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Alexanders Tischlerwerkstatt: Die CNC ist unverzichtbar

09.07.2020

Hermann und Alexander Toplitsch sind im Februar mit ihrer eigenen Tischlerei gestartet. In der Werkstatt ermöglichen die Maschinen von Homag eine flexible Arbeits­einteilung und die Umsetzung der hohen Qualitätsansprüche. 

Mit 59 Jahren den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen, ist doch einigermaßen ungewöhnlich. Doch Hermann Toplitsch hat genau das getan. Nach 40 Jahren als Tischler, 25 davon als Betriebsleiter in einem anderen Unternehmen, gründete er im Vorjahr seine eigene Tischlerei – zusammen mit seinem 30-jährigen Sohn Alexander, dessen Vornamen nun auch das neue Unternehmen trägt. Baubeginn für „Alexanders Tischlerwerkstatt“ war im vergangenen September, im Februar startete bereits die Produktion. Rund 1,8 Mio. Euro haben die beiden „Jungunternehmer“ inklusive Grundkosten in das Projekt investiert.

Der Firmenneubau in Hohenems in Vorarlberg ist komplett in Holzbauweise errichtet, das Dach begrünt, die Holzabfälle werden in einer Brikettieranlage zu Heizmaterial verarbeitet. Neben einem nachhaltigen Ansatz beim Bauen war für Hermann Toplitsch noch ein anderes Grundprinzip für seine Firma wichtig: „Es soll Spaß machen zu arbeiten, und es soll auch Spaß machen, gemeinsam Pause zu machen.“ So hat man bei Alexanders Tischlerwerkstatt auch nicht auf einen ordentlichen Pausenraum vergessen – und einmal im Monat geht das Team gemeinsam Essen. „Nicht die neue Halle und die Maschinen sind das Wichtigste, sondern die Mitarbeiter“, sagt Toplitsch.

Volle Wertschöpfung: alles selbst gefertigt

Mit vier Beschäftigten und einem Lehrling planen und fertigen die Vorarlberger Möbel und komplette Einrichtungskonzepte für den gesamten Innenbereich: Vom Bar-Umbau über die Küche bis zur Zimmertür – gerade letztere seien oft die Eintrittskarte zu neuen Kunden und Projekten, erzählt Hermann Toplitsch. „Was mir besonders wichtig ist: Wir machen alles selber und kaufen auch keine Korpusse zu. Alles, was bei uns rausgeht, wird auch bei uns produziert. Wir wollen die volle Wertschöpfung im Betrieb haben“, erklärt der Geschäftsführer einen weiteren Baustein seiner Arbeitsphilosophie. Dazu gehört selbstredend, dass auch die Montagearbeiten von den eigenen Mitarbeitern erledigt werden.
In Alexanders Tischlerwerkstatt läuft die Produktion aufgeteilt auf zwei Stockwerke: Im Erdgeschoß befindet sich der Maschinenpark, im Stock darüber werden Tätigkeiten vom Schleifen bis zum Zusammenbau erledigt. Ein eigener Materiallift hilft beim Warentransport und ermöglicht einen reibungslosen Ablauf zwischen den Geschoßen.

Moderner Homag-Maschinenpark

Bei der Ausstattung der Werkstatt hat sich Toplitsch für die Anschaffung von durchwegs neuen Maschinen entschieden. „Auch unsere Bank hat gefragt, warum wir nicht gebrauchte nehmen. Aber diese benötigen häufiger Reparaturen und haben so erst recht wieder einen erhöhten Investitionsbedarf.“ Die kleineren Standardmaschinen lieferte der in Schwarzach ansässige Maschinenhändler Hopfner. Bei CNC, Plattensäge, Kantenanleimmaschine, Breitbandschleifmaschine und Korpuspresse entschied man sich für den deutschen Maschinenher­steller Homag. 
„Wir haben uns auch Produkte anderer Hersteller angeschaut. Aber ein Pluspunkt für Homag war, dass unsere Mitarbeiter im CNC-Bereich schon damit gearbeitet haben. So mussten wir auch keine neue Software anlernen“, sagt Toplitsch, der selbst etwa zur Hälfe im Büro beschäftigt ist, die andere Hälfte arbeitet er in der Produktion mit. Bei den Mitarbeitern sei das Ziel, dass jeder in allen Bereichen eingesetzt werden könne: „Man muss nicht überall ein Profi sein, sollte aber alles grundsätzlich beherrschen. Ob das jetzt die Arbeitsvorbereitung ist oder das Kantenanleimen – es haben ja eh alle gelernt, man darf nur nicht aus der Übung kommen“, sagt Toplitsch schmunzelnd. Nur die Projektkalkulation ist Chefsache.

Homag Centateq P-110: Kompakte, vielseitige 5-Achs-CNC

Diesem Arbeitsansatz kommt entgegen, dass Homag auf allen Maschinen eine ähnliche Benutzeroberfläche einsetzt: „Kennst du dich einmal aus, kommst du in den Grundzügen auf allen Maschinen klar.“ Auf diese Weise können gleich fünf Mitarbeiter in der Firma an der CNC arbeiten – einer Homag Centateq P-110. Aus Platzgründen hat sich Toplitsch bewusst für eine kleinere Baureihe entschieden, die mit einer 5-Achs-Frässpindel und Features wie einer automatischen Werkstücklängen-Vermessung aber fast universell eingesetzt werden kann: „Wir nutzen die Maschine praktisch für alles, was mittels Bohren oder Fräsen bearbeitet werden muss.“ 

„Es gibt fast nichts mehr, was man nicht mit der CNC bearbeiten könnte."

