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rei stehende Badewannen, extra angefertigte Waschtische, Armaturen in Form von Astgabeln  machen die Bäder zu einem exklusiven Rückzugsort.Jedem Chalet seine Sauna: Eine zentrale Rolle spielt Altholz – und wird in unterschiedlicher Weise interpretiert.Panoramablick aus dem Schlafzimmer.Alle haben einen anderen Vogel.Überraschende Details, natürliche Materialien und die Rundum-Aussicht prägen die Vogelhäuser de luxe.Der alte Küchenherd – neu interpretiert.

Urlauben im Vogelhaus

11.12.2014

Kleine zugige Unterkünfte darf man sich unter diesen Vogelhäuschen nicht vorstellen. Die in der Steiermark neuerrichteten Chalets bieten jeden ­Ausstattungsluxus und ein besonderes Wohnerlebnis im Einklang mit der Natur.

 

Auf dem steirischen Pogusch stehen seit Juni entlang eines Bergkamms nördlich des bestehenden Wirtshauses Steirereck vier freischwebende Berghütten. Vier in der Region heimische Vögel – Specht, Uhu, Gimpel und Kuckuck – sind die Namensgeber dieser Vogelhäuser, die mit der gängigen Vorstellung von einer solchen Behausung allerdings nichts gemein haben. 

Natürlichkeit als Credo

Die alpinen Hütten wurden – um die Topografie auszugleichen – auf Stelzen errichtet. Die Tragstruktur besteht aus einem auf Punktfundamenten gelagerten Stahlbau, die tragenden Wände sind in Holzriegelbauweise ausgeführt. „Der Einsatz natürlicher Materialien ist das oberste Credo. Hier sind sowohl die Ansprüche der Bauherrenfamilie als auch unsere als Planer sehr hoch“, erklärt Architektin und Projektleiterin Marleen Viereck. 
Man einigte sich auf wenige, hochwertige Werkstoffe, die den Chalets ihren besonderen Stil geben. Zum Einsatz kommen unbehandeltes Lärchenholz (außen) und Altholz – davon wurden insgesamt 450 Quadratmeter verbaut –, Glas, Stein und Schwarzstahl sowie Leder als weiches Material. Die Flachdächer sind begrünt, große überdachte Außenbereiche ermöglichen eine wettergeschützte Nutzung der Zugänge und Terrassen zu jeder Jahreszeit. 

Aussicht ohne Ende

Durch den charakteristischen Grundriss hat der Gast einen Ausblick in alle Richtungen. Trotz aller Transparenz wird die Intimsphäre gewahrt. Zum einen besteht ein natürlicher Sichtschutz durch den Baumbestand. Für diejenigen, die sich dennoch wie in einer Auslage fühlen, gibt es einen elektronischen Sichtschutz in der Form eines Textilgewebes. Dieser ist bis zu einer Höhe von 1,70 Meter blickdicht, darüber ist er transparent. „Der Ausblick zum Himmel ist also immer gegeben“, so Viereck.
Betritt man die Vogelnester, gelangt man zuerst in einen Vorraum, von diesem aus geht es in das separate WC oder in den allgemeinen Verteilerbereich, der in die anderen Räumlichkeiten führt. In dem offenen Wohnraum mit ausziehbarer Couch gibt es einen Stubenbereich mit kleiner Küchenzeile und einen Tischherd mit Sichtfenster, der auch zum Einheizen dient. Das Schlafzimmer kann mittels Schiebetüre abgetrennt werden und verfügt zusätzlich über einen weiteren Zugang zum Badezimmer. Von diesem aus gelangt man in die finnische Sauna und zur Toilette. 

Extravaganz im Bad

Auch das Bad spielt in Sachen extravaganter Ausstattung alle Stückeln. Die Badewannen sind immer freistehend, für jedes Haus wählte man ein anderes Modell. Die aus Schwarzstahl extra angefertigten Waschtische beherbergen schwarze Waschbecken, die laut Marleen Viereck „gar nicht leicht zu finden waren“. Aber ein klassisches weißes Becken hätte einen zu starken Kontrast dargestellt, „das hätte uns im Auge wehgetan“. Die Armaturen passen im Design perfekt zum gestalterischen Thema Natur, sie erinnern an einen Ast. Auch bei den Duscharmaturen bietet man den Gästen in zwei Häusern Besonderes: Sie gleichen einem Vogelkäfig und sind sozusagen als Spezialeffekt in der Mitte mit einer Leuchte ausgestattet. 
Der Muschelkalkboden in Bad und Sauna ist quasi ein internes Recyclingprojekt: Er wurde auf der Baustelle im Wiener Steirer-eck ausgebaut und in der Steiermark wiederverwendet. Die Toiletten – ausgestattet mit einem Dusch-WC – sind mit zwei Türen versehen und wie erwähnt sowohl vom Windfang als auch vom Schlafzimmer aus begehbar. Auch hier gibt es ein „Goodie“ der besonderen Art: Erhebt sich ein Gast des Nächtens, um die Toilette aufzusuchen, wird mittels Bewegungsmelder ein Weglicht aktiviert, das den schlafenden Partner nicht stört und auch automatisch wieder ausgeht. 

