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Der Ovvo von Wegoma Virutex ist ein cleveres ­System für die Möbelverbindung: Mit einem Klick  ist die Verbindung fest arretiert.Der Ovvo besteht aus drei Teilen. Sie unterscheiden sich je nachdem, ob der Verbinder fest oder lösbar ­verbaut wird.

Ein Möbelverbinder zum Klicken

26.06.2019

Mit den Ovvo-Verbindern bietet Wegoma Virutex ein System, mit dem sich Möbekomponenten einfach durch Einrasten verbinden lassen – schnell, stabil und bei Bedarf auch wieder zerlegbar.

Die Handmaschine beim Arbeiten an einer Gehrung. Die verstellbare Auflagefläche ermöglicht das Fräsen in unterschiedlichen Winkeln.

Laminat- und Parkettfußböden lassen sich im Fugenbereich ganz einfach per Klicksystem verbinden. Warum funktioniert das nicht auch bei Möbeln? Unsichtbar verbunden, schnell montiert, ohne Leim und Zwingen – und bei Bedarf durch verschieben auch schnell wieder zerlegbar. Das wäre doch was! Zugegeben: Ein Klick-System für Möbel, ähnlich wie wir es aus dem Laminatbereich kennen, ist aufwendig herzustellen. Erste Ansätze dazu gibt es im Möbelteile-Segment. Ein anderer Ansatz ist die Verwendung eines Klick-Verbinders – gerade für Tischler eine einfache, zeitsparende Variante

Feste oder zerlegbare Verbindung

Wegoma Virutex hat mit dem Ovvo-System einen für diese Anforderungen maßgeschneiderten Beschlag entwickelt. Fest oder zerlegbar lassen sich damit Möbelkomponenten durch Einrasten verbinden. Der Verbinder benötigt zwei Frästaschen mit einer Tiefe von mindestens 12,7 mm bis maximal 13,1 mm und einer Taschenlänge von 39,3 mm. Der aus einem Kunststoff gefertigte Ovvo besteht aus drei Teilen: zwei Gehäusen und einem Verbinder. In jede Frästasche wird das durch Widerhaken sich von selbst arretierende Verbindergehäuse eingerastet. Hier muss bei der Auswahl und der Montage genau darauf geachtet werden, ob es sich um eine feste oder um eine zerlegbare Verbindung handelt. Soll Letztere umgesetzt werden, muss man die Montagerichtung des Gehäuses PH1240 genau beachten. Nur wenn die Öffnungen der Verbindergehäuse in dieselbe Richtung zeigen, ist gewährleistet, dass sich die Verbindung durch Verschieben wieder lösen lässt. Auch bei der Vormontage der Verbinder ist dies zu beachten. Was im ersten Moment kompliziert scheint ist letztlich recht einfach umzusetzen. Hat man sich erst einmal eine Vorgehensweise erarbeitet, lässt sich diese immer wieder anwenden. Einfacher ist da die Montage der festen Verbindung. Hier werden beidseitig dieselben Verbindergehäuse verbaut und einseitig der Verbinder vormontiert.

Verbindertypen

Für unterschiedliche Ansprüche an das Material werden unterschiedliche Verbindersets angeboten. So ist für Materialstärken ab 12 mm oder für Werkstoffe mit einer hohen Materialdichte der Verbinder Typ 4 (V0930) erhältlich. Für Materialstärken ab 15 mm Materialstärke wird der Verbinder Typ 5 (V1230) angeboten, und für Materialstärken ab 19 mm ist der Verbinder Typ 1 (1240) erhältlich. Für jeden Typ ist der jeweilig passende Fräser einzu­setzen.

Die Verbinder lassen sich für die meisten in der Tischlerei anfallenden Verbindungssituationen einsetzten – egal ob stumpf, in der Länge, auf Gehrung im Platten- oder Rahmenbau. Im Zweifelsfall sollte ein Muster angefertigt werden. Das bringt Klarheit, ob das System für diesen speziellen Fall geeignet ist. Die Scherfestigkeitswerte des Ovvo-Systems werden im Paartest bei Spanplatte mit 600N, bei MDF mit 700N und bei Buche mit 1000N und die Zugfestigkeit im Einzeltest mit 500N für die fixen Verbinder angegeben.

