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Ein energetisches Multitalent

19.10.2011

Als erstes „Passivhaus“-Hallenbad ­Europas wird das Sport-, Freizeit- und Familienbad Bambados mit seiner Sauna- und Wellnesslandschaft Ende des Jahres in Bamberg in Betrieb gehen.

Die Stadtwerke Bamberg setzen als Bauherr mit Bambados Maßstäbe, was nachhaltiges und klimaverträgliches Bauen im Bereich der öffentlichen Schwimmbäder anbelangt: 65 Prozent der benötigten Energie stammen aus nachwachsenden Rohstoffen der Region. Und was die besonders hohe Energieeffizienz anbelangt, hat man in Zusammenarbeit mit verschiedenen Instituten bei zahlreichen Neuentwicklungen sogar Pionierarbeit geleistet. Aber das neue Passivhaus-zertifizierte Vorzeigebad kennzeichnen neben dem Schwerpunkt „Ökologie“ auch zwei weitere Planungsgrundlagen: Sportlichkeit und Familienfreundlichkeit.


Bürgernah geplant
Mehr Akzeptanz bei der Umsetzung dieses kommunalen Projektes erzielte man nicht zuletzt  durch die Entscheidung zur Bürgerbeteiligung. Im Zuge der Planungsphase organisierte man  einen eigens eingerichteten runden Tisch, an dem reger Austausch mit dem Förderverein Erlebnis- und Sporthallenbad Bamberg e. V gepflegt wurde. Auch die Anforderungen und Wünsche der Nutzergruppen vor Planungsbeginn erwiesen sich letztlich als äußerst hilfreich, denn die Benutzer des Bades hatten die Möglichkeit, ihre Anregungen im Rahmen einer öffentlichen Sitzung des Aufsichtsrats vorzubringen. Und letztlich waren diese Veränderungsvorschläge auch Anlass zur Errichtung eines Neubaus anstelle der zuerst angedachten Modernisierung. Nach dieser erfolgreich verlaufenden Integration des Nutzers möchte man den Kundendialog jedenfalls auch nach der Eröffnung des Bades weiter fortführen.

Passivhaus-Standard
Besonderes Augenmerk gilt dem erstmals für ein europäisches Hallenbad zur Anwendung gelangten Passivhaus-Standard. Das im Bambados eingesetzte ökologische Konzept – entstanden in Zusammenarbeit mit dem Passivhaus-Institut Darmstadt – soll etwaige Energieverluste minimieren und den Energiebedarf reduzieren. Und viele Maßnahmen werden in dieser Form hier zum ersten Mal umgesetzt.

Der Wärmebedarf konnte um insgesamt etwa 50 Prozent (gegenüber der Energieeinsparverordnung von 2007 minus 30 Prozent) reduziert werden, Wärmeverluste sogar um etwa 75 Prozent. Zirka 65 Prozent der benötigten Energie (Strom und Wärme) werden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen, der CO2-Ausstoß wurde um 80 Prozent verringert.

Um den Passivhaus-Standard zu entsprechen, wurden Hüllfläche und Fassade optimiert, Wärmeschutz und Dichtigkeit erhöht, die Großwasserrutschen in den Innenbereich und Beckenabdeckungen in den Außenbereich verlegt, Sonnenschutz an der Südseite angebracht, die Wasserverdunstung aus den Becken (Konzept der „Bamberger Rinne“, Wasserabsenkung in der Nacht) verlegt und damit ein reduzierter Energiebedarf für die Lüftung erzielt. Weiters errichtete man ein Blockheizkraftwerk mit Holzvergasung. Die Wärmerückgewinnung erfolgt aus raumlufttechnischen Anlagen sowie aus Bade- und Duschwasser, die relative Luftfeuchte in den Schwimmhallen wurde angehoben, Ultrafiltration für Badewasseraufbereitung eingesetzt. Und schließlich wurde eine Fotovoltaik-Anlage errichtet, ebenso wie man sich für eine energieoptimierte Beleuchtung entschied.


Der Umwelt zuliebe
Die nötige Energieerzeugung erfolgt in Bambados über Holzvergasung. Im biomassebetriebenen BHKW kommt Holz aus extensivem Anbau schnell wachsender Balsampappeln in stadtwerkeeigenen Wasserschutzgebieten zum Einsatz – eine Maßnahme zur Verbesserung des Grundwasserschutzes, da die Pappeln die Erosion verringern und die weitgehende Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern ermöglichen. Zur Überwindung von Spitzenlasten dienen drei Erdgas-Brennwertkessel und eine Fotovoltaikanlage.

Im Anschluss an die geplante Eröffnung im November wird Schwimmbad & Therme noch ausführlich über Bambados berichten.

Autor/in:
Redaktion Schwimmbad + Therme
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