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Digital wird regional

06.02.2018

KOLUMNE Online, offline, fineline – nah dran am Kunden.

Die Gurus des Online-Marketings haben eine ganz klare Position: Sie sehen eine konsequente Kundenzentrierung als die unverzichtbare Voraussetzung für künftige Erfolge. Denn anders könne die digitale Transformation von Unternehmen auch mit der besten Hard- und Software gar nicht gelingen. Hört, hört.

Aber was ist, wenn wir diese „Erkenntnisse aus der Zukunft“ schon jetzt für unser Offline-Tagesgeschäft nützen? Wenn wir vielleicht sogar noch einen draufsetzen und unsere Kundenerlebnisse in Fineliner-Art ganz detailliert und immer noch individueller ausgestalten und in die Best-in-Class-Liga führen? 

Denn darin sind sich alle einige: Nur die persönliche Wertschätzung des Kunden und exzellente Services weisen den Weg in ein dialogorientiertes Marketing – mit und ohne Computer.

Laut einer Econsultancy Studie von IBM sehen 90 Prozent der Marketingspezialisten das kundenzentrierte Beratungs-, Kauf- und Serviceerlebnis als den Nachfolger klassischer Werbekampagnen an. Das Marketing steht also ihrer Meinung nach vor einem radikalen Paradigmenwechsel. Aber ist das wirklich so neu und „disruptiv“, oder ist ein gut und kundenorientiert geführter Tischlerbetrieb nicht schon längst nahe daran an diesem Ideal?

Laut der IBM-Studie fühlen sich 80 Prozent der privaten Kunden vom erlebten Marketing derzeit noch nicht als Individuum wahrgenommen. (Quelle: IBM & Econsultancy: Listening to the Customer, 7 New Research Findings) Es tut sich also noch ein Graben auf zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die praktische Umsetzung kundenzentrierter Marketing- und Serviceerlebnisse lässt noch zu wünschen übrig. Sind Tischler Spezialisten für ihren Heimmarkt und für die aktuellen Wünsche und (Wohn-)Bedürfnisse der Menschen aus der Region?

Als relevant und persönlich interessant wird von den angesprochenen Menschen nur mehr das empfunden, was aktuell ist und einen konkreten Bezug zu ihrer Situation und zu ihrer realen Lebenswelt hat. 

Der individuell richtige Augenblick und die richtige (Themen-)Verbindung entscheiden darüber, ob und wie intensiv etwas wahrgenommen wird. Alles andere ist „Rauschen im Hintergrund“.

Derzeit sind ganze Heerscharen von Analytikern und Programmierern dabei, Daten und Datenströme für das digitale Marketing nutzbar zu machen – und sie werden Erfolge erzielen. Der Tischler aber kann die Gunst der Stunde nützen und die Dialoge mit den Kunden viel direkter und einfacher angehen: Er muss nur mit den Menschen reden, ganz genau hinhören, Entwicklungen beobachten, Daten und Infos festhalten und sammeln und immer ganz nahe an seinen (potenziellen) Kunden sein. Am besten über Generationen hinweg. So wird digital zu regional. Einfach und genial.

Autor/in:
Harald Jeschke

Harald Jeschke ist geschäftsführender Gesellschafter der softnomics marketing-kommunikation kg in Leon­ding.

softnomics kg, 4052 Ansfelden, Haider Straße 21, Tel.: +43 (0)732/797310,
E-Mail: h.jeschke@softnomics.at,
www.softnomics.at

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