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Amazon: Vorbild oder Schreckgespenst?

16.04.2020

Die Kunden im Mittelpunkt: der Tischler als Amazonier.

Die einen bewundern den Amazon-Gründer Jeff Bezos, andere hassen ihn; er lässt niemanden kalt, und (fast) alle kaufen bei ihm. Warum? Weil es einfach ist, weil es schnell geht, weil er „alles“ hat, weil er passende Empfehlungen gibt und weil er den Kunden bei Reklamationen oder Rücksendungen ohne Wenn und Aber unbürokratisch entgegenkommt. 
Aber ist das alles? Können Tischler das nicht auch?

Jeff Bezos hat zu einer Zeit auf das Onlinegeschäft gesetzt, als die meisten anderen Handelshäuser noch gar nicht so recht wussten, was dieses „Internetzeug“ eigentlich soll. Er war zu diesem Zeitpunkt schon IT-Vollblutprofi mit einer Mission, hat ganz klein angefangen und selbst – laut seiner autorisierten Biografie – zu 70 Prozent damit gerechnet, dass sein Geschäft schiefgehen würde. Zu 70 Prozent! Dennoch hat er Tag und Nacht gearbeitet, um seinen Traum zu erfüllen. Hätten wir das bei einer so geringen Erfolgschance auch getan?

Der Amazon-Gründer hat nicht gefragt „Was wird kommen?“, sondern „Was wird bleiben?“. Kaum zu glauben, dass er nicht vor allem „an die Zukunft“ gedacht hat, sondern daran, welche Kundenwünsche konstant bleiben oder sich sogar noch verstärken würden. Bezos hat gesehen, dass der Handel um ihn herum wenig kundenorientiert und recht innovationsfeindlich war und sich vor allem mit der Konkurrenz und der eigenen Preisfindung beschäftigt hat. 

Jeff Bezos hat die Orientierung am Kunden als höchsten Amazon-Wert definiert … und ihn durchgehalten. Und er richtet all seine (IT-)Technik vom Front-End des Onlineshops bis zum technischen Back-End auch heute noch konsequent kundenorientiert aus.

Die enormen disruptiven Auswirkungen seiner Erfolge weltweit mag man zu Recht bedenklich finden, aber seine unternehmerische Leistung ist anzuerkennen.

Ein Tischler kann die Amazon-Strategie nicht kopieren, aber kann sie kapieren und folgende Schlüsse daraus ziehen:

1. Stelle deinen Kunden, seinen Komfort und seine Problemlösung bedingungslos in den Mittelpunkt.
2. Nütze die neuen Möglichkeiten einer durchgehenden Digitalisierung, um es den Kunden leichter zu machen. „Digitale ­Peitschen“ verjagen die besten Mitarbeiter/
-innen.
3. Orientiere dich an dem, was das Wichtigste bleiben wird: deine räumliche und persönliche Nähe zum Kunden und die Verbindung von analog-handwerklichen und digitalen Qualitäten.
Das Corona-Virus und seine Auswirkungen werden uns sehr rasch dabei helfen, das bleibend Wichtige vom aufgeblähten Hype zu trennen. 

Autor/in:
Harald Jeschke

Harald Jeschke ist geschäftsführender Gesellschafter der softnomics marketing-kommunikation kg in Leon­ding.

softnomics kg, 4052 Ansfelden, Haider Straße 21, Tel.: +43 (0)732/797310,
E-Mail: h.jeschke@softnomics.at,
www.softnomics.at

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