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Der Wettbewerbsschauplatz in der Kufstein Arena.

Die Besten des Landes

08.08.2018

Spannend und abwechslungsreich war der heurige Bundeslehrlingswettbewerb am 23. Juni in Kufstein. In der Bewertung legte die Jury besonderes Augenmerk auf Genauigkeit, Schnelligkeit und eine gute Teamarbeit. 

Die Sieger des 59. Bundeslehrlingswettbewerbs. V. l. Wolfgang Ramminger (Stmk.), Monika Holzer (Vbg.), Julian Hannes Fink (Stmk.), Clemens Pink (Stmk.), Alexander Peinhopf (Stmk.)
Das erfolgreiche Team Steiermark. V. l.  LLW Anton Ulrich, LIM Walter Schadler, ­Clemens Pink, Alexander Peinhopf, Wolfgang Ramminger, Julian Hannes Fink, René Pock.
Die Ergebnisse des 59. Bundeslehrlingswettbewerbs der Tischler in Kufstein

1. Lehrjahr
Platz 1: Clemens Pink, Steiermark, Siegmund Spandl
Platz 2: Robin Wurzacher, Tirol, Tischlermeister Franz Mariacher
Platz 3: Marcel Dauwalter, Vorarlberg, Traumtischlerei Metzler

2. Lehrjahr
Platz 1: Wolfgang Ramminger, Steier­mark, Wolfang Hasenburger
Platz 2: Simon Mühlehner, Ober­österreich, Anrei-Reisinger GmbH
Platz 3: Mathias Gatnschnig, Tirol, Gabriel Forcher Tischlerei GmbH

3. Lehrjahr
Platz 1: Alexander Peinhopf, Steier­mark, Alpe Zimmerei & Tischlerei GmbH
Platz 2: Georg Metzler, Vorarlberg, Tischlerei Valentin Winder
Platz 3: Matthias Josef Huber, Salzburg, Ernst Rettensteiner

4. Lehrjahr/Planung
Platz 1: Julian Hannes Fink, Steiermark, Tischlerei Knaus e.U.
Platz 2: David Decker, Tirol, Tischlerei Decker GmbH
Platz 3: Patrizia Luger, Vorarlberg, Stuchly GmbH & Co KG

4. Lehrjahr/Produktion
Platz 1: Monika Holzer, Vorarlberg, Rüscher Gesellschaft mbH
Platz 2: Tobias Huditsch, Burgen­land, Pauschenwein Creatives Wohnen GmbH
Platz 3: Kevin Berger, Tirol, Tischlerei Decker GmbH

Die Geschäftigkeit und die Aufregung während des 59. Bundeslehrlingswettbewerbs der Tischler in der Kufstein Arena waren ebenso groß wie die Erleichterung und Freude bei der abendlichen Siegerehrung auf der Festung Kufstein. Denn nicht nur diejenigen, die am Siegertreppchen standen, sondern alle 42 Teilnehmer gehören zu den Gewinnern – waren doch hier die Besten der Besten des österreichischen Tischlernachwuchses am Werk. 

Eine herausfordernde Aufgabe

Das Verfahren des Wettbewerbs glich bis auf ein paar organisatorische Anpassungen dem des im Vorjahr neu eingeführten Ablaufs: Die Lehrlinge der einzelnen Lehrjahre arbeiten zuerst an ihren Teilen und stellen diese nach Fertigstellung im Bundesländer-Team gemeinsam zusammen. „Wir haben einen guten Modus gefunden, der die reale Arbeitswelt wiederspiegelt und das Zusammenwirken in der Gruppe forciert. Damit lässt sich auch für die Wettbewerbe der nächsten Jahre hervorragend arbeiten“, sagt Bundeslehrlingswart Josef Pichler.  

