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Maskenball

05.02.2020

Traurige Lachnummer: vorgeben zu sein, was wir nicht sind.

Es macht einfach Spaß, in neue Rollen zu schlüpfen: 

Da „geht“ der schüchterne Handwerker als Pirat und wird für eine Nacht zum Räuber und Eroberer der weiblichen Herzen. Der ortsbekannte Sünder und Filou erscheint als Don Camillo in einer Soutane, und der beleibte und unsportliche Bankdirektor präsentiert sich als Spiderman, der locker über Hochhäuser springt. Das ist doch OK, oder? Keine Frage. Solange das alles im Ballsaal bleibt …

Wenn diese Maskerade aber im Alltag die Oberhand gewinnt und wir vorgeben zu sein, was wir nicht sind, wird es für unser Ansehen gefährlich. Und es gibt viele Formen der Inszenierung:

• Der Wir-machen-das-schon-Typ, der dem Kunden Dinge und Termine verspricht, von denen er schon bei der Zusage weiß, dass er sie nicht halten kann.
• Der Alles-ist-so-schwierig-Tüftler, der schon bei der kleinsten Frage bedächtig den Kopf wiegt und bei seinem Kunden nur Bedenken und Verständnislosigkeit zurücklässt.
• Der Ich-bin-ja-viel-mehr-als-nur-ein-einfacher-Tischler-Zampano, der mit so viel Fachbegriffen um sich wirft, dass er alle und alles vernebelt und verwirrt.
• Der Immer-total-gut-drauf-Zauberer, der seine Selbstinszenierung zum Hauptthema macht und dabei alle fachlichen Fragen hintanstellt.

Diese Liste ließe sich (fast) beliebig lang fortsetzen mit Masken und Auftritten, die vor allem eines verdecken: das Authentische, das Wirkliche, das Ehrliche, das Einzigartige.

Keine Frage: Niemand soll sich „kleiner machen“ als er ist, und ein bisschen klappern gehört zum Handwerk … aber wir müssen wissen, wann der Maskenball vorbei ist. Sonst werden wir zur traurigen Lachnummer, die niemand mehr ernst nehmen kann. Auf Facebook & Co lügen viele User(innen) sich und andere an, um möglichst viele Likes einzuheimsen. Sie verschanzen sich hinter Wunschnamen und Traum-Egos. Und bei einer Begegnung in der realen Welt ist dann die Enttäuschung grenzenlos. Die Betreiber von Partnersuche-Portalen können davon ein Lied singen … Authentisch zu sein, ist die Grundlage von Glaubwürdigkeit und Vertrauen.

Es ist das, was nach einem ersten Eindruck bleibt, für den man bekanntlich keine zweite Chance bekommt. Es ist das, was im Raum steht, wenn sich die Dunstschwaden der Ballnächte verzogen haben und der Alltag hinter den Masken hervorkriecht: unser reales Leben.

Viel Erfolg, einen lustigen Fasching und eine erfolgreiche Rückkehr zu sich selbst; zur Person, die man schätzt, weil sie echt ist. Zu dem, was Sie wirklich sind.

Autor/in:
Harald Jeschke

Harald Jeschke ist geschäftsführender Gesellschafter der softnomics marketing-kommunikation kg in Leon­ding.

softnomics kg, 4052 Ansfelden, Haider Straße 21, Tel.: +43 (0)732/797310,
E-Mail: h.jeschke@softnomics.at,
www.softnomics.at

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