Direkt zum Inhalt
Für das Schloss Esterhazy in Eisenstadt fertigte und verlegte die Bodenlegerei ein hexagonales Massivholztafelparkett.

Edles Parkett aus 17.850 Einzelteilen

20.11.2018

Von der Wandverkleidung aus Glas für eine U-Bahn-Station bis zum außergewöhnlichen Tafelparkett  aus tausenden Einzelteilen: Beim 29. oberösterreichischen Handwerkspreis wurden herausragende handwerkliche Leistungen gewürdigt.

Platz eins ging an Glas Wiesbauer aus Mauthausen für die Produktion  und Lieferung von Spezialgläsern als komplette Wandverkleidung einer U-Bahnstation in Amsterdam.

Der oberösterreichische Handwerkspreis ist eine Initiative der WKOÖ und der Raiffeisenlandesbank OÖ und wird seit 1990 vergeben. Bei der 29. Ausgabe wählte eine fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Tischler-Bundesinnungsmeister Gerhard Spitzbart aus 100 Einreichungen die Preisträger in vier Kategorien.  

In der Kategorie „Bauen – Sanieren – Einrichten & Wohnen“ wurde „Die Bodenlegerei e.U“. für ein besonders schönes und handwerklich anspruchsvolles Projekt mit dem dritten Platz belohnt: Für das Schloss Esterhazy in Eisenstadt fertigte und verlegte der Bodenlegermeisterbetrieb ein hexagonales Massivholztafelparkett aus 17.850 Einzelteilen.

Außergewöhnliches Muster

Für die Herstellung der insgesamt 210 Massivholztafeln im Foyer des Haydnsaals im Schloss Esterhazy musste zuerst eine massive Tafel aus dem Nachbarraum repliziert und dem neuen Raum proportional angepasst werden. Dann erst konnte die Verlegung erfolgen.Jede einzelne der Massivholztafeln besteht aus 85 Einzelteilen, die 22 mm dicken Massivholzstäbe sind genutet und mit Fremdfedern zueinander verbunden. Dieses außergewöhnliche Muster wurde in Eiche massiv, Sortierung Selekt, mit einer glatten Oberfläche hergestellt.

Perfekte Verarbeitung

Die handwerkliche Herausforderung war, dass alle Einzelteile auf ein Zehntel Millimeter genau geschnitten, gefast und zusammengesteckt wurden und jede einzelne Tafel zueinander perfekt sitzen musste, um zu einem großen symmetrischen Muster am Boden zu werden. So wurde aus 17.850 Einzelteilen ein einzigartiger Boden, der das Foyer beim Haydnsaal in neuem Glanz erstrahlen lässt.

Den zweiten Platz in der Kategorie belegte die Holzbau Bammer GmbH aus Scharnstein für die Erhaltung und Sanierung des Hofmühlstegs. Platz eins ging an Glas Wiesbauer aus Mauthausen für die Produktion  und Lieferung von Spezialgläsern als komplette Wandverkleidung einer U-Bahnstation in Amsterdam.

Beim Siegerprojekt galt es nicht nur, den hohen künstlerischen Anforderungen des niederländischen Künstlers Gerald Van der Kaap, der für die Gestaltung verantwortlich war, zu genügen. Die Wandverkleidung stellte auch eine  besondere handwerkliche Herausforderung dar. So musste vom Zuschnitt bis zum Verbund darauf geachtet werden, dass das Glas immer in derselben Ausrichtung bleibt, damit bei allen Gläsern derselbe Strukturverlauf gewährleistet war, um Farb- und Designdifferenzen auszuschließen. Da die Aufhängungspositionen bereits bauseitig vorgegeben waren, mussten die Senkbohrungen für die Montage der Paneele exakt gefertigt werden. Alle Gläser wurden mit einer fortlaufenden Nummer versehen und mussten in der richtigen Reihenfolge geschnitten, bearbeitet, in mehreren Ebenen bedruckt und dann nach exakter Ladeliste auf die Transportgestelle geladen werden, sodass diese genau in der Reihenfolge montiert werden konnten. Die insgesamt 632 Einzelteile ergeben ein ganzes großes Bild – wie ein Puzzle, das ohne Nummerierung nicht mehr „gebaut“ werden könnte. (red/wkoö)

 

Werbung
Werbung