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Die neue Ott Topedge-Kantenanleimmaschine bei Keplinger ist mit einer Translift-Rückführung ausgestattet.

Neue Ott-Kantenanleimmaschine bei Keplinger: 400 Teile pro Tag

10.12.2018

Der Holzwerkstoffhändler Keplinger hat sich für seine Möbelteilefertigung eine neue Ott-Kantenanleimmaschine zugelegt. Diese sorgt für eine hohe Bearbeitungsqualität und bietet mit der „Translift“-Rückführung auch viel Komfort im Handling. 

Ein Vakuumsauger dreht die Platten und hebt sie auf Rückführung
Bürst- und Schwabbelaggregate sorgen für optimale Oberflächenqualität.
Im Überblick

Unternehmen: Keplinger GmbH, Traun
Produkte: Holz & Holzwerkstoffe, Türen, Böden, Terrassen, Bearbeitungsservice & Möbelteilefertigung
Maschinen: Kantenanleimmaschinen Ott Topedge S Duo und Twister, Rückführung Translift

Der oberösterreichische Holzwerkstoffhändler Keplinger beliefert nicht nur Tischler und Kunden aus anderen Branchen mit Holz, Platten, Böden, Terrassendielen und Türen, sondern stellt in der hauseigenen Produktion auch maßgeschneiderte Zuschnitte her. Dabei werden je nach Kundenwunsch einzelne Platten konfektioniert oder komplette Korpusse gefertigt. Die Bearbeitungstiefe reicht vom Zuschnitt über das Bekanten bis zum CNC-Fräsen und allen Bohrungen. Bei Bedarf werden auch Dübel und andere Verbinder mit eingebaut.

Zuschnitt bis 5,60 Plattenlänge

Um die Kundenwünsche schnell, individuell und in der gewünschten Qualität erfüllen zu können, ist die Fertigung am Firmensitz in Traun bei Linz mit einem modernen Maschinenpark ausgestattet: Ein automatisches Plattenlager sorgt für die Sortierung des Lagerbestandes, dank einer großen Aufteilsäge können auch Platten bis 5,60 Länge zugeschnitten werden. Dazu kommen noch unter anderem ein Fünf-Achs-CNC-Bearbeitungszentrum sowie gleich zwei Kantenanleimmaschinen des oberösterreichischen Herstellers Ott. 

Im Dauerbetrieb

Insgesamt 27 Mitarbeiter sind bei Keplinger inklusive Arbeitsvorbereitung in der Produktion beschäftigt, vier davon – zwei Maschinenführer und zwei Helfer – sind für die Kantenbearbeitung zuständig. „Wir ersparen uns durch die zweite Maschine im Kantenbereich eine zweite Arbeitsschicht“, sagt Robert Heinisch, Leiter der Abteilung Zuschnittprofi, wie der Bearbeitungsbereich bei Keplinger heißt. Die kleinere der beiden Ott-Maschinen – eine Twister – ist zur Entlastung der großen Anlage gedacht. Aufgrund der guten Auftragslage liefen zuletzt jedoch beide Maschinen praktisch durchgehend. Das größere Modell hatte man sich bei Keplinger erst im Jahr 2011 neu zugelegt – doch nach fast sieben Jahren im Dauerbetrieb und rund 1,5 Mio. Laufmetern an Kantenmaterial entschied man sich heuer für eine Neuanschaffung, um weiterhin die gewünschte Zuverlässigkeit und perfekte Ergebnisse bei diesem Arbeitsschritt gewährleisten zu können. „Wenn es um die Qualität der Platten geht, hat die Kante sicherlich den wesentlichsten Anteil“, sagt Heinisch. 

Für große Formate

Für den Abteilungsleiter war klar, auch bei dem neuen Modell dem bisherigen Anbieter treu zu bleiben: „Wir arbeiten schon lange mit der Firma Ott zusammen und kennen deshalb auch die Qualität der Maschinen. Und wir sind auch mit der technischen Betreuung immer sehr zufrieden.“  
Um auch die großen Plattenformate bekanten zu können, entschied man sich bei Keplinger für eine entsprechende groß dimensionierte Maschine: Das Modell Topedge S Duo ist ganze 11,6 Meter lang.  Die Maschine ist mit einer „Translift“-Rückführung ausgestattet, mit der die Platten am Ende der Bearbeitung mittels Vakuumsauger gedreht werden, um dann retour zum Maschinenbediener transportiert zu werden. Der Mitarbeiter bekommt auf diese Weise die Platte gleich in der richtigen Ausrichtung in die Hand – für die Ablage auf dem Transportwagen oder für einen weiteren Bearbeitungsgang auf der Maschine. Abteilungsleiter Heinisch ist mit der Anlage hochzufrieden: „Wir haben mit der Translift-Rückführung eine tolle und gleichzeitig verhältnismäßig platzsparende Lösung bekommen.“
Wenn die Werkstücke mehrseitig bekantet werden müssen, gleiten sie über einen automatischen Hubtisch und einen Luftkissentisch zum Anfang der Maschine zurück. „Für den Maschinenführer ist das eine erhebliche Erleichterung“, erklärt Heinisch. Angesichts von 400 Teilen, die pro Tag durch die Maschine laufen, ist der Komfort beim Handling eben ein wichtiger Faktor.

 

Präzision und Qualität

Zu Beginn eines neuen Durchlaufes muss der Bediener das Werkstück nur an der Maschine anlegen. Der automatische Einzug sorgt dann für die millimetergenaue Positionierung. Die Maschine läuft mit Vorschubgeschwindigkeiten von 10 bis 20 m/min., ermöglicht eine Bearbeitung von Plattenstärken von 8 bis 60 mm und Kantenstärken von 0,2 bis 20 mm. Die Maschine ist mit Radiusziehklingen von 1 mm, 1,3 mm und 2 mm ausgestattet, kann dank automatischer Locherkennung auch bei Bohrungen für Möbelbänder eine gleichbleibende Qualität liefern und ist unter anderem mit drei Schwabbelscheiben bestückt – damit auch die Oberflächen allen Kundenwünschen entsprechen.

PUR soll es sein

Bei beiden Kantenanleimmaschinen setzt Keplinger ausschließlich auf die Verleimung mit PUR-Kleber. Das neue Topedge-Modell ist mit zwei Kleberbecken für das PUR-Schmelzklebergranulat in weiß bzw. transparent ausgerüstet, die je nach Dekorfarbe zur Anwendung kommen. PUR-Leime stellen zwar höhere Ansprüche an die Handhabung, ermöglichen aber ein perfektes Fugenbild in Nullfugenoptik und sind im Vergleich zu EVA-Klebern beispielsweise auch wasserbeständig. 
Für die Mitarbeiter sei der Umstieg auf die neue Maschine kein Problem gewesen, erzählt Robert Heinisch. Auch am neuen Touchscreen habe sich der Maschinenführer dank eines großen, übersichtlichen Displays schnell zurechtgefunden. Fürs Erste ist man bei Keplinger mit der neuen Anlage also kapazitätstechnisch für alle Anfragen gerüstet. Im kommenden Jahr ist trotzdem noch eine kleine Umstellung in der Produktion geplant. Für die Etiketten, mit denen die Teile den jeweiligen Aufträgen zugeordnet werden, wird ein neues Scanner-System eingeführt. Damit können die Werkstücke an den einzelnen Bearbeitungsstationen künftig automatisch anhand der Barcodes identifiziert werden – und die Produktionsabläufe werden so noch einen weiteren Schritt effizienter.
www.keplinger.at, www.ottpaul.com

 

Autor/in:
Thomas Prlic
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