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Akku-Handkreissägen: mobil und flexibel

28.08.2020

Kabelloses Arbeiten mit Akku-Werkzeugen liegt im Trend – das gilt auch für Akku-Handkreissägen. Hier erfahren Sie, welche Faktoren es bei der Wahl der passenden Maschine zu beachten gibt.

Bei der Akku-Technologie für handgeführte Holzbearbeitungsmaschinen hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Sanftanlauf, Drehzahlanpassung und eine digital programmierbare Steuerung haben die Akkutechnologie vorangebracht. Das gilt auch für Akku-Handkreissägen. Es gibt Anwendungen, die sich mobil und ganz ohne Netzkabel einfach und schnell umsetzten lassen. Jedoch ist es ähnlich wie bei den kabelgebundenen Maschinen: Das Angebot an Zubehör ist mitentscheidend. Daher hat sich das Tischler Journal den Akku-Handkreissägenmarkt einmal angesehen und nützliche Features zur Entscheidungsfindung zusammengetragen. Dafür haben wir das Angebot der Hersteller Bosch, Festool, Hikoki, Mafell, Makita und Metabo genauer betrachtet.

Eines vorweg: Es ist unmöglich, eine Akku-Handkreissäge mit ihren kabelgebundenen Geschwistern zu vergleichen. Diese Aussage behält auch dann ihre Gültigkeit, wenn die nächsten Geräte-Generationen sowohl über Akku als auch per Netzadapter über ein Kabel mit Energie versorgt werden können. Einige Hersteller bieten solche Systeme bereits für Akkukappsägen als Akku-Netz-Varianten an. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die ersten Systeme dieser Art für Handkreissägen verfügbar sind. Dies könnte die letzten Akku-Skeptiker umstimmen und den gesamten Handmaschinenmarkt in Richtung Akku-Technik verschieben.

Akkus arbeiten anders

Trotzdem gilt: Ein vollkommen anderer, speziell auf die Akkuleistung abgestimmter Motor leistet bei diesen Maschinen die Arbeit. Dazu kommt eine entsprechende Kühlung des Akkus während der Energieabgabe. Häufig kommt in einer Akku-Handkreissäge außerdem ein dünneres Sägeblatt zur Anwendung, um so Energie zu sparen. Um eine geringere Schnittbreite zu erreichen, musste nicht nur die Breite des Schneidstoffes verändert, sondern auch der Grundkörper des Sägeblattes angepasst werden. Zwar sind sich beide Maschinentypen sehr ähnlich und meistern dieselben Aufgaben, doch sind Akku- und kabelgebundene Handkreissägen vom Grundsatz her unterschiedliche Maschinen.

Fast alle hier betrachteten Maschinen stammen aus der 18-Volt-Klasse. Eine Ausnahme bilden die von Makita neu vorgestellte XGT-Serie mit 40 Volt und das 36-Volt-Akku-System von Hikoki. Letzteres ist laut Hersteller mit den 18-Volt-Maschinen kompatibel, allerdings bieten die Akkus der 36-Volt-Klasse ohne größere Volumen- oder Gewichtszunahme deutlich mehr Power. Einige Anbieter werben mit dem Brutto- andere wiederum mit dem Nettowert der Spannung. Sogenannte Multi-Volt-Akkusysteme werden auch von anderen Herstellern angeboten.       

Ein Akku, viele Produkte

Die Produktmarke samt verwendetem Akku-Pack gilt für viele Betriebe als wichtiger Entscheidungsgrund. Ebenso welche Akkus im Unternehmen bereits zum Einsatz kommen. Gibt es Erfahrungen mit diesem oder jenem Anbieter, oder laufen bereits Maschinen mit denselben Akku-Packs? Hier ist es sinnvoll, in bereits vorhandene Systeme zu investieren. Es gibt auch spezielle Angebote von Herstellern, die die Maschinen ohne Zubehör wie Ladegerät oder Akku anbieten. Ein weiteres Akku-System anzuschaffen, würde oft ein Mehr an Platz- und Transportkapazität gerade bei Fahrten mit Material und Werkzeug auf die Baustelle bedeuten. Mittlerweile hat etwa Bosch sein Akku-System für weitere Anbieter geöffnet. Ein Vorreiter auf diesem Gebiet ist jedoch der CAS-Verbund. Verschiedenste Hersteller haben sich dabei auf ein Akku-System festgelegt, dass untereinander kompatibel ist. Hier sind neben einer Vielzahl von Herstellern auch die in Sachen Akku-Handkreissägen involvierten Anbieter Metabo und Mafell aktiv. Mit deren Akkus können auch die Maschinen des jeweils anderen Anbieters mit Energie versorgt werden. 

