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Johannes Gartner, Vorstandsmitglied der AM Austria sieht das perfekte Zusammenspiel von innovativen Produkten, passenden Services und der richtigen Bedienung durch den Menschen als wesentlich, um die Additive Fertigung raus aus der Nische und hin zu einer anerkannten Schlüsseltechnologie zu führen.

Produktionstechnologie mit Zukunftspotenzial

10.10.2019

Die Additive Fertigung ist eine Technologie mit enormen Zukunftspotenzial, so der einhellige Tenor beim OÖ Zukunftsforum Technologie & Wirtschaft Anfang Oktober in Linz. 

Über die Rolle Additiver Fertigung bei der Herstellung von Metallteilen sprach Aziz Huskic, Professor für Production Engineering and Metal Forming an der FH Wels.
Als größte Herausforderung in der Additiven Fertigung sieht Stefan Seidl von Pankl Racing Systems die Ausbildung von Experten in diesem Bereich.

Die Additive Fertigung ist dabei ihr Nischen-Dasein zu verlassen und sich ihren fixen Platz in der industriellen Produktion zu sichern. Wie der Weg hin zu einer anerkannten Schlüsseltechnologie erfolgreich beschritten werden kann, darüber berichten Experten in einer eigenen Session zum Thema „Additive Manufacturing". Eröffnet wurde die Vortragsreihe von Johannes Gartner, Vorstandsmitglied der AM Austria und Assistenzprofessor an der JKU Linz. Er sieht das perfekte Zusammenspiel von innovativen Produkten, passenden Services und der richtigen Bedienung durch den Menschen als wesentlich, um die Additive Fertigung raus aus der Nische und hin zu einer anerkannten Schlüsseltechnologie zu führen. 

Österreich hat Potenzial

Zahlen aus dem Wohlers Report 2019 bestätigen der Additiven Fertigung weltweit einen boomenden Markt. Davon könne laut Gartner auch der Wirtschaftsstandort Österreich profitieren. Wie die Ergebnisse einer Studie der JKU Linz zum Thema „Additive Fertigung – Potenziale für den Standort Österreich“ belegen, ist Österreichs Basis für eine erstklassige Positionierung in diesem Sektor im internationalen Vergleich extrem gut. Um Österreich zu einem innovativen Vorreiter im Bereich Additive Manufacturing auszubauen, sei es wichtig, das Unternehmen - angefangen von Materialanbietern über Anlagenhersteller und Designer bis hin zu Endanwendern - sich gut zu vernetzen und ihre Erfahrungen mit Additiver Fertigung untereinander auszutauschen.

Über die Rolle Additiver Fertigung bei der Herstellung von Metallteilen sprach Aziz Huskic, Professor für Production Engineering und Metal Forming an der FH Wels. Er sieht den 3D-Druck hier als wertvolle Ergänzung zu herkömmlichen Fertigungsmethoden und nicht als Ersatz. „Wo konventionelle Fertigungsverfahren an ihre Grenzen stoßen, kann die Additive Fertigung ihre Stärken ausspielen", weiß Huskic. 

Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis

Über Visionen im industriellen 3D-Druck berichtete Edmar Allitsch von AM Ventures/EOS. Laut seinen Erfahrungen ist die Additive Fertigung ein Digitalisierungstreiber entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die die Individualisierung von Großserien genauso ermöglicht wie Ersatzteile „on demand“. Herausforderungen für die Zukunft sieht Allitsch vor allem in der weiteren Reduzierung der Fertigungszeiten als auch in der Bewusstseinsbildung, um Anwendungen weiter zu erhöhen. 

Experten ausbilden

Als größte Herausforderung in der Additiven Fertigung sieht Stefan Seidl von Pankl Racing Systems die Ausbildung von Experten in diesem Bereich. Um die Möglichkeiten der Additiven Fertigung voll ausschöpfen zu können, braucht es nicht nur passende Maschinen und Prozesse. „Unternehmen können nur dann von Additiver Fertigung profitieren, wenn sie auch Experten und Spezialisten haben, die diese Technologie beherrschen", appelliert er an die Teilnehmer. „Gibt es künftig mehr Experten in diesem Bereich, wird sich die Additive Fertigung schon bald zu einer Schlüsseltechnologie entwickeln", ist Seidl überzeugt.

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