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Bundesinnungsmeister KR Harald Schinnerl und der Wiener Innungsmeister-Stv. Ing. Christian Adamovic präsentieren mit der „Aufsperr-App“ eine Handhabe gegen betrügerische Praktiken unseriöser Aufsperrdienste.

Seriöse Aufsperrdienste finden

07.05.2018

Gegen dubiose Anbieter. Mit einem Gütesiegel als Qualitätszeichen, Telefon-Hotline und Smartphone-App geht die Metalltechnik-Innung in die Informationsoffensive.

Entwickelt in Wien und seit etwa einem Jahr in Betrieb: Die Aufsperr-App.
Die „App-Hilfe“ www.meinaufsperdienst.at ist über mobile Geräte ebenso zu erreichen wie über „normale“ PC und Notebooks.

Wenn die Tür ins Schloss gefallen ist, der Schlüssel nicht greifbar ist und man vor verschlossenen Toren steht, dann ist rasche Hilfe gefragt. Mit einer einfachen App oder unter der Notrufnummer 0590-900-5599 lassen sich seriöse Aufsperrdienste finden, die in der Nähe und zur angefragten Zeit verfügbar sind. Gelistet sind dort jene Unternehmen, die auch das Gütesiegel für Aufsperrer erhalten haben, womit Qualitätsstandards verbunden sind. Mit diesen Maßnahmen reagiert die Innung Metalltechnik gemeinsam mit dem Kuratorium für Einbruchschutz und Objektsicherung (KEO) auf den massiven Marktauftritt dubioser Anbieter. Innungsmeister KommR Harald Schinnerl: „Wir haben keine Handhabe gegen diese Firmen, die den Ruf einer ganzen Branche schädigen – wir können nur eine Hilfestellung leisten, dass im Falle der Kontakt zu unseren Qualitätsbetrieben hergestellt werden kann.“

Abzocke nach Muster

Der Ablauf ist fast immer gleich – Kleber oder kleine Kärtchen mit Telefonnummern für Aufsperrdienste ohne Firmenbezeichnungen kleben an Eingängen und Briefkästen oder werden in großer Stückzahl gestreut. Der Anruf landet in einem Call-Center in Deutschland, es werden Leute geschickt, die meist keine Fachkenntnisse haben und nach getaner Arbeit hohe Beträge sofort kassieren. Neben den überhöhten Forderungen kommt meist der Schaden hinzu, der den Türen durch unsachgemäße Behandlung zugefügt wurde. Wurden Schloss und Zylinder beschädigt, werden sie billigst ersetzt – allerdings ebenso zum Wucherpreis. Ein neuerlicher Kontakt zur Firma ist oft nicht möglich, denn viele sind später nicht mehr erreichbar. Nach der Abzocke und Enttäuschung wenden sich die Kunden oft an die Innung oder an das KEO: etwa 5 bis 6 Beschwerden werden täglich in Wien verzeichnet, die Dunkelziffer Geschädigter wird allerdings weit höher vermutet.

Unterscheidungsmerkmal Gütesiegel

Ing. Christian Adamovic ist Vorsitzender des Arbeitsausschusses Sicherheitstechnik der Bundesinnung Metalltechnik. Er kennt Fälle, in denen 1.300 Euro sofort und „mit Nachdruck“ kassiert wurden. Dazu komme oft auch eine kaputte Tür.

Damit weniger Leute „über den Tisch gezogen“ werden, wird vom Kuratorium das „Gütesiegel Aufsperrer“ vergeben. Damit können sich solche Betriebe abheben, die eine aufrechte Gewerbeberechtigung haben, zwei Jahre ohne Beschwerden in der Praxis tätig waren, und sich einer Prüfung unterzogen haben.

Den Fachmann finden

Als Maßnahme wurde eine einfache Aufsperr-App für Mobilgeräte entwickelt, die wenig Speicher braucht und mit einer Datenbank hinterlegt ist. Mit Eingabe der Postleitzahl bzw. bei aktiviertem GPS werden verfügbare Betriebe in der Nähe gelistet. Da es in der Bundeshauptstadt zu den meisten Vorfällen kommt, ist es wichtig, dass dort auch viele Betriebe erreichbar sind. Aktuell sind in Wien 22 Betriebe und in Niederösterreich elf in der Datenbank gelistet (weitere folgen). Weitere Bundesländer sollen im Laufe des Jahres dazukommen. Ziel ist eine österreichweite Abdeckung durch den Service. Die Initiatoren hoffen daher auf rege Beteiligung und Zuspruch – sowohl vonseiten der Konsumenten als auch von Unternehmen, die sich für das Gütesiegel Aufsperrer anmelden.

Kundensicherheit gewährleisten

Die Bundesinnung und die Landesinnungen haben gemeinsam zur Finanzierung der Maßnahmen beigetragen. „Obwohl dies ein kleiner Bereich der Sparte ist, ist deren Ruf durch unseriöse Anbieter massiv geschädigt worden – dagegen gilt es sich zu wehren!“ sagt Innungsmeister Harald Schinnerl und erläutert weiter, warum der Innung das Thema wichtig ist: „Unser Anliegen ist es, Kundensicherheit zu gewährleisten. Das können wir, indem wir anständige Unternehmen auflisten. Wir hoffen, dass sich diese Dienste etablieren.“

www.meinaufsperrdienst.at

Autor/in:
Redaktion Metall
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