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Akkuschrauber: So finden Sie das passende Modell

04.11.2020

Bei der Wahl eines Akkuschraubers spielt nicht nur die Art der Nutzung eine Rolle – auch Größe, Leistung, Akkusystem und Zubehör sind wichtige Faktoren.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Akkuschrauber? Groß, schwer, mit Zahnkranzbohrfutter, einem Bohrfutterschlüssel, der irgendwie immer verschwunden war und einer kurzen Akkulaufzeit. Die Drehzahl konnte man maximal über zwei Gänge verstellen. Es gab weder einen sanften Motoran- noch -auslauf. Oft dauerte das Aufladen so lange, dass der Wechselakku noch nicht voll war, wenn die Energie des Schraubers zur Neige ging. Aktuelle Geräte bieten hier eine echte Erleichterung und erlauben mobiles und flexibles Bohren und Schrauben. Dabei hat sich nicht nur die Technik im Lauf der Jahre weiterentwickelt. Auch die Einsatzmöglichkeiten in der Montage und im Innenausbau haben sich verändert. Vieles ist gerade für uns Tischler durch den mobilen Helfer viel einfacher geworden. 

Kompakt und handlich oder groß und kräftig?

Die Nutzung entscheidet über die Wahl des Produkts – diese Aussage trifft besonders für den Akkuschrauber zu. In Sachen Größe, Gewicht, Leistung und Zubehör sind ganz unterschiedliche Schrauber erhältlich, die auf die verschiedenen Ansprüche der Anwender ausgelegt sind. So ist ein kompakter, handlicher Schrauber für den Möbelbau oder Anschlagsarbeiten viel besser geeignet als jener mit viel Kraft, der bei der Montage von Fenstern und Türen zum Einsatz kommt. Ein größerer Schrauber ist nicht nur schwerer, er benötigt naturgemäß oft deutlich mehr Platz bei der Anwendung. Das kann in gewissen Situationen zum Problem werden. 

Ist Ihre Firma vielseitig und meistern Sie ein breites Spektrum an Tischlerarbeiten, dann sollte der Akkuschrauber dieses ebenfalls bewältigen können. Umfangreiches Zubehör erlaubt neben einem weit gefächerten Maschinenspektrum, das von kompakt und handlich bis zu den Funktionen einer Schlagbohrmaschine reicht, eine vielseitige Schrauber-Nutzung. Ein zu schwach ausgelegter Akkuschrauber kann hier schnell an seine Grenzen stoßen. Jedoch gilt es zu bedenken, dass damit auch zusätzliches Gewicht auf die Baustelle transportiert werden muss.  

Bei Tätigkeiten wie der Montage von Bauelementen sind kräftige Akkuschrauber gefragt. Häufige Akku-Wechsel und ein nicht ausreichendes Drehmoment, das zusätzlich den Einsatz einer kabelgebundenen Maschine oder Ähnlichem erfordert, sind dabei nicht wirtschaftlich. Allein der Auf- und Abbau einer Stromversorgung für ein Bauelement und das erforderliche Umziehen zum nächsten Montageort können die Arbeitskraft eines Mitarbeiters an einem Montagetag zu einem Großteil binden.  

Das passende Akkusystem

Ein Akkusystem für alle Maschinen – das lässt sich nicht so einfach auf den Akkuschrauber übertragen. Jeder Tischler ist individuell ausgerüstet und hat oft weitere Akkugeräte im Einsatz. Jedoch haben Maschinen wie Handkreissäge, Stichsäge, Bohrhammer, Winkelschleifer oder Oszillierer einen höheren Energiebedarf als ein Akkuschrauber für die Möbelmontage. Was auf der Baustelle mit einem kraftvollen Schrauber problemlos möglich und vorteilhaft ist, kann man nicht auf das Leichtgewicht im Hosentaschenformat übertragen. 

Ist das Montagefahrzeug mit mehreren Akkumaschinen bestückt, lohnt sich die Investition in ein und dasselbe Akkusystem. Hier gilt es genau abzuwägen, welche Eigenschaften im späteren Einsatz sinnvoll sind. Leichtere Wechselakkus mit einer geringeren Kapazität reduzieren das Gewicht und können oft mit denselben Ladegeräten aufgeladen werden. Bei Montagearbeitsplätzen, bei denen der Schrauber zwischen den einzelnen Arbeitsschritten abgestellt wird, kann das Aufladen via Induktion den Akkutausch überflüssig machen. Hier kann je nach Anwendung mit einem kleineren Akku, der in der Schraubpause auf einer Ladeschale aufgeladen wird, ohne Akkuwechsel gearbeitet werden. Das „Wireless Charging“-Ladesystem von Bosch beispielsweise ist auch für Montagefahrzeuge erhältlich. Monteure, die ihren Einsatzort häufig wechseln, können während der Fahrt Energie für ihre Akkus auftanken. So kann man mit der Arbeit ohne Wartezeit beginnen.

