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Würth Zentrale

Corona-Krise: So reagieren Hersteller und Händler

27.03.2020

Die Kundenbetreuung aufrechterhalten, die Lieferkette gewährleisten und dabei auch die eigenen Mitarbeiter schützen: Wir haben uns bei Herstellern, Lieferanten und Händlern umgehört, wie sie diesen Spagat derzeit bewältigen. Mit Updates (8.4.)

Die aktuelle Krise stellt auch die Hersteller von Zulieferprodukten und Gebrauchsmaterialien, die Lieferanten und den Fachhandel vor Herausforderungen. Neben dem Einhalten der behördlichen Vorschriften gilt es vor allem, den Schutz und die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter zu sichern, gleichzeitig soll aber die Lieferkette aufrechterhalten und die Kundenbetreuung so gut wie möglich gewährleistet bleiben.

Wir haben bei Unternehmen aus verschiedenen Bereichen der Tischler-Branche nachgefragt, wie man dort auf die aktuelle Situation reagiert.

Update 8.4.: 

Hranipex: Das Lager ist gefüllt, Nachschub gesichert

Beim Kantenhersteller Hranipex sind Außendienst und Büro in der Niederlassung in Heidenreichstein wie gewohnt per Telefon oder E-Mail erreichbar. Das Auslieferungslager sei gefüllt, die benötige Ware werde wie immer täglich ausgeliefert, meldet das Unternehmen. Auch der Güterverkehr über die Grenze sei in Betrieb, aktuell seien hier keine Änderungen zu erwarten. Durch den Wechsel zu einem neuen Versanddienstleister, der österreichischen Post, rechnet der Hersteller mit einer zusätzlichen Verbesserung in der Zustellung.

Maco: In allen Ländern voll lieferfähig

Der Salzburger Baubeschlags-Hersteller Maco hat die Teilnahme an der Fensterbau Frontale 2020 abgesagt, ist ansonsten aber weiterhin aktiv: Aktuell laufen bei Maco sämtliche Maschinen in allen Werken, erklärt das Unternehmen in einer Aussendung. In ständiger Abstimmung mit den österreichischen Behörden habe man als Industriebetrieb den klaren Auftrag weiterzuarbeiten, wenn Sicherheit und Gesundheit des Personals gewährleistet seien. „Hier kommt uns dieBeidem kommt Macos weitläufige Produktion zugute, die mit ihren großen Anlagen räumliche Distanz zwischen den Mitarbeitern schafft“, sagt Guido Felix, Vorsitzender der Geschäftsführung: . Dank der hohen Fertigungstiefe sei zudem weniger abhängig vom Weltmarkthandel als andere Hersteller und daher in allen Ländern voll lieferfähig. Das Unternehmen kämpfe außerdem nicht mit unterbrochenen Lieferketten, könne also Lieferengpässen gut entgegenwirken, solange es die Politik erlaube. 

Update 2.4.:

Würth Österreich: Lieferungen weiter möglich, Abholung von Waren nur nach Vorbestellung - Kurzarbeit für alle Mitarbeiter seit 1.4.

Vor dem Hintergrund aller Maßnahmen, die von der Bundesregierung beschlossen wurden, um ein Ausbreiten des Coronavirus zu verhindern, hat auch Würth Österreich eine Reihe an Schritten eingeleitet, um die Sicherheit für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten zu gewährleisten. Seit Mitte März arbeitet der Großteil der rund 900 Beschäftigten von zuhause aus und ist via Telefon oder E-Mail zu erreichen.

Alle österreichischen Würth Shops sind vorläufig bis inklusive 13. April für den normalen Kundenverkehr geschlossen. Die Abholung von dringend benötigten Waren ist nach Vorbestellung allerdings möglich. Seit 1. April kann diese in den Würth Shops während verkürzter Betriebszeiten abgeholt werden. Für die Abholung in einem Würth Shop ist eine telefonische Vorbestellung, eine Bestellung im Online Shop mit Click & Collect oder in der Würth App jedoch unbedingt erforderlich. Für eine kontaktlose Warenübergabe wurden eigene Warenübergabezonen eingerichtet. Lieferscheine müssen derzeit nicht unterschrieben werden. Lieferungen sind ansonsten weiterhin wie gewohnt möglich. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.wuerth.at/covid19

