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Möbel made in Denmark

17.10.2019

Und noch eine interessante Ausstellung im Hofmobiliendepot: Bis 12. Jänner zeigt das Möbelmuseum die facettenreiche Entwicklung des dänischen Designs von der Jahrhundertwende bis heute.

Dänisches Design gilt heute als Inbegriff und Ausdruck eines zeitlosen und dennoch modernen Lebensstils. Das Hofmobiliendepot in Wien zeigt in der Ausstellung „Made in Denmark. Dänisches Design seit 1900“ in Kooperation mit dem Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig bis 12. Jänner 2020 die facettenreiche Entwicklung des dänischen Designs seit der Jahrhundertwende bis heute. Der Schwerpunkt der Präsentation liegt auf den Entwürfen der 1950er und 1960er Jahre, als dänisches Design den internationalen Durchbruch feierte und unter dem Namen „Danish Modern“ zum Synonym für hochwertige und innovative Gestaltung wurde. In der Ausstellung sind rund 220 Exponate zu sehen, darunter 65 Möbel, aber auch eine Auswahl an Keramik, Porzellan, Silber, Schmuck und Spielzeug.

Markenzeichen „Made in Denmark“

Dänisches Design ist untrennbar mit vielen Designikonen des 20. Jahrhunderts verbunden. Dänische Gestalter wie Kaare Klint, Arne Jacobsen, Hans Wegner, Poul Henningsen, Poul Kjærholm, Nanna Ditzel und Verner Panton haben die Produkt- und Wohnkultur geprägt – vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als sich „Made in Denmark“ als internationales Markenzeichen etablieren konnte. Hersteller wie Fritz Hansen im Möbelbereich und Louis Poulsen im Lampendesign haben das ihre zur Bedeutung des dänischen Designs beigetragen. „Durch die enge Zusammenarbeit der Designer mit engagierten Produzenten entstanden in der Nachkriegszeit zahlreiche Möbel- und Leuchtenklassiker, die größtenteils noch heute in Produktion sind“, erklärt die Kuratorin Sabine Epple.

Der dänische Jugendstil

Die Basis für das moderne dänische Design wurde schon mit dem „Skønvirke“ gelegt, wie der Name der dänischen Ausprägung des Jugenstils lautet. Den herausragenden Vertretern dieses Stils, Thorvald Bindesbøll (1846-1908) und Johan Rohde (1856-1935), wird in der Ausstellung besondere Beachtung geschenkt. Von ihnen ist jeweils ein Möbelensemble zu sehen.

Wegbereiter der dänischen Moderne

Die Schau wirft zudem einen Blick auf die Tendenzen im Art Déco – das die Formensprache des geometrisch-abstrakten Jugendstils aufgriff und weiterführte – und auf die Entwicklungen im Funktionalismus – bei dem der Dekor reduziert wurde bzw. vollständig verschwand. Auch von Kaare Klint (1888-1954), dem „Vater der dänischen Möbelschule“, werden Entwürfe präsentiert, darunter der berühmte „Safari Chair“.

Die Schau geht auch auf die Kunststoffeuphorie der 1960er und 1970er Jahre ein, mit der eine neue Möbelgeneration in innovativen Formen und lebhaften Farben den Markt eroberte. Das traditionelle Handwerk in Verbindung mit einem gewissen Pragmatismus und einer Vorliebe für natürliche Materialien blieb allerdings bis heute vorherrschend. Neue Unternehmen wie Normann Copenhagen, Hay oder Muuto haben sich die Neuausrichtung bzw. -interpretation des dänischen Designs auf die Fahne geschrieben. Traditionsbetriebe wie Fredericia Furniture wiederum arbeiten mit unterschiedlichen internationalen Designern zusammenarbeiten, ohne dabei den hohen Qualitätsanspruch und den Bezug zum skandinavischen Designerbe außer Acht zu lassen. (red/hofmobiliendepot) www.hofmobiliendepot.at

 

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