Schweißtraktors der Firma Fronius. Die Wahl fiel auf den robusten und flexiblen ArcRover 22. „Die kompakte Bauweise des Schweißfahrwerks und seine Kompatibilität zu den sich schon im Haus befindlichen Fronius Schweißgeräten TPS 5000 CMT und TPS/i 500 waren die primären Gründe für die Anschaffung“, erläutert Erwin Kunst, Leiter des Geschäftsfelds Metalltechnik bei Aumayr. Der seit März 2018 im Einsatz befindliche Schweißtraktor werde von den Schweißern vor allem wegen seiner Robustheit und leichten Bedienbarkeit geschätzt, erklärt Kunst. „Schon bei den ersten Tests konnten wir eine bessere und vor allem gleichbleibende Qualität der Schweißnähte bei höherer Schweißgeschwindigkeit feststellen. Außerdem ist das Fahrwerk leicht zu montieren und bleibt dank seiner Führungsschienen immer in der Spur.“

Prozess-Mix

Für die bestmögliche Wurzelerfassung beim Schweißen der rund vier Millimeter dicken Seitenwände der Lüftungskomponenten entschieden sich die Schweißexperten für einen Puls-Prozess mit durchschnittlich 300 Ampere Stromstärke. Dieser gewährleistet die notwendige Wärmeeinbringung. Für das Segmentschweißen der Flanschplatten und Versteifungsrippen in Quer- und Längsrichtung kam der etwas „kältere“ Fronius CMT (Cold Metal Transfer)-Mix-Prozess zum Einsatz. Dieser stimmt das Verhältnis zwischen heißen Puls-Prozesszyklen und kalten CMT-Prozessphasen anwendungsspezifisch ab. Das Ergebnis sind perfekt geschweißte, nahezu spritzerfreie Metallverbindungen ohne jeden Verzug.

„Die konstante Fahrgeschwindigkeit des Schweißtraktors in Kombination mit den richtigen Schweißprozessen waren die wesentlichen Faktoren für die hohe und konstant reproduzierbare Qualität der Schweißnähte“, erklärt Erwin Kunst. „Letztendlich wurden unsere Erwartungen deutlich übertroffen. In den ArcRover 22 zu investieren war die absolut richtige Entscheidung.“ [mo/gr]

Autor/in:
Redaktion Metall
Werbung

Weiterführende Themen

Das erste Firmengebäude - die historische Halle 1 in Haiger - wurde 2017 komplett renoviert.
Aktuelles
14.02.2019

Jubiläum für den deutschen Schweißtechnik-Pionier Carl Cloos GmbH.

Die Gesellschaft für Wolfram Industrie mbH entwickelt unter anderem Wolframelektroden für die Schweißtechnik.
Aktuelles
14.02.2019

Um die Kundennähe zu erhöhen und einen besseren Vor-Ort-Service zu ermöglichen, hat Wolfram Industrie im August 2018 einen neuen Standort in Winterthur eröffnet.

Datendokumentation dient der transparenten Nachvollziehbarkeit als Teil konstanter Qualitätssicherung. Das unmittelbare Feedback aus der Produktion hilft aber auch dabei, Prozesse zu optimieren und so die Produktivität zu steigern.
Schweissen
12.02.2019

Schweißdaten. Drei Software-Varianten für erhöhte Transparenz und Produktivität.

Die neue Plattierstation der AMAG in Ranshofen
Aktuelles
12.02.2019

Werkstoffe: Mit einer neuen Plattierstation wird die Spezialisierung des Aluminiumkonzerns Amag weiter vorangetrieben.

35 Prozent mehr Leistung durch bürstenlosen Motor und Hochleistungs-Akku.
Technik
16.01.2019

Neue 18 Volt-Akku-Geradschleifer von Bosch für Profis machen erstmals Fräsanwendungen möglich.

Werbung