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Insgesamt hat der Optimismus im Vergleich zum Vorquartal zugenommen.

Konjunktur: Positive Aussichten für die Tischlerbranche

18.04.2018

Die aktuellen Daten der KMU Forschung Austria zeigen: Obwohl der Branchenumsatz leicht zurückgegangen ist, konnten die Betriebe 2017 ihre Preise deutlich steigern. Für das kommende Quartal sind die Tischler optimistisch wie lange nicht.

Die Wirtschaft erlebt einen langsamen Aufschwung und auch die Tischlerbetriebe sind laut Auswertungen der KMU Forschung Austria für die kommenden Monate positiv gestimmt.

Im Jahr 2017 erhöhten sich im gesamten Branchenschnitt die Umsätze um 2,3 Prozent, dies ist allerdings ein geringerer Anstieg als im Vorjahr (2016: 2,4 Prozent). 42 Prozent der Betriebe meldeten Umsatzsteigerungen gegenüber 2016 um durchschnittlich 9,9 Prozent. Derselbe Anteil der Betriebe verzeichnete einen gleichbleibenden Umsatz, während 16 Prozent einen deutlichen Rückgang der Umsätze um 11,7 Prozent beklagten.

Die gesamte Wirtschaftsleistung Österreichs ist im Vergleich allerdings um 4,5 Prozent gestiegen –  zuletzt war das Bruttoinlandsprodukt 2011 etwa so hoch (2016 waren es 2,6 Prozent).

Allerdings konnten die Tischlereien – ausgewertet wurden die Daten von 191 Betrieben mit 2.355 Beschäftigten – die Preise im Vergleich zum Jahr davor deutlich steigern, nämlich um 2,1 Prozent – was übrigens exakt der Inflationsrate entspricht. 2016 betrug die Preiserhöhung im Branchenschnitt nur 1,2 Prozent. Mit 52 Prozent konnten mehr als die Hälfte der Betriebe die Verkaufspreise 2017 im Vergleich zu 2016 erhöhen, bei 47 Prozent blieben die Preise konstant und nur 1 Prozent der Betriebe musste die Preise reduzieren.

Die einzelnen Geschäftsbereiche entwickelten sich unterschiedlich: Im Segment Möbelherstellung – für 89 Prozent der Befragten relevant – stiegen die Auftragseingänge um 28 Prozent, für rund 60 Prozent blieb dieses Segment gleich.

In der Bautischlerei – für fast mehr als die Hälfte der Betriebe von Relevanz – verzeichneten 12 Prozent ein Wachstum, 65 Prozent hielten das Vorjahresniveau. Ähnlich die Entwicklung in der Althaussanierung, wo 69 Prozent der Befragten eine gleich bleibende Tendenz meldeten (20 Prozent eine Steigerung, elf Prozent hatten weniger Auftragseingänge).

Tischler sind optimistisch

Im Hinblick auf das Jahr 2018 waren die Betriebe durchaus optimistisch: Immerhin planen 58 Prozent Investitionen zu tätigen, ein Drittel rechnet mit höheren Investitionen als im Vorjahr.

Allerdings gibt es auch Problembereiche: Rund 60 Prozent der Firmen fühlen sich durch die Preiskonkurrenz beeinträchtigt, knapp die Hälfte durch Fachkräftemangel und auch 22 Prozent durch Lehrlingsmangel.

Das Stimmungsbarometer im 1. Quartal 2018 liegt absolut betrachtet auf gutem Niveau: 39 Prozent beurteilen die Geschäftslage mit „gut“, 54 Prozent mit „saisonüblich“ und nur 7 Prozent mit „schlecht“ – dies ergibt ein Saldo von 32 Prozent, gegenüber 33 im Vorquartal.

Die Erwartungen für die Monate April bis Juni sind um einiges optimistischer als noch im Herbst oder zu Jahresbeginn. Ein Viertel der Betriebe prognostizieren für das 2. Quartal 2018 einen Anstieg der Auftragseingänge, 68 Prozent erwarten keine Veränderungen und nur 7 Prozent rechnen mit Rückgängen – ergibt ein Positivsaldo von 18 Prozent, gegenüber nur 10 Prozent im Vorquartal.

Auch hinsichtlich der Personalplanung zeigen sich die Betriebe optimistisch: 20 Prozent der Betriebe planen, den Beschäftigtenstand im Zeitraum April bis Juni 2018 zu erhöhen, fast 80 Prozent der Betriebe rechnen damit, den Personalstand konstant halten zu können und nur 1 Prozent beabsichtigt, die Zahl der Mitarbeiter zu verringern. Im Durchschnitt ergibt sich daraus eine geplante Erhöhung des Beschäftigtenstandes um 4,1 Prozent. Der Personalbedarf liegt damit über dem Niveau des Vergleichsquartals des Vorjahres. (red)

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