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Sicherheitsmaßnahmen, wie ein möglichst großer Abstand zwischen den Mitarbeitern, haben bei produzierenden Unternehmen oberste Priorität.

News-Ticker: So stemmen wir die Krise!

18.03.2020

Unter Einhaltung von Sicherheitsmaßnahmen kann das Handwerk auch in Zeiten von Covid-19  für seine Kunden tätig sein. Wir zeigen an einigen Beispielen, wie Österreichs Metallgewerbe die Coronakrise bewältigt.

Täglicher Informationsaustausch über Videokonferenzen.

Oberösterreich: Die tägliche Videokonferenz

Im Netzwerk Metall arbeiten rund 65 heimische Unternehmen aus den Bereichen Stahl-, Glas- und Metallbau im solidarischen Austausch von Know-how zusammen. Das Netzwerkbüro in St. Martin im Innkreis sorgt für den stetigen Kommunikationsfluss zwischen den Mitgliedern, wenn es um die wichtigen Informationen zu den gegenwärtigen Herausforderungen in Bezug auf Gesundheit, Homeoffice, Baustellenstopp, Kurzarbeit etc. geht. „Der respektvolle und faire Umgang miteinander trotz Wettbewerb und das kooperative Verhalten sorgen für einen starken gemeinsamen Mehrwert und geben in der derzeitigen Situation Zuversicht und Vertrauen“, sagt Thomas Weber, Geschäftsführer von Netzwerk Metall.
Über die Kommunikationsplattform „Core smartwork“ stellen Mitglieder des Netzwerk Metall einander Informationen und Rat zur Verfügung. Zusätzlich werden derzeit täglich Videokonferenzen abgehalten, um die Erfahrungen der bereits gesetzten Maßnahmen auszutauschen und Hilfestellungen für die gegenwärtigen und bevorstehenden Aufgaben zu erarbeiten. Der persönliche digitale Austausch zum Krisenmanagement wird damit effizient und ökonomisch gestaltet. [Update: 23. März 2020]

Salzburg: Hydro Building Systems Austria mit laufenden Betrieb

Bei Hydro Building Systems Austria in Seekirchen am Wallersee wurden alle Maßnahmen ergriffen, um schnell und effizient auf Veränderungen reagieren zu können. Derzeit läuft der Betrieb normal, das Unternehmen ist jederzeit erreichbar. Außerdem wurden verschiedene Einschränkungen beschlossen, vor allem um Mitarbeiter zu schützen. Dazu gehören eine Reisebeschränkung, das Festlegen von Richtlinien für Begrüßung und Treffen mit anderen, spezielle Hygienemaßnahmen, die Absage der Teilnahme an externen Veranstaltungen sowie die Absage interner Veranstaltungen, die Verlagerung und Aufteilung wesentlicher Geschäftsfunktionen und allgemein Anweisungen zur Begrenzung der Ausbreitung des Coronavirus. Besonders wichtig ist auche eine funktionierende Lieferkette, bei der es bisher keine Störungen gibt. Auch bei global bezogenen Rohstoffen und Produkten gibt es keine Engpässe. „Sollte sich daran etwas ändern, werden wir umgehend reagieren. Selbiges gilt auch für unsere Mitarbeiter, deren Schutz natürlich an erster Stelle steht“, versichert Jörg Meiche, Vertriebsleiter von Hydro Building Systems Austria. [Update: 23. März 2020]

Salzburg: Stefan Ritzer hält Betrieb aufrecht

Das Lungauer Metalltechnikunternehmen Stefan Ritzer GmbH arbeitet unter Einhaltung besonderer Sicherheitsvorkehrungen weiter und ist jederzeit erreichbar. Die Anwesenheit der Mitarbeiter wird ab 21. März durch einen speziellen Schichtbetrieb reduziert. Dabei arbeiten zwei Teams jeweils zwei Tage zwischen Montag und Donnerstag. Am Freitag bleibt der Betrieb geschlossen. Viele nutzen die Möglichkeit zum Homeoffice, dadurch sei das Büro jeweils nur mit einer Person besetzt. „Wir wollen den Betrieb unbedingt aufrechterhalten. So sind wir schon jetzt für die Zeit nach Corona gewappnet“, erklärt Geschäftsführer Stefan Ritzer. Natürlich stehe dabei die Gesundheit der Beschäftigten an erster Stelle.
Seit 17. März sind das Einfahrtstor und die Eingangstür zum Büro geschlossen. Kleinaufträge werden momentan nicht angenommen. „Die Gesundheit geht vor und ich hoffe auf Verständnis für die Maßnahmen“, sagt Ritzer. [Update: 19. März 2020]

Niederösterreich: MPH fast im Normalmodus

Der Betrieb beim Metalltechnikbetrieb MPH in Mank/NÖ ist derzeit ohne Einschränkungen aufrecht. Auch Kapazitäten für Vorfertigungen sind vorhanden. Ein Teil der 50-köpfigen Belegschaft ist entsprechend der Tätigkeit derzeit im Homeoffice tätig. Auf direkten Kundenkontakt wird vorerst verzichtet. „Gegenseitige Rücksichtnahme gehört bei uns im Betrieb zur Firmenphilosophie. Daher fällt es auch jetzt nicht schwer, die vorübergehenden Regeln zu beachten“, sagt MPH-Geschäftsführer Manfred Halbwachs. Mit einigen kleinen Anpassungen schaffe es der Betrieb, die Produktion ohne nennenswerte Einschränkungen aufrecht zu halten. Und es seien jederzeit Vorfertigungen für die Zeit nach der Ausnahmesituation möglich.
Aufgrund der großzügigen Räumlichkeiten können Mitarbeiter die notwendigen Abstände einhalten. Bei den Arbeitsabläufen wurden organisatorische Anpassungen umgesetzt. „Die Techniker haben ihre PCs mit nach Hause genommen und arbeiten jetzt im Homeoffice“, sagt Halbwachs. Folge: „Die Produktion läuft ganz normal, das Büro läuft einwandfrei.“ Die Material-Lieferketten seien ohne Unterbrechung aufrecht. Und auch die Auslieferung funktioniere ohne Einschränkung. Fazit: „Wir werden nach dieser Zeit mit bereits laufendem Motor weiter machen“, so Manfred Halbwachs. [Update: 19. März 2020]

