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Möbel von Dreikant: jedes Stück ein Unikat

07.05.2019

Mit handwerklichem Können und viel Freude am Tun produziert das Dreikant-Team seine Unikat-Tische abseits des Möbel-Mainstreams.

Die Begeisterung für das Handwerk, den Werkstoff Holz und ausgefallene Möbel eint die drei Freunde und Dreikant-Gründer Mario Siller, Stefan Rehrl und Matthias Lienbacher seit ihren gemeinsamen Hauptschultagen. Ebenso die Idee, einmal im Team beruflich durchzustarten. „Irgendwie lief es immer wieder auf die Produktion von Tischen und auf den Ladenbau hinaus. Hier kann sich jeder mit seinem Gebiet einbringen und voll im Unternehmen aufgehen“, erzählt Lienbacher und berichtet weiter von den Anfängen: „Wir sind ein klassisches Garagen-Start-up.“ 
Neben ihren Fulltime-Jobs begannen die drei jungen Salzburger mit der Produktion individueller Tische – die Platte aus einem Stamm, das Untergestell aus Stahl. Vor drei Jahren gründeten die „Drei mit Ecken und Kanten“ ihr Unternehmen mit Standort Golling, in dem sie zuerst nebenberuflich tätig waren. Die Idee schlug ein, das Wachstum ging schnell voran. Heute ist von nebenbei keine Rede mehr: Dreikant besteht mittlerweile aus acht Leuten, man hat zusätzlich zu der Werkstatt in Golling einen großen Schauraum in Hallein und einen kleineren in der Salzburger Innenstadt ausgestattet. Hier können die Kunden über hundert Rohplatten anschauen, es werden regelmäßig wechselnde, fertige Ess- und Couch-Tische ausgestellt. 

Eine kluge Verbindung

Wie erklärt sich dieser schnelle Erfolg? Zu einem großen Teil liegt dieser in der Freude an der Arbeit begründet, die man förmlich spürt, wenn Matthias Lienbacher erzählt: „Wir bieten individuelle Möbelstücke, die es immer nur einmal gibt. Unser junges Team verbindet alte Handwerkstechniken, modernen Maschineneinsatz und neue Vermarktungswege.“ Man habe zwar weder den Tisch aus einer Platte noch die Epoxidharz-Elemente, noch die Kombination mit Stahluntergestellen erfunden. Es sind das Design und die Herangehensweise an das Thema, „die uns so einzigartig machen. Da wir alle nicht direkt aus der Tischlerbranche kommen, schauen wir vielleicht auch etwas anders drauf – und das macht Spaß und kommt an.“ 

Vielseitig ausgebildet

Die verschiedenen Ausbildungen der drei Gründer mit den Schwerpunkten Finanzen, Metall- und Maschinenbau sowie Holztechnik kommen in ihrem eigenen Unternehmen auch alle zum Einsatz. Mario Siller, der Zahlenmensch, ist für die Finanzen und die Administration verantwortlich, Maschinenbaumeister Stefan Rehrl – Mister Design­line – ist der Spezialist für Esstische; ­Matthias Lienbacher ist Holz-Fachmann und für die Business-Projekte in Sachen Gastronomieausstattung und Ladenbau verantwortlich. Durch das schnelle Wachstum hat jeder der drei heute einen Support für sein Fach an der Seite – im Team gibt es mittlerweile einen Verkäufer, eine Sekretärin, eine Planerin, einen Tischler und einen Schlosser. Und: Die Grenzen zwischen den Aufgabenbereichen verschwimmen zusehends, „und genau das macht unsere Arbeit immer wieder aufs Neue spannend.“