Eine Frage des Fräsens

Die Basis für das Ovvo-System bildet ein spezielles Fräsprinzip mit einem Werkzeug, das ähnlich wie ein T-Nut-Fräser eingesetzt wird. Die Tasche kann sowohl mit der CNC, mit der Handmaschine AB181 oder mit einer Handoberfräse mithilfe einer selbstgefertigten Schablone gefräst werden. Nur wenn das folgende Fräsprinzip umgesetzt wird, kann die optimale Frästasche für die Ovvo-Verbindergehäuse erstellt werden. Hierbei muss man wie folgt vorgehen: Eintauchen, Fräsen, Rückstellen. So entstehen beim Eintauchen und Ausfahren an den jeweiligen Enden der Frästasche kreisförmige Öffnungen mit einem Durchmesser von 12 mm. Beim Fräsen der Tasche entsteht eine Nut mit einer Breite von 10 mm. Diese ist im Fräsgrund, bedingt durch die besondere Form des Fräsers, 12 mm breit und nimmt die Widerhaken der Verbindergehäuse auf. Letztere passen somit genau in die Frästasche und arretieren sich von selbst. Das Fräsprinzip ist identisch, egal ob mit der CNC, der Handmaschine oder mit einer Handoberfräse gearbeitet wird. Kommen entsprechende Schablonen zum Einsatz, lassen sich die Verbinder durchaus auch mit der Handoberfräse verarbeiten. Im CNC-Bereich ist es erforderlich, dass die Tasche entsprechend der Vorgaben ausgeräumt und nicht stufenweise ausgearbeitet wird. Bei Gehrungsverbindungen sollte die Maschine über die dementsprechenden Achsen verfügen.

Verarbeitung per Handmaschine

Die angebotene Handmaschine entspricht einer Oberfräse, die präzis in einer Vorrichtung geführt wird. Der Frästisch ist mit einer Anti-Rutsch-Auflage belegt und kann im Winkel verstellt werden. Dies ermöglicht das Fräsen der Verbinder in verschiedenen Winkeln, ohne Kratzer auf der Oberfläche zu hinterlassen. Der Winkeltisch verfügt über eine Einrastfunktion, bei der die Winkel 0,45 und 90 Grad automatisch einrasten. Außerdem ist eine schnelle, fein justierbare Frästiefeneinverstellung für die unterschiedlichen Verbindergrößen und eine Möglichkeit zur Anpassung der Materialstärken integriert. Auch federnd gelagerte Anschlagbolzen sind angebracht und erleichtern das Positionieren der Maschine. Für Mehrfachfräsungen befindet sich ein entsprechender Anschlag an der Maschine. Dieser ermöglicht das passgenaue Positionieren der Maschine, wenn bedingt durch die Schranktiefe mehr als zwei Verbinder erforderlich sind. Auch ein Anschluss für den Staubsauger ist vorhanden.

Bezogen werden kann das System direkt vom Anbieter, der sowohl die Verbinder, die Fräser und die Handmaschine vertreibt. Die für die CNC empfohlenen Parameter sind wie folgt: Bei einer Drehzahl von 18.000 U/min wird mit einem Vorschub von 2,5 m eingetaucht und mit einem Vorschub von 5 m bis 7,5 m gefräst.

Fazit

Mit dem Ovvo-Verbindersystem bietet Wegoma Virutex ein cleveres System für die Möbelverbindung an: Mit einem Klick ist die Verbindung fest arretiert. Und das auch in einer zerlegbaren Version. Verwirklicht wird dies durch einen speziellen Fräser, der nach einem bestimmten Fräsmuster arbeitet. Auch von Endkunden können Verbindungen so ohne große Vorkenntnissen montiert werden. Selbstspannende, festverleimte Verbindungen, die mit einfachen Mitteln herzustellen sind, stehen im Holzhandwerk hoch im Kurs. Persönlich würde ich zu einer unterschiedlichen Farbgebung der Verbinder raten. Dann ließen sich auf den ersten Blick die festen von den lösbaren Verbindern unterscheiden. www.wegoma-virutex.de

Autor/in:
Stefan Böning
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