Hermann Toplitsch, Geschäftsführer

Hermann Toplitsch hat in seiner Berufslaufbahn die Entwicklung im CNC-Bereich von Anbeginn an mitgemacht und den Umgang mit den Bearbeitungszentren „von der Pike auf“ gelernt, wie er erzählt. Er hält den Einsatz einer CNC-Maschine in der Tischlerei mittlerweile für unverzichtbar: „Es gibt fast nichts mehr, was man nicht mit der CNC bearbeiten könnte. Bei uns läuft etwa auch die komplette Bearbeitung für fünf Zentimeter breite Türstöcke über die Maschine.“ Und vor allem in Sachen Genauigkeit könne händische Arbeit mit der Präzision der Maschine nicht mithalten, ist der Unternehmer überzeugt. 

Automatisierte Kantenbearbeitung mit der Homag Edgeteq S-380

Für das Verleimen der Kanten haben sich die Tischler für eine Homag Edgeteq S-380 entschieden, auf der die Bearbeitung im Wesentlichen automatisiert abläuft. Vor allem für Mitarbeiter, die an der Maschine nicht so versiert sind, sei das praktisch, erzählt Toplitsch. Die Bedienung der Maschine erfolgt auch hier über das große Touch-Panel, die integrierte Software meldet prompt, wenn der Anwender etwas falsch macht. 

PUR-Leim für hohe Kantenqualität

Zwar ermöglicht die Maschine einen Wechsel von EVA- und PUR-Klebern, doch in ­Alexanders Tischlerwerkstatt kommt ohnehin ausschließlich letzterer zum Einsatz. Schmelzkleber sei einfach nicht mehr Standard, findet Toplitsch, PUR hingegen liefere eine höhere Qualität bei der Verleimung des Kantenmaterials. Obwohl die Leimart im Ruf steht, anspruchsvoller in der Verarbeitung zu sein, habe man damit „null Probleme“. Die Vorarlberger haben sich zur Kantenanleimmaschine außerdem eine Homag Service-Station zugelegt. Darin kann die Auftragseinheit gelagert werden, gleichzeitig wird damit die Aushärtung des PUR-Leims hinausgezögert – so lässt sich dieser bei Bedarf auch über das Wochenende aufbewahren. Die Entleerung des Leimbeckens erfolgt automatisch auf Knopfdruck und erleichtert so den sonst mühsamen Reinigungsprozess. 

Plattenaufteilen und Formatieren: Homag Sawteq B-200

Mit einer Sawteq B-200 hat sich Toplitsch bewusst nicht für das kleinste Modell unter den Homag-Plattenaufteilsägen entschieden. Mit einer Schnittlänge von 3,80 Metern und einer Tiefe von bis zu 3,20 Metern bietet die Maschine für die Ansprüche in der Werkstatt ausreichend Spielraum. „Das ist einfach ein anders Arbeiten als auf einer kleineren Maschine – wir haben gesagt, das ist es uns wert, und es muss ja auch für uns passen.“ Der Maschinentisch mit Luftkissenunterstützung ermöglicht ein materialschonendes Handling und ist besonders für eine hochwertige Bearbeitung empfindlicher Dekoroberflächen wichtig. Auch das Formatieren von Platten erledigen die Vorarlberger Tischler auf der Sawteq B-200. Die Formatanschläge lassen sich bei der Säge auf Knopfdruck automatisch anbringen – ein weiteres praktisches Zusatzfeature. 

Bei der Breitbandschleifmaschine hat man sich mit einer Sandteq W-200 ebenfalls für ein Modell von Homag entschieden. Als Ergänzung ist die Maschine mit einem längeren Tisch am Ende ausgestattet – zur Erleichterung, wenn man einmal alleine an der Maschine arbeitet.  

Gute Auslastung trotz Corona-Krise

Mit solcherart gut ausgestattetem Maschinenpark und dem sehr engagierten Mitarbeiterteam hat Alexanders Tischlerwerkstatt die ersten Monate ihres Bestehens jedenfalls reibungslos absolviert. Er habe sich vorgenommen, Projekte maximal bis zu einem Umsatz von 100.000 Euro anzunehmen, erzählt Hermann Toplitsch. Diese Größenordnung sei für ihn noch sinnvoll plan- und umsetzbar und bedeute für das Unternehmen rund eineinhalb Monate an Auslastung. 
Apropos Auslastung: Die Corona-Krise hatte auf den Tischlereibetrieb keinerlei Einfluss, erzählt der Geschäftsführer. „Wir konnten sogar einige neue Aufträge lukrieren.“ Für die nächsten drei Monate sei man jedenfalls schon voll ausgebucht. „Und das ist eigentlich doch ziemlich gut dafür, dass wir noch ein so junger Betrieb sind.“ www.tischler-werkstatt.at, www.homag.com

Autor/in:
Thomas Prlic
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