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Unsicherheit durch verstärkte Überprüfungen des OIB

30.12.2018

Die nö Innung Metalltechnik  hilft bei Fragen zur ÖNorm EN1090.

UMFANGREICHE INFOS ZUR EN 1090

Das Österreichische Institut für Bautechnik ist zuständig, technische Bauvorschriften zu überprüfen. Als Marktüberwachungsbehörde stellt sie sicher, dass die auf dem Markt befindlichen Produkte die rechtlichen Anforderungen erfüllen und Sicherheit bzw. Gesundheit nicht gefährden. Metalltechnikbetriebe, die tragende Bauteile aus Stahl oder Aluminium herstellen, fallen in den Regelungsbereich der ÖNORM EN 1090 und müssen diese verbindlich umsetzen.

Nun haben viele Betriebe zuletzt ein Schreiben des OIB erhalten, um die erforderlichen Zertifikate nachzuweisen. Das hat zur Verunsicherung und einer Reihe Anfragen der Mitgliedsbetriebe in der Innung geführt. Das Team um Innungsmeister KommR Harald Schinnerl steht für Unterstützungen und Informationen zur Verfügung.

Überprüfungswelle Produkte – EN 1090

Zur Überprüfung der erforderlichen Zertifikate sandte das OIB ein Schreiben an betroffene Unternehmen. Wer die Frist zum Nachweis überschritten hat, hat bereits ein zweites Schreiben mit einer zweiten Aufforderung inklusive kurzer Nachfrist zugestellt bekommen. „Augen zu und durch – das ist mit Sicherheit die falsche Taktik!“ mahnt NÖ Landesinnungsmeister KommR Harald Schinnerl. Er legt den produzierenden Betrieben dringend nahe, sich umgehend um die erforderlichen Zertifikate zu kümmern.

Ausgelöst wurde diese Mahnwelle durch anonyme Anzeigen.

Bestimmungen der EN 1090

Seit 1. Juli 2014 ist die Zertifizierung der werkseigenen Produktionskontrolle und die CE-Kennzeichnung vorgeschrieben, ein Auftraggeber muss seither davon ausgehen können, dass eine Fertigung nach EN 1090 vorliegt. Die EN 1090 enthält viele Bestimmungen, denen die Leistungen der Metalltechniker unterliegen – vor allem hinsichtlich Statik. Aber nicht nur wie die Teile ausgeführt werden müssen, sondern auch, wer solche Produktionen anfertigen darf, steht in der EN 1090.

Eine Fertigung dieser Bauprodukte kann beispielsweise nur durch qualifizierte, geprüfte Schweißer mit nötigem Zeugnis und mit einer entsprechend ausgebildeten Schweißaufsichtsperson für die jeweilige Ausführungsklasse erfolgen.

Unterstützung durch die Innung

Die Landesinnung der NÖ Metalltechniker bietet eine Reihe Unterstützungen an, damit die Betriebe, die entsprechende Bauprodukte produzieren, alle Anforderungen erfüllen.

Die EN 1090 kann, wie bis zu 30 andere Normen auch, im „Normenpaket von ASI“ von betroffenen Mitgliedern kostenfrei abgerufen werden.

1. Schulungen

  • Schweißkurse
  • Vorbereitungskurse zur Meisterprüfung
  • Staplerkurse, CNC, CAD, Pneumatik, Elektrotechnik für Lehrlinge
  • Weiterbildungskurse für Betriebe

2. Beratungen & Informationen

  • Wöchentlicher Newsletter „
  • Persönliche Auskunft im Büro und bei den Funktionären
  • Informationen auf der Website
  • Merkblätter
  • Leitfaden für den Weg zur Zertifizierung

3. Förderungen

Förderung für eine Erstberatung EN 1090

Die Landesinnung übernimmt für eine Erstberatung 50 % der Gesamtkosten. Je nach Fahrtkosten des Beraters ist dafür mit 100 bis 200 Euro zu rechnen (Kosten sind im Vorfeld mit dem jeweiligen Berater abzuklären); der Förderbetrag wird einmalig ausbezahlt. Eine Liste der Erstberater liegt bei der Innung auf bzw. kann unter metalltechnik@ wknoe.at angefordert werden. Voraussetzung für eine Förderung ist ein formloser Antrag per Fax an 02742/851 19139 oder per Mail im Vorhinein.

Meisterprüfung berechtigt

Die Meisterprüfung ist für engagierte und kompetente, fachlich Ausgebildete empfehlenswert – ein schöner persönlicher Erfolg und Meilenstein im Berufsleben. Damit verbunden sind aber auch verschiedene Berechtigungen – so gilt die Meisterprüfung auch als wichtige Qualifikation für die Erfüllung von Teilen der Voraussetzung für die Ausführungen Klasse 1 nach EN 1090.

Wann die nächsten Vorbereitungskurse zur Meisterprüfung starten, ist auf der Website des Wifi NÖ ersichtlich.

ON-Regel zu den Ausführungsklassen

Zur Umsetzung der EN 1090 wurde die ONRegel 210990 erarbeitet, sie ist ein Leitfaden für die Zuordnung der Bauteile, Tragwerke, Bauwerke zu den vier Ausführungsklassen im Stahl- und Verbundbau. Sie dient als Unterstützung für Planer und Metalltechnikbetriebe gleichermaßen.

Je höher die Ausführungsklasse, desto höher sind die Anforderungen. Die niedrigste Ausführungsklasse EXC1 ist für jeden Metallbauer leicht umzusetzen. Für die EXCL II und III sind umfangreichere Qualifikationen erforderlich. Im öffentlichen Bereich ist die EXCL II Standard.

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