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Die Tischlerei Lederbauer hat sich seit 70 Jahren auf den Stiegenbau spezialisiert.

"Das geht ruck, zuck"

14.04.2015

Der Stiegenbau-Spezialist Lederbauer ist ein moderner Traditionsbetrieb, der von der Kalkulation bis zur Planung auf das Softwaresystem von Sema setzt. Auch die CNC-Maschinenanbindung im Partnerbetrieb klappt damit reibungslos.

 

Andreas Lederbauer in seiner Werkstatt.
Arbeitsvorbereiter Erich Schoßleitner ist für die Detailplanung mit dem Softwaresystem Sema zuständig.

Die Tischlerei Lederbauer im oberösterreichischen Ort Eberschwang besteht schon seit sage und schreibe 175 Jahren. 1840 gegründet, hat sich das Unternehmen vor rund 70 Jahren auf den Stiegenbau spezialisiert. „Wenn wir bei uns in der Gegend Stiegen austauschen, erzählen die Leute oft, dass die noch mein Großvater gemacht hat“, berichtet Andreas Lederbauer, der den Betrieb in mittlerweile sechster Generation führt. Die Tischlerei mit neun Mitarbeitern beliefert fast ausschließlich Privatkunden im Umkreis von etwa hundert Kilometern.

Seit Andreas Lederbauer 1998 die Firma von seinem Vater übernahm, hat er nicht nur  die Spezialisierung auf den Stiegenbau weiter vorangetrieben. Er hat auch das digitale Zeitalter im Betrieb eingeleitet: Bereits kurz nach der Übernahme legte er sich die Planungs- und Konstruktionssoftware von Sema zu. „Damals hatten wir nicht einmal einen richtigen Computerarbeitsplatz, heute haben wir vier“, erzählt der Tischlermeister.

FLOTT GEPLANT

Auch sonst hat sich seit der Anschaffung der Software einiges verändert.  Früher musste man erst umständlich 1:1-Pläne in der Werkstätte auf Spanplatten zeichnen, die dann auf die vorgefertigten Wangen und Stufen übertragen und schließlich mit der Handoberfräse ausgefräst wurden. Dank der Planung mit der CAD-Software gehen sämtliche Arbeitsschritte heute wesentlich flotter und flexibler vonstatten. Schon mit ein paar Klicks ist in Sema schnell ein erster Entwurf gemacht. Eine Stiege ohne viele Sondermaße ist innerhalb einer Stunde komplett geplant. „Das geht ruck- zuck“, sagt Lederbauer. „Vor allem in der Arbeitsvorbereitung ergeben sich so viele Vorteile. Wir sind mit der Software eigentlich immer um 14 Tage voraus“, sagt Lederbauer. Denn so lange dauert im Schnitt die komplette Herstellung einer Stiege oder Geländer – etwa drei davon stellt der Betrieb pro Woche fertig.

PRÄSENTATIONS-TOOL

Bei der Konstruktion einer Stiege wird in der Software automatisch ein 3D-Bild hinterlegt, der Anwender muss noch Materialien und Farben festlegen, dann legt das Programm automatisch eine entsprechende Textur über die Stiege. „Gerade in der Angebotsphase und Kundenpräsentation ist Sema ein sehr hilfreiches Verkaufstool“, sagt Lederbauer.

Er zeichnet auch selbst mit dem Programm, gibt als weiteren Schritt zunächst die Naturmaße ein und macht dann den ersten Grobentwurf – so erhält er schnell ein 3D-Bild, das für die Auftragsbestätigung verwendbar ist. Die Detailplanung übernimmt dann die Arbeitsvorbereitung.

