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Stahlbau: Das Rohr durch den Wald

17.08.2018

Sommerrodeln einmal anders: Im Sitzgurt am Stahlrohr hängend durchs Gelände schweben.

Fliehkraft gebremste Schlitten lassen die Geschwindigkeit auch bei stärkerem Gefälle nicht über 18 km/h steigen.
Schwebend durch den Wald.

Ein luftiger Spaß im Kletterwald Ossiacher See, ein paar Meter über dem Boden: Sicher im Sitzgurt angeschnallt, erkunden Passagiere das Gelände quasi im Spazierflug. Die Richtung gibt eine Trasse aus Stahlrohren vor. Sie passt sich kurvenreich in die Umgebung ein und lässt spielerische Richtungswechsel zu. Dabei geht es kontinuierlich bergab, und nur die Schwerkraft ist der Antrieb. Der Sitzgurt hängt unter einem Schlitten, der gebremst über das Rohrsystem läuft. So steigt die Geschwindigkeit auch bei stärkerem Gefälle nicht über etwa 18 km/h, und alle 30 Sekunden kann sich ein Fly-Line Pilot gefahrlos auf die Strecke begeben.

So spielerisch leicht die Fly-Line wirkt, die Realisierung des Parcours erfordert ein sehr hohes Maß an Planung. Um die Fly-Line im Gelände abbilden zu können, ist ein dreidimensionales Modell der Umgebung und der Trassenführung notwendig. Nachdem der deutsche Spezialist für die Konzeption von Erlebniswelten, hochkant GmbH, bereits erste Projekte in einem aufwändigen manuellen Verfahren realisiert hatte, holte das Unternehmen bei diesem Projekt nun formTL Ingenieure ins Boot. Ziel war es, durch die Entwicklung einer objektspezifischen Software die Planung schneller und effizienter zu machen und auch längere Trassen problemlos berechnen zu können. So ermöglicht etwa die neue Software von formTL ein vollständig automatisiertes Planungsverfahren. Die Bahn wird als Linie im dreidimensionalen Raum mathematisch berechnet und ins vorgesehene Geländerelief einpasst. Zwar lässt sich die Leichtbaukonstruktion sehr flexibel ins Gelände integrieren, doch darf die Trasse ein Gefälle von 6 bis 15 Grad nicht über- oder unterschreiten und auch der Bodenabstand muss eingehalten werden. Die Software entwickelt die Fly-Line Trasse automatisiert vom Start- bis zum Zielpunkt und generiert gleichzeitig eine projektspezifische Stückliste. Dadurch lässt sich die komplette Auslegung mit hoher Präzision und im Vergleich zum manuellen Verfahren mit deutlich geringerem Zeitaufwand berechnen, und auch die Planungssicherheit steigt.

Autor/in:
Redaktion Metall
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