Nützliche Hilfsmittel

Arbeiten Sie oft auf Leitern? Dann kennen Sie das Problem: Eigentlich werden die Hände zum Festhalten benötigt. Ablageflächen sind so gut wie keine vorhanden und wenn, steht der Schrauber da sicher? Ein kleiner Stoß reicht aus, um das Gerät in ein unkontrollierbares Geschoss zu verwandeln. Ein Gürtelclip sorgt für freie Hände auf der Leiter und bietet sicheren Halt für den Schrauber. 

Wo findet man den plötzlich benötigten Wechselbit? Für den kürzesten Weg und einen schnellen Bit-Wechsel am bestem am Schrauber. Hierfür sind einige Schraubermodelle mit einer sogenannten Bit-Garage erhältlich. So ist der Wechselbit immer griffbereit und muss nicht umständlich gesucht werden.

Eine Akku-Kapazitätsanzeige bietet die Möglichkeit, vor der Arbeitsaufnahme zu kontrollieren, wie der aktuelle Ladezustand des Akkus ist. Lohnt es sich noch, das Gerüst, die Arbeitsbühne oder den dritten Stock mit diesem Akku zu besteigen, oder ist eine Ladung nötig? Hier ist so eine Anzeige sinnvoll, um zusätzliche Wege vom Montageort zum Ladegerät zu vermeiden.

Auch das mittlerweile fast an allen Geräten verbaute LED Arbeitslicht bringt enorme Vorteile. Beim Ansetzten des Schraubers, bei schlechten Lichtverhältnissen und bei Arbeiten in Möbeln, ist das Arbeitslicht für professionelle Tischler und Schreiner unverzichtbar.

Besitzt man eine sehr kraftvolle Schraubervariante, ist ein zusätzlicher Handgriff, der individuell ausgerichtet werden kann, von Vorteil. Gerade bei Arbeiten mit einem hohen Kraftaufwand können so die auftretenden Kräfte vom Anwender besser kon­trolliert werden.   

Schnellspannsysteme für ­schnelles Umrüsten

Einige Elektrowerkzeuge-Hersteller bieten Schnellspannsysteme für den Bithalter und das Zubehör an. Sie erleichtern das schnelle Umrüsten von Schrauben auf Bohren, von Bohren auf die Arbeit mit einem Winkelvorsatz oder die Nutzung eines Exzentervorsatzes für Arbeiten in Ecken und Winkeln. Auch das Umrüsten auf einen Steckschlüsselantrieb oder einen Tiefenanschlag für gleichmäßig tief versenkte Schrauben ist möglich. 

Der Hersteller Festool setzt seit vielen Jahren auf solche Systeme und bietet eine Vielzahl an Lösungen für seine Akkuschrauber an. Weiterhin bietet neben Mafell auch Bosch ein Schnellwechselsystem für einige Schrauber an. Dabei ist das Zubehör fest mit dem Schrauber verbunden, rotiert nicht beim Arbeiten und kann mit diversen weiteren Zubehörteilen erweitert werden. Ein weiterer Vorteil der Schnellspannsysteme ist, dass der Bithalter immer präzise angetrieben wird. Eine unpräzise Bithalterspannung, bei der der Bithalter nicht genau mittig gespannt wird, oder ein Entspannen beim Lösen von Schrauben – wie es bei einem im Bohrfutter gehaltenen Bithalter durchaus vorkommen kann – wird dadurch vermieden.  

Ein weiterer Vorteil eines Schnellwechselsystems ist, dass sich die Länge des Akkuschraubers ohne Bohrfutter erheblich reduziert. Dies ist beim Schrauben auf engstem Raum von Vorteil. 

Spezielle Modelle

Einige Hersteller bieten auch Spezialmodelle an. Mit dem „GO“ bietet etwa Bosch einen Akkuschrauber im Schraubendreherformat. Klein, handlich immer einsatzbereit, ist dieser Spezialist für Anschluss- und Kleinstarbeiten geeignet, für die ein Standardschrauber einfach zu groß und unpraktisch wäre. Für Engstellen sind spezielle Winkelschrauber erhältlich. Diese erledigen selbst dann ihre Schraub- bzw. Bohraufgaben, wenn sämtliche Winkelschraubvorsätze an ihre Grenzen stoßen. Solche Winkelschrauber werden zum Beispiel von Makita und Bosch angeboten.

Akku-Schlagbohrschrauber und Akku-Schlagschrauber sind unterschiedliche Systeme. Bei einem Akku-Schlagbohrschrauber steht eine Schlagbohrfunktion ähnlich wie in einem Bohrhammer axial in Bohrrichtung zur Verfügung. Damit ist dieser zum Beispiel gleichzeitig zum Bohren in Mauerwerk geeignet. Die Schlagfunktion eines Schlagschraubers ist dazu ausgelegt, das Befestigen oder Lösen einer Schraubverbindung in Drehrichtung tangential ohne Rückdrehmoment anzutreiben. Daher werden diese oft in Verbindung mit drehmomentstarken Arbeiten eingesetzt. Hier ist es ratsam, entsprechend ausgelegte Schrauberbits einzusetzen.  

 

Autor/in:
Stefan Böning
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