Nutzungsdauer und Ladezeit

Die Nutzungsdauer der Akku-Ladung und die Ladezeit der Akkus sind weitere wichtige Aspekte. Für eine lange Nutzungsdauer ist eine entsprechende Kapazität wichtig. Zwar soll die Maschine kraftvoll arbeiten, aber auch die Akku-Ladung sollte nicht allzu schnell abnehmen. Beim Laden ist Geschwindigkeit gefragt, damit keine unnötigen Wartezeiten entstehen. Hikoki ist einer der Hersteller, der mit seinem Schnell-Ladegerät UC18YSL3 und einer Ladezeit von 32 Minuten laut eigenen Angaben kurze Ladezeiten verspricht. Man spricht in diesem Zusammenhang von bis zu 1500 Ladezyklen, ohne dass mit Leistungseinbußen zu rechnen ist. Laut Makita benötigt die neue XTG-Akku-Serie Ladezeiten von 28 bzw. 45 Minuten, je nach Akku-Kapazität. Jedoch bedeuten neue Akku-Konzepte oft auch neue Maschinen. Hier muss man abwägen, inwieweit die neuen Akku-Systeme aufwärts, für zukünftige Maschinen, bzw. abwärts, für ältere Modelle, kompatibel sind.             

Weniger Gewicht=leichtere Handhabung

Auch das Gewicht der Akku-Packs wirkt sich auf die Handhabung der Maschinen aus. Sind es auch nur wenige Gramm an Gewichtsreduzierung, so erleichtert dies die Anwendung über den Arbeitstag gesehen – ganz egal, ob Sie mit der Maschine in der Werkstatt oder auf der Baustelle unterwegs sind. Der Hersteller Festool verspricht etwa, dass seine Akkus bei gleicher Leistung circa 20 Prozent leichter und etwa 50 Prozent kompakter als ein herkömmlicher 5,2-Ah-Standard-Akkupack sind.
Akkus mit Bluetooth-Sender schalten bedarfsgerecht den Sauger ein und wieder aus. Der Akku-Pack übernimmt, wie wir es von kabelgebundenen Maschinen kennen, die Einschaltautomatik des Saugers. Jedoch sollte das Absaugmobil Bluetooth-kompatibel sein bzw. über einen entsprechenden Baustein verfügen. Hier sind derzeit die Hersteller Makita und Festool aktiv. Vor dem ersten Einsatz müssen die jeweiligen Bluetooth-Signale der Akkus mit dem Sauger abgeglichen bzw. abgespeichert werden. 

­Absaugung mit Einschränkungen

Gerade in der Absaugung liegt übrigens ein Nachteil der Akku-Handkreissägen. Immer dann, wenn der Staubsaugerschlauch mit der Maschine verbunden wird, verliert die Akku-Handkreissäge ihren großen Vorteil: Flexibilität und Netzunabhängigkeit werden stark eingeschränkt. Zwar sind auch Akku-Sauger erhältlich, doch werden diese derzeit leider nur bis zur Staubklasse L angeboten. Wenn zum Beispiel ein Passschnitt in einem bewohnten Dachgeschoß ausgeführt werden soll, muss man zusätzlich zur Säge einen Sauger mitnehmen. Hier wäre es, bei zukünftigen Geräte-Generationen, wünschenswert, wenn die Maschinen über eine integrierte Staubabsaugung, ähnlich wie für Bohr- und Kombihämmer erhältlich, verfügten. Auch eine Filterpatrone, die bei einem Akku-Tausch ausgesaugt wird, wäre eine Möglichkeit, dieses Problem ohne den Anschluss eines Staubsaugers in den Griff zu bekommen.     