Nicht ganz alltäglich ist die Arbeitsaufteilung in der Fertigung: In der Tischlerei werden sämtliche Herstellungsschritte vom Massivholzzuschnitt bis zur Detailausfertigung sowie die Montage selbst erledigt. Die Werkstatt ist mit Standardmaschinen bestens ausgerüstet – die Fräsarbeiten lässt man jedoch extern bei einem Partnerbetrieb durchführen. Seit 16 Jahren ist die Tischlerei Lederbauer Teil einer Tischlerkooperation namens „Tiko“, bei der sieben Betriebe aus der Region eng zusammenarbeiten. „Wir ergänzen uns sehr gut. Alleine könnten wir ein CNC-Bearbeitungszentrum nicht auslasten. So hingegen ist es für uns ideal“, erklärt Lederbauer.

FRÄSEN AUSSER HAUS

Dass mit dem Fräsen ein zentraler Bearbeitungsschritt ausgelagert ist, sieht der bestens organisierte Tischlermeister völlig entspannt: „Zeitmäßig macht das Fräsen nur in etwa zehn Prozent des gesamten Aufwandes aus.“ Und auch vom Arbeitsablauf her stellt die räumliche Distanz zwischen Planung und CNC-Bearbeitung kein Hindernis dar: Sämtliche Daten werden in Sema per Knopfdruck für die CNC-Fertigung hinterlegt und vom Arbeitsvorbereiter als DXF-File an den Partnerbetrieb – die auf CNC-Lohnfertigung spezialisierte Tischerei Hörl – geschickt. Dort werden die Daten via Woodwop für die NC-Bearbeitung auf einer Homag-Venture 21 L konvertiert. Nach dem Befräsen werden die Elemente zur Tischlerei Lederbauer retour geschickt und können dort in der Regel schon am nächsten Tag weiterbearbeitet werden.

MATERIALVIELFALT

Holz ist in der Tischlerei zwar ein wichtiger, aber bei weitem nicht der einzige Werkstoff: Vor allem bei Elementen wie Geländern oder Befestigungssystemen haben es die Stiegenbauer häufig mit Materialien wie Glas oder Metall zu tun. Sema unterstützt diese Werkstoffvielfalt mit entsprechenden Materialbibliotheken. Konstruktionselemente wie etwa Wandhalterungen für Handläufe können vom Anwender wahlweise selbst gestaltet oder über eine entsprechende Verknüpfung direkt aus den Hersteller-Datenbanken bezogen werden.

Ein bei der Stiegenplanung kniffliger Punkt ist der Anschluss zwischen Stufe und Ecksäule. Sema schlägt dafür automatisch Lösungen vor. Bei Bedarf lassen sich derartige Details natürlich auch händisch adaptieren. Auch die Konstruktion der Stufenwangen und der Aussparungen für die Trittstufen erfolgt in der Software mit ein paar  Klicks. Trotzdem ist gerade bei geschwungenen Elementen, bei denen die Stufenanordnung in der 2D-Abwicklung keiner regelmäßigen Kurve folgte, immer auch die Erfahrung und das Fingerspitzengefühl des Planers gefragt.

Sema ermöglicht auch die Konstruktion von Krümmlingen, der  handwerklich anspruchsvollsten Stiegenvariante. Dabei läuft eine Stiege durchgehend mit unterschiedlichen Krümmlingen von einem Geschoß ins nächste. „Früher haben wir das oft gemacht, aber inzwischen sind gerade, durch Ecksäulen getrennte Stiegenelemente wesentlich häufiger.“

PUNKTGENAU KALKULIERT

Neben der Präsentation und der Konstruktion nutzen die Stiegenspezialisten die Software auch für die Kalkulation. „Man kann ein Projekt punktgenau mit den Materiallisten planen“, sagt Lederbauer. Auch die Nachkalkulation läuft im Betrieb über Sema. Um die Preisplanung noch exakter gestalten zu können, geht der Chef derzeit die Projektkosten der vergangenen drei Jahre durch. Nach der Auswertung will er so die Preise für die Grundkalkulation noch genauer erstellen können. www.stiegenbau.at, www.sema-soft.at

Autor/in:
Thomas Prlic
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