In den Startlöchern

„Wir wollen das Wachstum definitiv beibehalten, denn wir sind noch lange nicht dort, wo wir hinwollen“, definiert der Jungunternehmer das Ziel. Derzeit sei man in Salzburg sehr gut aufgestellt und habe auch schon internationale Kunden – der am weitesten entfernte Tisch aus Salzburg ist aktuell auf den Cayman-Inseln zuhause. 
Ein entscheidender Schritt in Richtung weiteres Wachstum und Internationalisierung ist der Brückenschlag zum Handel, der seit der Präsenz von Dreikant auf der Kölner Möbelmesse im Jänner 2019 durch intensives Kontakten so richtig Fahrt aufnimmt. „Wir sind mittlerweile im kleinen, feinen Möbelhandel, mit unseren Produkten präsent und mit unserem neuen Konfigurator starten wir gerade richtig durch“, berichtet Lienbacher. Dieses Tool, das man bisher nur von großen Möbelhäusern kennt, ermöglicht es nun auch „kleineren“ Partnern wie Händlern, Küchenstudios und natürlich auch interessierten Tischlern, deren Schwerpunkt in der Produktion anderweitig gelagert ist, Tische schnell und einfach zu konfigurieren: Sie können sich das Dreikant-Sortiment damit quasi in den eigenen Schauraum holen. „Wir hatten das Problem, dass wir mit einem oder zwei ausgestellten Tischen zwar die Begierde wecken konnten, aber die individuelle Wunscherfüllung schwierig war“, so der 26-Jährige. Dieses Thema scheint nun gelöst: Alle lagernden Roh-Platten – das können bis zu 250 sein – werden digitalisiert und gescannt. Die Produkte werden vom Partner bzw. Kunden mittels Filter ausgewählt und digital bezüglich Abmessungen, Oberflächen und Ergänzungen bearbeitet. Zum Abschluss wird eines von 30 Stahl-Untergestellen hinzugefügt. Das fertige 3D-Modell wird dann ganz einfach heruntergeladen und durch die Kamera eines Tablets oder Mobiltelefons direkt in den Raum projiziert, in dem der Tisch später stehen soll. So lassen sich die Möbel fast real erleben, obwohl es sie in dieser Form noch gar nicht gibt. 

Holz aus der Region

Das Holz für die Tische kommt ausschließlich aus den Alpen und ihrem Umland, dabei vornehmlich aus Österreich aber auch aus der Schweiz und aus Bayern. Bei den Holzarten ist man grundsätzlich für alles offen, setzt auf Klassisches wie Eiche, Ulme, Ahorn und Nussholz, ist aber auch experimentierfreudig. So wird die Buche neu belebt, ebenso sind Platten aus gedämpftem Birnenholz – durch diese Bearbeitung ergibt sich ein besonders schönes Farbenspiel – im Schauraum zu finden. Auch Maserpappel wurde bereits verarbeitet, obwohl diese nicht als klassisches Tischholz gilt. Es gibt Kombinationen mit Epoxidharz, die Holzoberflächen sind zumeist gebürstet und geölt, auf Wunsch wird auch lackiert. 
„Trendbedingtes“ Lieblingsholz ist die Eiche, wobei die langen Trocknungszeiten – bei den dick geschnittenen Tischplatten liegen sie bei vier bis fünf Jahren – eine He­rausforderung darstellen. Eingekauft wird das Holz „in jeder erdenklichen Form“, stehend, als Rundholz, aufgeschnitten in nassen oder trockenen Platten. „Fertige Platten kaufen wir nur von langjährigen Partnern, am liebsten nehmen wir Rundholz aus der Region, das wir selbst aufschneiden. Denn die Story hinter dem Material ist uns sehr wichtig“, sagt ­Matthias Lien­bacher. Durch die „Aus-einem-Stamm-Spezialisierung“ spielt neben der Qualität die Dimension eine zentrale Rolle beim Einkauf. Rundholz nimmt man bei Dreikant ab einem Meter Durchmesser. Und ab 1,20 Meter Durchmesser heißt es schnell zugreifen, denn „da reißen sich alle drum“. www.dreikant.at

Autor/in:
Gudrun Haigermoser
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