Wichtiges Zubehör: Führungsschiene & Co. 

Mit Führungsschiene oder ohne? Natürlich ist einer der wichtigsten Aspekte das Anwendungsgebiet für die Akku-Handkreissäge. Freihändiges Sägen ist auch mobil nicht wirklich präzise. Zwar bieten einige Hersteller ein intelligentes LED-Licht zur Erleichterung der exakten Freihandführung an. Die Hersteller Makita, Mafell und Hikoki beispielsweise haben ihre Sägen bzw. einige ihrer Modelle mit einem LED-Arbeitslicht ausgerüstet. Auch mitgeliefertes Zubehör, wie ein Paralellanschlag, kann die Arbeit erleichtern, aber richtig präzise wird es, wenn man die Akku-Handkreissäge zusammen mit einer Führungsschiene einsetzt. Auch hier wird man zwangsläufig nach den im Betrieb oder im Montagefahrzeug vorhandenen Systemen schauen und sich daran orientieren. Für den Einsatz auf einer Führungsschiene vorgesehen sind die Akku-Handkreissäge von Metabo, Bosch, Makita, Mafell und Festool. 

Kappschienen-Säge und Tauchsäge 

Auch als Kappschienen-Sägen sind Akku-Handkreissägen erhältlich. Diese ermöglichen es, präzise im Winkel abzulängen, egal ob bei der Terrassendiele oder der Holzfassade. Auch hier sind Akku-Varianten der bekannten kabelgebundenen Systeme erhältlich. Mafell startet in diesem Segment mit der KSS60, Festool mit der HKC55. Natürlich passen beide Maschinen zusätzlich auch auf die Führungsschienen des jeweiligen Herstellers. Dies macht diese Maschinentypen erst richtig flexibel. 

Wenn es eine Königsdisziplin im Handkreissägensektor gibt, dann ist es die Tauchsäge. Kaum ein anderes Modell muss einen so hohen Anspruch an die Schnittqualität meistern. Hier werden perfekte, präzise und saubere Schnittergebnisse erwartet. Entsprechende Maschinen werden von Festool mit der TSC55, von Mafell mit der MT55 und von Makita die DSP 600 ZJ angeboten. Selbst Spezialanwendungen können mit Akku-Handkreissägen abgedeckt werden. Mit der Bosch GKM 18V, der Makita DSC 553 RTJ und der Metabo MKS 18 LXT 58 können beispielsweise Metallprofile wie Kasten- und Ständerprofile für den Trockenbau funkenfrei präzise gesägt werden. Ein spezielles Sägeblatt mit einer darauf abgestimmten Drehzahl ermöglicht diese auf dem Handkreissägenmarkt nicht alltäg­liche Anwendung. 

Für viele Akku-Handkreissägen sind je nach Anwendung unterschiedliche Sägeblätter sowie spezielle Produkte für verschiedenste Baustoffe erhältlich. Auch hier ist es hilfreich vor einem Kauf abzuklären, auf welcher Maschine welches Sägeblatt für welchen Zweck eingesetzt werden kann. 

Fazit

Mit einer Akku-Handkreissäge hat man einen flexiblen Begleiter für viele alltägliche Aufgaben im Gepäck. Kabelloses Arbeiten ist in vielen Arbeitssituationen eine immense Erleichterung. Auch beim Zuschnitt von Material – egal ob auf der Baustelle oder in der Werkstatt – ist kabelloses Abschneiden sehr flexibel und hilfreich. Einschränkungen gibt es für Akku-Handkreissägen allerdings in Sachen effektiver und dauerhafter Staubabsaugung. Daher sollte jeder für seinen Betrieb genau abwägen, ob und für welches System er sich entscheidet. Hier wird die Zukunft zeigen, inwieweit es gelingt, eine Absaugung zu integrieren, die ein dauerhaftes staubfreies Arbeiten möglich macht. Ebenso wäre es zukünftig wünschenswert, mit einer Akku-Handkreissäge mit der Möglichkeit einer zusätzlichen Energieversorgung über einen Netzadapter zu arbeiten.  

Autor/in:
Stefan Böning
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