Seit 1. April sind zudem alle Mitarbeiter bei Würth Österreich auf Kurzarbeit umgestellt. Ziel des Unternehmens sei es, keinen Mitarbeiter aufgrund der Corona-Krise zu entlassen, sagt Geschäftsführer Alfred Wurmbrand: „Wir verfügen bei Würth Österreich über eine sehr gute Infrastruktur logistisch, wie auch im IT-Bereich, was uns ermöglicht hat, die vorgeschriebene Heimarbeit rasch und konsequent umzusetzen. Daher stehen wir sowohl im Innen- und Außendienst, als auch mit unseren Abholshops für unsere Kunden wie gewohnt zur Verfügung und wollen sie gerade in dieser schwierigen Situation bestmöglich unterstützen.“

Schachermayer: Zustellung und Kundenservice weitgehend gesichert  

Der Großhändler Schachermayer hat Mitte März aufgrund der von der österreichischen Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen den Detailverkauf in Linz, Wien und den Schauräumen der Niederlassungen in den Bundesländern geschlossen. Die Abholung der Waren ist nicht mehr möglich. Die Zustellung und das Kundenservice stehen aber bei Schachermayer weiter im Vordergrund, erklärt man seitens des Unternehmens: Über das Partnerportal können Kunden wie gewohnt bestellen, Verkäufer im Innen- und Außendienst sind werktags per E-Mail und Telefon erreichbar und eine Lieferung innerhalb von Österreich sei weitgehend gesichert.

Geschäftsführer Gerd Schachermayer sagt zur aktuellen Situation: „Innerhalb kürzester Zeit hat das Coronavirus weltweit zu einem gesellschaftlichen Ausnahmezustand geführt. Auch unser Familienunternehmen wurde in den Krisenmodus gezwungen. Mit gesamt rund 2400 Mitarbeitern tragen wir eine große soziale und wirtschaftliche Verantwortung. Die Vorgaben unserer Bundesregierung unterstützen wir daher selbstverständlich in vollem Ausmaß. Eines ist gewiss, wir werden diese Krise mit unserem starken Mitarbeiterteam durchstehen. Auch wir haben uns für Kurzarbeit entschieden, um keine Stellen abbauen zu müssen. Im Zuge dessen sind die Dienstzeiten reduziert und unsere Mitarbeiter arbeiten teilweise von zu Hause aus. Für jene, die vor Ort oder auf der Straße tätig sind, tun wir alles uns Mögliche, um ihre Gesundheit zu schützen. An dieser Stelle gilt mein ausdrücklicher Dank allen Mitarbeitern, die mit Flexibilität und einem unglaublichen Zusammenhalt unsere Entscheidungen mittragen!“

Frischeis-Geschäftsführer Stix: „Gut gefüllte Lager“

Auch beim Holzgroßhändler J. u. A. Frischeis hat man aufgrund der aktuellen Vorgaben der Bundesregierung die Schauräume bis auf Weiteres geschlossen, die Kunden können aber weiterhin telefonisch, per E-Mail oder über den Online-Shop bestellen. „Unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften sowie weiterer Schutzmaßnahmen für Mitarbeitende und Kundinnen und Kunden stehen wir Gewerbetreibenden auch weiterhin zur Verfügung“, erklärt Werner Stix, Geschäftsführer des Holz- und Holzwerkstoffgroßhändlers J. u . A. Frischeis (JAF). „Innen- und Außendienst arbeiten vom Homeoffice aus. Wir prüfen gerade alle Möglichkeiten, um unseren Betrieb den Kapazitäten am Markt anzupassen und gleichzeitig natürlich, um Arbeitsplätze zu schützen.“

Die Frage, wie sich die aktuelle Situation im Hinblick auf die Nachfrage auswirkt, beantwortet Stix so: „In Bezug auf die Nachfrage nach unseren Produkten erleben wird die aktuelle Situation in unseren Niederlassungen unterschiedlich. Von Käufen in großen Mengen über eine normale Nachfrage bis hin zu einem Rückgängen sind wir gerade mit sehr verschiedenen Kaufverhalten konfrontiert.“

Und wie sieht es mit dem Zugang zum Beschaffungsmarkt für JAF aus? „Aktuell ist es noch möglich, Waren von den meisten unserer nationalen und internationalen Lieferantinnen und Lieferanten zu beziehen“, sagt Stix. „Zudem können wir auf gut gefüllte Lager zurückgreifen. Da unser Außendienst Kundinnen und Kunden vom Homeoffice aus unterstützt, erleben wir eine verstärkte Nachfrage nach den digitalen Tools von JAF. Damit leisten wir unseren Beitrag, damit die Wertschöpfungskette auch weiterhin aufrechterhalten bleibt. Wir haben ja eine wichtige Funktion am Markt, die erfüllt werden muss.“