Oberösterreich: „Smart Work“ bei Hartl Metall

Aus Sicherheitsgründen setzt Hartl Metall aus Waldneukirchen/OÖ auf Arbeit von Zuhause aus. Der gesamte Bürobetrieb wurde bereits in der vergangenen Woche auf Home-Office umgestellt. In der Produktion arbeiten „Corona-Units“ unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen abwechselnd an den Kundenprojekten. „Home-Office ist in unserem Unternehmen schon länger ein Thema. Unsere Vorarbeit in puncto Digitalisierung hat uns nun einen super schnellen Umstieg auf die Arbeit von Zuhause aus ermöglicht“, sagt Geschäftsführer Martin Hartl. Das Büroteam sei nach Hause geschickt worden, um dessen Gesundheit zu schützen. Seither zeichnen und planen die Konstrukteure von Zuhause aus. „Auf diese Weise konnten wir unsere Projekte nahezu nahtlos und effizient weiterführen. Für Rückfragen oder interne Besprechungen gibt es aktuell Online-Meetings. Auch Kundentermine nehmen wir derzeit nur virtuell oder telefonisch wahr“, erklärt Martin Hartl.
Dabei sorgt die Social Enterprise-Plattform „Core smartwork“ für die Vernetzung des Teams und hält so eine virtuelle soziale Struktur im Unternehmen aufrecht. Core smartwork fungiert als Intranet, als Austauschplattform und als Drehscheibe von internen Informationen aller Art. Technisch greift das Team auf Tablets und Notebooks mit vollem Zugriff auf den Firmenserver zurück. Im Produktionsteam, das ja nicht von Zuhause aus arbeiten kann, wurden sogenannte „Corona-Units“ gebildet. Sie wechseln sich 14-tägig bei der Arbeit ab und schaffen so auch untereinander den empfohlenen Sicherheitsabstand. [Update: 18. März 2020]

Wien: Jergitsch Gitter bleibt offen

Die familiengeführte Wiener Jergitsch Gitter und Eisenkonstruktionen Ges.m.b.H. hält ihren Betrieb unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen aufrecht. Vor allem der Notfall- und Störungsdienst würden ohne Einschränkung arbeiten, heißt es in einer Firmenmitteilung. Behördliche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie werden strikt eingehalten, der Schutz der Belegschaft stehe an vorderster Stelle. Direkten Kundenkontakt gebe es nicht, und das Unternehmen sei zu den üblichen Öffnungszeiten jederzeit erreichbar. Laut Geschäftsführer Michael Choc funktionieren Produktion, Montagen sowie der Notfall- und Störungsdienst für Vertragspartner reibungslos, der Kundenkontakt sei aber auf Telefon und E-Mail beschränkt.
„Unsere Mitarbeiter sind zum großen Teil im Freien tätig. Bei Montagearbeiten und auf Baustellen sind sie angewiesen, den Mindestabstand von einem Meter einzuhalten. Im Büro haben wir glücklicherweise genug Platz, um Abstand voneinander halten zu können“, erklärt Choc. Lieferanten werden aktuell nicht persönlich empfangen. Für sie wurde eine Warenannahme eingerichtet, damit die Zulieferung von Materialien weiterhin problemlos möglich ist.
„Wir nehmen die Fürsorgepflicht gegenüber unserer Belegschaft ernst“, erklärt Choc. Das bedeutet, ältere Mitarbeiter bleiben vorsorglich zu Hause, und den Beschäftigten wurde freigestellt, ob sie ins Unternehmen kommen oder lieber daheim bleiben möchten. „Das bedeutet, dass wir im Moment auf Montagen eingeschränkt Personal im Einsatz haben. Ansonsten halten wir den Betrieb am Laufenden“, sagt Choc. [Update: 18. März 2020]

Steiermark: Vulkanland Metall hält Betrieb aufrecht

Der Metalltechnikbetrieb aus Kirchberg an der Raab hält unter Einhaltung aller notwendigen Sicherheitsmaßnahmen alle Liefertermine. Es sind allerdings besondere Vorkehrungen notwendig. „Wir nehmen die Sicherheitsregeln sehr ernst. Dementsprechend haben wir Anpassungen vorgenommen, damit wir trotz allem unsere Liefertermine einhalten können“, erklärt Harald Pachler, Geschäftsführer von Vulkanland Metall. Die Anwesenheit der Mitarbeiter wurde neu geregelt, um den Kontakt unter den Personen zu minimieren. Telefonisch und via E-Mail ist das Unternehmen zu den normalen Öffnungszeiten bzw. rund um die Uhr erreichbar.
Das Unternehmen beschäftigt 16 Mitarbeiter*innen. Ein Techniker verrichtet seine Arbeit derzeit im Homeoffice. Alle anderen Beschäftigten wurden so eingeteilt, dass immer nur maximal ein bis drei Personen – unter Wahrung des Mindestabstandes - im selben Bereich tätig sind. Direkte Kontakte zu Kunden und Lieferanten sind bis auf weiteres eingestellt, die Erreichbarkeit ist aber via Telefon bzw. eMail weiterhin gegeben. [Update: 18. März 2020]

 

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