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Kunst und Kampf

08.09.2017

KOLUMNE Der Samurai in der Werkstatt*

Wer sich den Anforderungen stellt, denen sich ein Tischler heute gegenübersieht, braucht mehr als eine gute Finanzierung und positives Denken: Er braucht Gelassenheit, Flexibilität, Entschlossenheit, Mut und vor allem Intuition. Und wenn er bei alledem auch noch jene Werte hochhält, die ihm persönlich wichtig sind, hat er auch das Glück des Tüchtigen.

Der Dalai Lama hat in seiner Rede im Juni 2012 in der Wiener Stadthalle den richtigen Umgang mit Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit auf den Punkt gebracht: Er macht frei von Stress. Denn es gibt dann nichts, was man verbergen muss, und die vorhandene Energie kann ungehindert fließen und produktiv eingesetzt werden. Der Lohn für Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit ist jene Gelassenheit, wie sie nur aus stabilen Emotionen kommen kann, und damit steht dann das Tor zur Intuition ganz weit offen. Und Intuition ist nicht nur eine andere Form von Intelligenz, sondern das Kernthema von Kreativität, Kunst, selbstständigem Denken, Mut und nachhaltig erfolgreichem Management. Der Gründer des Drogeriemarktes dm, Götz Werner, hat auf die Frage, wozu man Intuition braucht, sinngemäß geantwortet: „Sie ist die Voraussetzung dafür, dass man im richtigen Augenblick automatisch das Richtige tut.“

Gerade in bewegten Zeiten kommt der Verlust der Kontrolle und das Verlassen der „inneren Mitte“ fast immer einer Niederlage gleich. Das ist im Verkauf nicht anders als im Führen und Entwickeln des eigenen Unternehmens. 

Und es ist immer auch eine Frage der Haltung, wie der kurze Dialog in der Folge erläutert: 
„In Japan gibt es Leute, die machen ein Katana [Anm.: das Schwert, wie es die Samurai verwendet haben] innerhalb von zwei Tagen, und es gibt welche, die benötigen dafür zwei Jahre. Was ist der Unterschied?

Die Antwort: „Jener, der zwei Jahre braucht, möchte seinen Charakter weiterentwickeln.“
Nach der Urlaubszeit – so weiß ich – sind die Menschen für die Verbesserung der eigenen Lebens- und Zeitqualität ganz besonders empfänglich. Deshalb steht dieser Beitrag auch gerade in dieser Ausgabe des Tischler-Journals.

*Ich danke dem Unternehmensberater, Managementtrainer und Japan-Kenner Dr. Reinhard Lindner für unsere Gespräche und für sein Buch „Der Samurai-Manager“ (Wien-Graz-Klagenfurt, 2014), das mich in vielen meiner Überzeugungen bestärkt hat … und mich in noch viel mehr Aspekten fordert. 
www.dersamuraimanager.com

Autor/in:
Harald Jeschke

Harald Jeschke ist geschäftsführender Gesellschafter der softnomics marketing-kommunikation kg in Leon­ding.

softnomics kg, 4052 Ansfelden, Haider Straße 21, Tel.: +43 (0)732/797310,
E-Mail: h.jeschke@softnomics.at,
www.softnomics.at

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