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Stadtbahnwaggon Cu 9424

18.08.2010

Ein umfangreiches Restaurierungsprojekt mit zahlreichen Archivrecherchen und langen Gesprächen mit Fachleuten ermöglichte die Rekonstruktion eines fast schon vergessenen Objekts.

Der jetzt wieder in seinem ursprünglichen Zustand präsentierte Wagen ist das Ergebnis der intensiven Zusammenarbeit zahlreicher Experten über zwei Jahre. Einer davon war Wolfgang Scheiblechner, Schlossermeister und Kunstschmied aus Palfau in der Steiermark.
Die erste Wiener Stadtbahn wurde 1897 in Betrieb genommen. Brücken, Viadukte und Stationsgebäude stammen von Otto Wagner. Der Stadtbahnwaggon „III. Classe“ (der Entwurf dazu stammt vermutlich auch von Otto Wagner) mit Umstelltüren „Friedrich Hermann“ hat das Baujahr1896.

Originalteile wie die Gepäcksnetze und Teile der Innenverkleidung wurden sorgsam restauriert, nachträgliche Umbauten wie beispielsweise die geätzten Fensterscheiben, die Türen oder die Teakholzbeplankung und die originalen Aschenbecher rekonstruiert. Schlossermeister Wolfgang Scheiblechner war bei den Restaurierungsarbeiten im Einsatz. Er war unter anderem für den Türenbereich zuständig. „Diese Türen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nach links und rechts außen zu öffnen sind. Betätigt man z. B.den linken Drücker, so werden die Bänder der linken Seite entriegelt und die Tür geht nach rechts außen auf. Durch diese Methode gab es im Waggon vier Sitzplätze mehr. Diese fielen dann dem Einbau der Schiebetüren zum Opfer“, resümiert Scheiblechner. In der Praxis hat sich dieses ausgeklügelte System nicht so bewährt, denn die Türen wurden nur über einen kurzen Zeitraum gebaut.

Konkret fertigte Scheiblechner Schlossteile, Bänder, Drücker, Langschilder, Messingschalen als Drückeraufnahme in der Waggonwand, Rollos auf der Innenseite der Tür und Türprofile (halbrundes T -Profil). Die Schlossteile und Bänder ließ der quirlige Schlosser und Kunstschmied bei der Firma Hofbauer in Schlierbach fertigen, Drücker und Langschilder stammen aus der Kunstgießerei Schlägl in Stockerau. „Der Zusammenbau und die Anpassung der Schlossteile sowie die Gängigmachung des Schlosses erfolgten in meiner Werkstätte an einem eigens angefertigten Türblatt mit Rahmen. Die Messingschalen und die Rollos sind zur Gänze eigene Erzeugung“, sieht Scheiblechner den Stadtbahnwaggon als gelungene Arbeit seiner Werkstätte.

Autor/in:
Redaktion Metall
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