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Zahl der Thermenbesucher stagniert

07.02.2017

Zwar wuchs die Anzahl der Eintritte im Jahr 2016 wieder moderat um +0,8% gegenüber dem Vorjahr, trotzdem lag man knapp unter dem Niveau des Jahres 2014, zeigen aktuelle Daten im "Branchenradar Thermen in Österreich 2017".

Die heimischen Thermen und Solebäder verzeichneten im letzten Jahr insgesamt rund 9,3 Millionen Eintritte. Das sind zwar um 0,8 Prozent mehr als im Jahr davor, die Delle aus 2015 konnte man allerdings nicht zur Gänze „ausklopfen“. Immerhin hat man aber wieder das Niveau von 2014 erreicht.

Anteil der Tagesgäste sank auf 62 Prozent
Nichtsdestotrotz stehen die Thermen auf dem Prüfstand, denn die Auslastung schrumpft. Der Anteil der Tagesgäste sank im Jahr 2016 um nahezu zwei Prozentpunkte auf nunmehr knapp 62 Prozent. Das bedeutet mehr als 3,5 Millionen Eintritte entsprachen nicht dem klassischen ganztägigen Thermenaufenthalt, sondern waren lediglich stundenweise Besuche. An einigen Standorten lag der Anteil der Tagesgäste gar nur mehr bei rund einem Drittel der gesamten Eintritte. Und das aus gutem Grund, im bundesweiten Durchschnitt kam die Hälfte aller Besucher einer Therme aus derem direkten Einzugsgebiet. Und mancherorts wurde zudem versucht, mit speziellen Angeboten für Kurzzeitgäste, wie etwa Pensionisten-Schwimmen oder After-Work-Besuchen der Erosion bei Tagesgästen entgegen zu steuern.

Dass Tagesgäste den Thermen mehr und mehr abhanden kommen, ist im Wesentlichen auf die wachsende Konkurrenz durch große Erlebnis-Hallenbäder und Wellness-Resorts zurückzuführen. So ist etwa in Tirol für Familien die Wörgler Wasserwelt eine attraktive Alternative und für Wellness-Gäste in der Steiermark das Asia Spa in Leoben. Wobei letzteres auch für Familien ein attraktives Angebot bietet und die Wörgler Wasserwelt mit der angebundenen Isola Sola ein Starksolebad hat, das keinen Vergleich mit der Saunalandschaft vieler klassischer Thermen zu scheuen braucht. Die Anzahl der Eintritte in thermenähnlichen Bädern liegt bundesweit mittlerweile bei knapp einer Million. Dazu kommen noch die Gäste in den zahlreichen Wellness-Hotels.

Back to the roots
In den letzten Jahren verschwammen die Grenzen zwischen klassischen Thermen und thermenähnlichen Bädern mehr und mehr. Die Thermalquelle, früher das entscheidende Asset einer Therme, ist quasi zu einem Randthema geworden. Den Weg dazu haben die Thermen selbst geebnet. Denn auf der Suche nach neuen Zielgruppen und einem moderneren Image haben sich in den letzten zwanzig Jahren allerorts Thermen mit Gesundheits-Touch in Erlebnisbäder gewandelt, inklusive Kinderbecken und Wasserrutschen. Nun ist gegen eine Neuausrichtung grundsätzlich nichts einzuwenden, wenn diese selektiv erfolgt und jede Therme ihren eigenen Fokus findet. Doch im Prinzip ist heute eine Therme wie die andere, und Erlebnis-Hallenbäder wie jede Therme. Thermen mit einer ganz speziellen Positionierung, einem besonderen Flair sind rar. Vor allem haben die Thermen in der Kommunikation bis auf wenige Ausnahmen ihren natürlichen „USP“ aufgegeben, die Thermalquelle und die damit direkt zusammenhängenden Annehmlichkeiten und gesundheitsfördernden Wirkungen.

Möglicherweise ist es da und dort deshalb wieder Zeit für eine strategische Neuausrichtung. Diesmal unter dem Motto „Back to the roots“. Wenn ein solches Konzept mit einem überregionalen, ja vielleicht sogar internationalen Ansatz der Gästeaufbringung verbunden wird, könnte es ganz schön erfolgreich werden.

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