Vier Stunden gab es Zeit, das durch Los zehn Tage davor ausgewählte Modell – heuer das anspruchsvolle „steirische Stück“, ein Steh- bzw. Beistelltisch aus Kirschholz – herzustellen. Die Teilnehmer des ersten Lehrjahres waren dabei für die ausziehbare Schublade, die des zweiten Lehrjahres für den Korpus mit Mittelboden zuständig. „Durch einige schwierige Verbindungen eine besondere Herausforderung für die Lehrlinge des zweiten Jahres“, stellte Josef Pichler fest. Die Lehrlinge im dritten Jahr produzierten das Gestell und die massive Platte. Im anschließenden Teambewerb gab es dreißig Minuten Zeit für den Zusammenbau, für das Dübeln der Platte, das Einpassen der Streifleisten und das Verschrauben des Korpus.

Die Tischlereitechniker waren ebenso in das Projekt eingebunden, sie wurden sowohl einzeln als auch für das Team bewertet: Die Tischlerlehrlinge im vierten Lehrjahr Planung mussten am Computer ein modernes Badezimmer unter Berücksichtigung des Werkstücks planen. Die Lehrlinge des vierten Lehrjahrs Produktion bereiteten währenddessen das Modellmöbel und andere Stücke für die CNC-Maschine auf. Neben der Komplexität der Verbindungen und der Herausforderungen, die das Hartholz Kirsche in der Bearbeitung mit sich bringt, war es vor allem die knappe Zeit und die Beobachtung durch rund 500 Zuschauer in der Halle, mit der die Teilnehmer zurechtkommen mussten. Aber alle wurden rechtzeitig fertig und konnten ihren Tisch der gestrengen Jury zuführen, die sich die Entscheidung nicht leicht machte.

Viel Talent und Können

„Wir sind stolz auf unsere Lehrlinge, die heute viel Talent und Können, Ehrgeiz und Einsatz gezeigt haben und so unseren schönen Beruf perfekt repräsentieren. Sie sind die Zukunft einer ganzen Branche. Alle sind Gewinner, auch wenn sie es hier und heute nicht unter die ersten drei geschafft haben“, sagte Landesinnungsmeister und Gastgeber Klaus Buchauer dann als Einleitung des Galaabends auf der Festung Kufstein, der eine abwechslungsreiche Veranstaltung abschloss. 
Auch Bundesinnungsmeister Gerhard Spitzbart zeigte sich in seinen Grußworten begeistert von „dieser beeindruckenden Leistungsschau, dem Können und dem Engagement des Tischlernachwuchses“ und sprach den Tiroler Kollegen ein großes Lob für die Organisation des Events aus. Die feierliche Siegerehrung nahmen im Anschluss Bundeslehrlingswart Josef Pichler und Moderatorin Olivia Peter vor.

Die Steiermark räumt ab

Wie schon im Vorjahr setzte sich das steirische Team in der Gemeinschaftswertung durch und holte in insgesamt vier von fünf Bewerben die Goldmedaille. Gastgeber Tirol folgte mit Silber in der Teamwertung, zwei zweiten und zwei dritten Plätzen auf den Fuß. Die steirische und die männliche Siegesreihe wurde in der Kategorie Tischlereitechnik Produktion von Monika Holzer aus Vorarlberg unterbrochen, die hier auf Platz eins kam.

Weiters errang das westlichste Bundesland einen zweiten und zwei dritte Plätze. Rang drei für die Leistung im Team erreichte Salzburg aufgrund der hohen Punktezahl in allen gewerteten Lehrjahren. Oberösterreich und das Burgenland errangen jeweils einen zweiten Platz in den Einzelkategorien.
Für das Sieger-Team gab es heuer zum ersten Mal einen eigens von Tischlermeister Markus Decker designten und angefertigten Wanderpokal. Beim nächsten Bewerb im Juni 2019 in Rust wird sich zeigen, ob dieser weiter in den Händen der Steirer bleibt oder in ein anderes Bundesland weiterzieht.

Autor/in:
Gudrun Haigermoser
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