Direkt zum Inhalt
Akustische Überwachung des Sägeblatts hilft Ausfälle zu vermeiden.

Wenn die Säge zu laut singt

10.01.2017

Innovation aus Wiener Neudorf „hört“ Sägeblätter im Betrieb ab und verringert damit deren Ausfallrisiko.

Eine völlig neuartige akustische Überwachung der Sägeblätter von Kreissägen in Sägewerken und damit eine Verringerung von Ausschuss und Ausfällen hat die Fellner Engineering GmbH in Wiener Neudorf entwickelt. „Der Return on Investment ist hier mit einem halben bis einem Jahr extrem schnell“, betont Wolfgang Fellner, Besitzer der Firma und Erfinder der akustischen Kreissägenüberwachung im Gespräch gegenüber dem NÖ Wirtschaftspressedienst. Die Erfindung ist dem NÖ Innovationspreis eine Auszeichnung wert gewesen.

Künstliches Ohr an der Säge

Früher hat ein erfahrener Mitarbeiter im Sägewerk hören können, wenn etwas mit den Sägeblättern nicht gestimmt hat. Dabei ist eine Schallerhöhung, ein ‚Singen’ entstanden, was man auch messen kann. Das ist die Basis der CSM Heartbeat, so der Name der Kontrollanlage. Über einen akustischen Sensor misst sie ständig den Schallpegel und gibt bei einer Veränderung sofort einen entsprechenden Befehl an die Sägeanlage, die entweder stoppt oder den Vorschub absenkt. Laut Fellner ist seine patentierte Innovation seit mehr als 20 Jahren die erste Neuerung in dieser eher konservativen Branche.

Überwachung spart Kosten

Ein mittleres Sägeblatt hat eine Sägeleistung von 400.000 Festmeter Holz pro Jahr und erzeugt Kosten von etwa 80.000 Euro. Laut der Geschäftsführerin Elisabeth Kofler könne man mit der akustischen Überwachung etwa 50 Prozent der Kosten einsparen. Ein CSM Heartbeat System kommt auf 40.000 Euro. Jährlich werden etwa 20 bis 25 solcher Systeme installiert.

Weitere Materialien im Test

Fellner forscht nun mit den Schneidegütern Metall und Gipskarton: „Hier geht es um das Sägeblatt der Kreissäge, und alles, was damit geschnitten wird, kann auch akustisch erfasst werden.“
Für 2016 peilt die Firma mit fünf Mitarbeitern einen Umsatz von rund 900.000 Euro an. Die Exportquote beträgt 70 Prozent. Beliefert werden Deutschland, Tschechien, Lettland, Litauen und Rumänien. In Schweden und Kanada gibt es bereits eigene Niederlassungen. Da laut Fellner der Markt noch viel Luft nach oben habe, plane man zusätzliche Mitarbeiter und auch Lehrlinge einzustellen. Weiters ist man auf der Suche nach einem größeren Büro im Raum Purkersdorf. [noewpd/hm]

Werbung

Weiterführende Themen

Anbindung eines heterogenen Maschinenparks an vorhandene IT-Strukturen über die neue Plattform "toii".
Aktuelles
07.09.2017

Die selbst entwickelte Plattform „toii“ lässt Maschinen verschiedenster Hersteller und Generationen miteinander kommunizieren.

Neue Prozesse auf Trumpf 2D-Laserschneidmaschinen – 70 Prozent weniger Schneidgas – Doppelter Tafeldurchsatz.
Blechtechnik
13.05.2017

Mit neuen Prozessen setzt Trumpf einen Meilenstein auf dem Weg zu geringeren Teilekosten.

Prozessdaten sind ein Baustein für ein Industrie 4.0 System. Das Proxia Prozessdaten-Modul speichert, verwertet und visualisiert Temperaturen, Drücke oder Geschwindigkeiten.
Metall- und Infotechnik
11.05.2017

Die Prozesse im Blick. In der modernen Produktion bieten neben Maschinen- und Betriebsdaten auch Prozessdaten jede Menge Potential zur Optimierung der Fertigungsabläufe.

Technik
20.04.2017

Der Arbeitsplatz 4.0 soll sich dem Mitarbeiter anpassen, nicht umgekehrt.

Aktuelles
17.03.2017

Auf der Fachmesse Handwerk gab es Auszeichnungen für Pferd und Kellner & Kunz.

Werbung