Adler-Lacke: „Zu 100 Prozent lieferfähig“

„Bei Adler tun wir in dieser außergewöhnlichen Zeit alles dafür, das Wohl und die Gesundheit unserer Mitarbeiter/-innen zu schützen und unseren Betrieb mit den größtmöglichen Schutz- und Hygienestandards aufrechtzuerhalten“, sagt Claudia M. Berghofer, Leiterin der Adler-Unternehmenskommunikation.  „Durch neue Arbeitsmodelle – räumliche Trennung von Teams, versetzte Arbeitszeiten, Homeoffice etc. – haben wir die Zahl der sozialen Kontakte stark reduziert, die Arbeitsplätze werden regelmäßig desinfiziert.“

Berghofer weiter: „Dank einer vorausschauenden Rohstoff-Bevorratung können wir derzeit ohne Einschränkungen produzieren und sind zu 100 Prozent lieferfähig. Auch viele unserer Kunden im Tischlergewerbe haben nach wie vor geöffnet und wir freuen uns, ihnen in dieser schwierigen Phase als verlässlicher Partner zur Seite zu stehen.“

Holzwerkstoffhersteller Egger: „Versorgungsverpflichtung gerecht werden“

Beim Tiroler Holzwerkstoffhersteller Egger habe derzeit ebenfalls die Gesundheit von Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Partner oberste Priorität, erklärt Andreas Prosser, Leitung Vertrieb und Handel in Österreich. Neben einem verantwortungsvollen Umgang mit der Gefahr des Coronavirus sei zugleich die Gewährleistung der notwendigen Versorgung der Kunden mit den Produkten, vor allem der neuen Egger Kollektion Dekorativ, wichtig. „Auch wenn wir davon ausgehen müssen, dass die regional veranlassten Maßnahmen zu Nachfragerückgängen führen können, so sehen wir aktuell an unseren österreichischen Standorten unvermindert gute Auftragseingänge“, erklärt Prosser. „Unter diesen Voraussetzungen versuchen wir unser Möglichstes, um auch weiterhin unserer Versorgungsverpflichtung gegenüber unseren Lieferanten und Kunden – etwa heimischen Tischlern und Zimmerern, die weiterhin arbeiten, sowie deren Mitarbeitern und Kunden sowohl im privaten als auch im Objektbereich gerecht zu werden, die von unserer Versorgung abhängig sind, so Prosser weiter. „ Wir sind sicher, dass unsere Branche in dieser Krise zusammenhält und möchten uns beim österreichischen Egger-Plattenfachhandel für das Aufrechterhalten der Lieferfähigkeit innerhalb der Versorgungskette bedanken.“

Aus aktueller Sicht und im Rahmen der gesetzlichen Rahmenbedingungen könne man auf absehbare Zeit in den Produktionsstandorten produzieren, erläutert der Vertriebsleiter weiter. Auch die vorgelagerte Lieferkette sei derzeit gesichert. Für die Kunden seien die Verkaufsteams telefonisch oder per E-Mail erreichbar sind. Ebenso stehe wie gewohnt der Service im Egger-Kundenportal sowie alle anderen digitalen Services zur Verfügung.

Lieferkette funktioniert

Auch viele andere Lieferanten und Hersteller arbeiten trotz der aktuellen Einschränkungen weiter für ihre Tischler-Kunden: So betont der Möbelteile-Spezialist Speedmaster etwa auf der Website, dass Produktions- und Lieferfähigkeit weiterhin voll gegeben sind, auch der Transport funktioniere den derzeitigen Umständen entsprechend sehr zufriedenstellend. Häfele Austria wiederum informiert auf der Website: "Wir sind da und lieferfähig. Unsere Lager sind gut gefüllt, in Betrieb und Ihre Aufträge werden täglich ausgeliefert. Die Lieferkette funktioniert." Die Ansprechpartner im Verkauf seien telefonisch und per E-Mail erreichbar, der Onlineshop steht ebenfalls rund um die Uhr zur Verfügung.

Der Tiroler Möbelteile-Hersteller Jewa wiederum erklärt in einer kurzen Stellungnahme "Unsere Produktion läuft nach wie vor auf Hochtouren und wir fertigen eure Möbelteile oder fertig zusammengebauten Möbel in der Standard-Lieferzeit von einer Woche bei Bestellungen über unseren Webshop." 

Und Softwareanbieter wie etwa Orgacalc bieten neben telefonischem Service verstärkt Onlineschulungen per TeamViewer an.

Der Artikel wird laufend mit neuen Statements und Informationen ergänzt.

 

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