Abkühlung auf der Terrasse

Die Sauna, die es in jedem Haus gibt, ist als finnische Sauna konzipiert, die Temperatur ist zwischen 50 und 90 Grad regelbar. Altholz ist auch hier allgegenwärtig, wobei das Material in unterschiedlicher Weise interpretiert wird: An der Decke wird es vertikal angebracht, wodurch eine würfelige Optik entsteht. An den Wänden kommen die Bretter dreidimensional zum Einsatz, in den übrigen Wohnräumen als einfache Holzverschalungen. Direkt von der Sauna gibt es einen Ausgang zur Terrasse, dort wartet zum Abkühlen eine Außendusche. Diese ist allerdings nur im Sommer in Betrieb, im Winter erfüllt der Schnee die Kühlfunktion. 

Alle haben einen Vogel 

Das Thema Vogel ist in vielerlei Hinsicht ein bestimmendes und bezieht sich nicht nur auf die Namensgebung. Die übrigens im Zuge des Projekts als gemeinsame Idee von Bauherren und Planern entstanden ist. So ist die Farbgebung in Sachen Interieur jeweils auf das Gefieder des jeweils „Zuständigen“ abgestimmt. Wird die Zimmerkarte eingesteckt, ertönt kurz der für Specht, Kuckuck und Co typische Ruf. Eine weitere Hommage an die Vogelwelt: Stehleuchten im Wohnbereich, geschmückt mit echten (Hühner-)Federn, und ein ausgestopfter Vogel an der Wand. In den Häusern gibt es eben viele originelle Elemente, die den Gast überraschen. Durch die Einbettung in einen sehr modernen Rahmen wirken sie auch nicht zu kitschig. 

Die Zeit und das Wetter

Eine der größten Herausforderungen bei dem Projekt war der knappe Umsetzungszeitraum. Planungsbeginn war im Februar 2013, Baubeginn im Oktober desselben Jahres, die Fertigstellung sollte zum Spielberger Grand Prix Mitte Juni 2014 erfolgen. Der milde Winter kam den Planern bei diesem Projekt sehr entgegen. „Wäre es nicht so gewesen, hätten wir wohl ein Problem gehabt. Immerhin sprechen wir von einer Baustelle auf über tausend Metern Seehöhe“, sagt Marleen Viereck. Trotz dieses Wetterglücks kam die Natur den Menschen in Sachen Zeitplanung doch einmal massiv in die Quere, nämlich im Februar 2014 in Form eines starken Sturms. Dieser führte zu großem Windbruch, der wiederum Rodungen und eine komplette Wiederherstellung der Außenanlage inklusive Aufforstung notwendig machte. Und noch eine Schwierigkeit galt es zu überwinden: Die Sicherstellung einer ressourcenschonenden und umweltfreundlichen Wasser- und Energieversorgung in dem nichterschlossenen Gebiet. Die Lösung des Problems: Die Wärmeversorgung erfolgt über einzelne Wärmepumpen mit 
Tiefenbohrungen von je 160 Metern. Die restlichen Anschlüsse wurden mit dem Haupthaus verbunden.


Projektdaten

Projekt Errichtung von vier Chalets – Vogelhäuser De Luxe, Wirtshaus Steirereck Pogusch, 8625 Turnau
Bauherr Margarethe und Heinz Reitbauer
Bauzeit Oktober 2013 bis Juni 2014
Planung, Architektur, Bauleitung Viereck Architekten, Kindberg/Graz
HSL- und Elektroplanung Technisches Büro Hammer, Seiersberg
HSL-Installationen Peter Schöggl, St. Marein
Sauna Deisl Josef, 8940 Liezen
Großhandel Sanitärausstattung Odörfer 
Badewannen Sign Origine, Aquamass Stone One
Waschbecken Alape (Dornbracht)
Duschen Axor, Hansgrohe
Armaturen Axor, ­Hansgrohe Philippe Starck Faucet 
WCs Geberit

Autor/in:
Gudrun Haigermoser
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