Direkt zum Inhalt

Schrottlaube als Schatzkiste

17.04.2019

Wertstoffgewinn. Um den Rohstoffkreislauf bei Fahrzeugen geschlossen zu halten, müssen alte Autos unbedingt in Österreich bleiben.

Der Verband Österreichischer Entsorgungs­betriebe ruft zur ordnungsgemäßen Entsorgung alter Autos auf.

Rund 215 Kilogramm Wertstoffe, die wiederverwertet werden können, stecken in jedem Altauto. Aber nur etwa 60.000 der „Schrottlauben“ werden pro Jahr ordnungsgemäß in heimischen Anlagen entsorgt. 220.000 „verschwinden“ laut dem Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) meist illegal im Ausland. Der Kreislaufwirtschaft entgehen dadurch wertvolle Altmetalle im Wert mehrerer Millionen ­Euro. Der VOEB ruft deshalb dazu auf, Alt­autos in einem der 4.000 Betriebe, die berechtigt sind, Fahrzeuge kostenlos zurückzunehmen, abzugeben. „Viele Fahrzeugbesitzer glauben, dass sie die Entsorgung mehr als 100 Euro kostet – was aber nicht stimmt“, sagt VOEB-Präsident Hans Roth. So würden über Zwischenhändler acht von zehn Alt­autos im Ausland, hauptsächlich in Osteuropa und Afrika, landen, wo sie zum Teil noch gefahren würden,. „Am Ende sind sie dann gefährlicher Abfall und ein enormes Umwelt­risiko“, sagt Roth. „Dabei könne man gerade bei Fahrzeugen den Rohstoffkreislauf geschlossen halten, allerdings nur dann, wenn sie auch in Österreich blieben.  
Seit 2002 verpflichtet das Altfahrzeug-Gesetz Hersteller und Importeure, alle Altfahrzeuge ihrer Marke kostenlos zurückzunehmen. Um den illegalen Export einzudämmen, fordert der VOEB eine deutliche Erhöhung der  Ressourcen. Die Fachbetriebe entfernen zunächst Gefahrenstoffe wie Öle, Bremsflüssigkeit, Benzin und Kühlmittel. Die Batterie ist vom Kunststoff bis zum Blei nahezu vollständig recycelbar. Anschließend werden die Airbags gesprengt und Scheinwerfer, Motor und Türen entfernt. Der Rest wandert in die Schredderanlage. Die noch übrigen Metalle wie Stahl, Aluminium, Messing und Kupfer werden zuerst automatisch und dann anschließend per Hand getrennt.

Werbung
Werbung