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Controlling für jedermann

10.06.2020

Budget und Planungsrechnung – oder doch lieber Glaskugel? 

Unter Controlling versteht man die Planung, Steuerung und Kontrolle sämtlicher Unternehmensbereiche. In großen Unternehmen stehen ganze Abteilungen zur Verfügung, um diese Aufgaben zu erfüllen, und Abweichungen von Soll zu Ist werden einer umfangreichen Analyse unterzogen.

Um die Zukunft messbar zu machen, bietet sich ein Budget an, in dem quasi in einem Modell die künftigen Perioden abgebildet werden und der unternehmerische Erfolg gemessen wird. „Dafür ist unser Unternehmen zu klein, ich kann ja nicht in die Zukunft schauen“, das ist ein häufiges Argument gegen eine Budget­erstellung beziehungsweise gegen eine Planungsrechnung. Dabei wird vergessen, dass bei bestehenden Unternehmen bereits sehr viel vorgegeben ist, nämlich die Kostenstruktur. Miete, Versicherungsprämien, Personalkosten und vieles mehr sind bekannt. Ebenso sind die variablen Kosten, das sind jene Kosten, die abhängig von der Umsatzhöhe anfallen, dem Prozentsatz nach bekannt. Damit lässt sich schon viel anfangen, nämlich z. B. den Mindestumsatz (Break-even) zu berechnen. 
Der Mindestumsatz ist jener Umsatz, mit dem gerade variable und Fixkosten Deckung finden. Es entstehen kein Überschuss und kein Verlust. Erfolgreiche Unternehmen sehen, welchen Polster sie haben, Verlustunternehmen sehen hingegen, welchen Mehrumsatz sie benötigen und müssen die Frage beantworten, ob dieser überhaupt erreichbar ist.

Neugründungen können mit dieser Methode feststellen, ob sie am Markt Erfolgschancen haben. Den benötigten Umsatz kann man in Stückanzahl bzw. Leistungen unterteilen, sodass man beurteilen kann, ob er realistisch ist. Verzeihen Sie den einfachen Vergleich, aber wenn ich bei vorgegebener Kostenstruktur eines Würstelstandes am Wiener Graben draufkomme, dass ich mindestens 10.000 Käsekrainer am Tag verkaufen muss, ist das nicht realistisch, und man lässt besser die Finger davon.

Interessante Fragen, die sich mit dieser Methode beantworten lassen, sind weiters:

• Um wie viel muss ich meinen Umsatz steigern, damit sich eine neue Maschine rechnet?
• Wie viel Umsatz muss der neu eingestellte Vertreter bringen, damit man  zumindest pari aussteigt?
• Man mietet ein neues Geschäftslokal, um wie viel muss sich der Umsatz erhöhen?

Betriebswirtschaftliche Fragestellungen sind ein weites und hochinteressantes Feld. Rechtzeitig angewendet helfen sie, erfolgreich zu bleiben, sie helfen aber auch, rechtzeitig Schaden vom Unternehmen abzuwenden.

Autor/in:
Manfred Wildgatsch

Für weitere Auskünfte stehen Ihnen Ihre Rat & Tat-Steuerberater, Kanzlei Jupiter, unter (01) 278 12 95, 
office@jupiter.co.at gerne zur 
Verfügung.
www.jupiter.co.at

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