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AirKey macht das Smartphone zum Schlüssel.

Zwei Welten in einem Schließsystem

14.12.2015

Das Wiener Schließtechnikunternehmen EVVA stellt die Weichen auf Elektronik.

Stefan Ehrlich-Adám: „Am Ende der Kette ist immer die Mechanik.“

Nach der Firmentradition ist EVVA ursprünglich ein Hersteller mechanischer Schließsysteme. Als „Erfindungs-Versuchs-Verwertungs-Anstalt“ integriert das Familienunternehmen aber schon seit 1919 Innovation in die Unternehmenskultur. In der zweiten Jahreshälfte 2014 erfolgte mit den Schließsystemen „Xesar“ und „AirKey“ EVVAs europaweiter Marktstart der eigenen Elektronik-Sparte. Stefan Ehrlich-Adám, CEO der EVVA-Gruppe, zog nun gemeinsam mit den Niederlassungsleitern aus Deutschland und Schweiz die erste Bilanz über ein Jahr Elektroniksysteme in der Schließtechnik.

Laut Ehrlich-Adám war der Marktstart von Xesar und AirKey „ein Meilenstein in der fast 100-jährigen Unternehmensgeschichte.“ Und dennoch: „Die Elektronik ist nichts Neues für uns. Wir sind seit Anfang der 90er Jahre Teil des neuen Wegs elektronischer Schließsysteme gewesen. Teils mit eigener Elektronik, teils mit der Beteiligung an anderen Hersteller-Unternehmen, die heute zu unserem Mitbewerb zählen“, erklärt der EVVA-Chef. Die Motivation in die eigenen Elektronik-Produkte „Xesar“ und „AirKey“ zu investieren kam einerseits aus strategischen Überlegungen, war aber vor allem auch einer Forschungsarbeit des damaligen Werkstudenten und jetzigen technischen AirKey-Produktmanagers Johannes Ullmann zu verdanken.

Innovation schafft Wert

Innovationen wie etwa im Jahr 1937 ein erstes Patent für ein Zylinderhangschloss, oder 1979 der Markt-Launch des praktisch unkopierbaren Magnet-Code-Systems, stärkten EVVAs Wettbewerbsfähigkeit. Aktuell hält das Unternehmen 246 gültige Patente. „In einem Jahr Elektronik-Partnerprogramm konnten wir in Europa bereits mehr als 900 Partner gewinnen“, freut sich Ehrlich-Adám. Das entsprechend den Bedürfnissen und Zielen der Wiederverkäufer entwickelte EVVA-Elektronik-Partnerprogramm beinhaltet die drei Stufen: „Reseller“, „Partner“ und „Certified-Partner“.

Luftschnittstelle

Ein „Schlüssel“ zum angepeilten Wachstum im elektronischen Schließtechnikbereich ist der bereits erwähnte AirKey - eine auf NFC (Near Field Communication) basierende Entwicklung für Smartphones, bei der Zutrittsberechtigungen über Mobilfunk verteilt werden. Knackpunkt wird hier die derzeit etwas schwierige Integration der iPhone/iOS-Technologie sein, weil Apple die NFC-Technik in seinen iPhones vorerst nur für seinen eigenen Bezahldienst verfügbar macht. Als ein möglicher Ausweg soll AirKey demnächst aber auch über Bluetooth bedient werden können.

Mechanik als Fundament

Nicht vergessen werden darf die Mechanik als das starke Fundament der Elektronik. Ein elektronisches System kann nur so gut sein, wie seine mechanische Basis.
Für einige Anwendungsgebiete ist zudem ein mechanisches Schließsystem einfach besser geeignet als ein elektronisches. Das weiß auch EVVA-Chef Ehrlich-Adám: „Die Mechanik hat für Anbieter von Sicherheitstechnik nach wie vor einen unverändert hohen Stellenwert.“ Nicht zuletzt sind 80 Prozent der 900 Schließtechnik-Partner von EVVA „traditionelle“ Firmen mit Fokus auf mechanischen Lösungen. „Am Ende der Kette ist immer die Mechanik“, so Ehrlich-Adám, der mit den elektronischen Schließsystemen langfristig einen Anteil im gesamten Produktportfolio von rund 20 Prozent anstrebt. Die Herausforderung sei, Mechanik und Elektronik sinnvoll zu kombinieren: „Es gilt zu differenzieren welches Objekt mit welcher Technologie sinnvollerweise ausgestattet werden soll“, so Ehrlich-Adám. Vor allem bei großen Unternehmen oder Institutionen sehen sich Entscheider oft mit Problemen wie Schlüsselverlust oder permanenten Änderungen konfrontiert. Organisationen in ständigem Wandel oder Umbau eignen sich bestens für elektronische Schließsysteme und seien stete Wachstumsbereiche.

Ausgeklügelte Systeme

Mit vielen bereits auf dem Markt befindlichen mechanischen Systemen wurden internationale Standards gesetzt. So ist EVVA mit dem mechanischen Servicezylinder TAF (Temporary Access Function) im System ICS (Innen-Codiert-System) dem Markt einen Schritt voraus. Herkömmliche mechanische Schließzylinder regeln „wer“, „wo“ sperrberechtigt ist. Der TAF-Zylinder ergänzt um das „Wann“. So können Eigenschlüsselbesitzer mit dem TAF-Zylinder ihre Haushaltshilfe, ihren Hundesitter oder den Servicetechniker des Hauses exklusiv zutrittsberechtigen und das, wann immer und wie lange er will. „Mit dieser Entwicklung ist EVVA speziellen Marktanforderungen nachgekommen, die ansonsten nur von elektronischen Systemen gelöst werden können.“

Der Trend zeigt aber immer mehr in Richtung Kombination von mechanischen und elektronischen Schließsystemen. Weil rein mechanische Schließsysteme oft nicht mehr die veränderten Anforderungen an die Gebäudenutzung erfüllen, ist die Lösung ist immer öfter eine individuell an den Kundenwunsch angepasste Kombination.

Deutschland-Geschäftsführer Ralf Reiners berichtet hier von zahlreichen Elektronik-Referenz-Projekten mit Xesar und AirKey, etwa dem Olympiapark Berlin, dem Flughafen München mit dem Terminal 2, der Semperoper in Dresden, dem Düsseldorfer Hauptbahnhof oder der Autostadt Wolfsburg. [red/gr]

 

EVVA im Wandel der Zeit

1919 wurde EVVA von drei Ingenieuren als Erfindungs-Versuchs-Verwertungs-Anstalt in Wien gegründet.
Im Jahr 1937 erhält EVVA für ein Zylinderhangschloss das erste Patent, der Weg in Richtung Sicherheitstechnik ist geebnet.
Ab Ende der 1970er Jahre wurden Export und internationale Positionierung des Unternehmens forciert. Seit 1999 leitet Mag. Stefan Ehrlich-Adám das Familienunternehmen in dritter Generation.
2015 ist die EVVA Gruppe mit einem Headquarter in Wien und neun Niederlassungen in Europa vertreten und liefert über sein Distributoren-Netzwerk weltweit in mehr als 50 Länder.
In Europa beschäftigt EVVA rund 730 Mitarbeiter, davon 460 in der Zentrale in Wien.

Autor/in:
Redaktion Metall
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