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Foyer des Cinemaxx Dostyk Plaza: Für die Gestaltung der Kinos sind oft außergewöhnliche Materialien gefragt.

Reportage: Vom Pinzgau nach Zentralasien

11.04.2019

Wie das Mittersiller Familienunternehmen Möbel Kogler zum Spezialisten für Kinoprojekte in Kasachstan wurde.

Vom Verkaufsmöbel bis zum Kassapult reicht die Bandbreite der Ausstattug – hier im Chaplin Khan Shatyr.
Die Tischlerei lieferte auch die Möblierung für die Wartebereiche, hier im Kinopark Esentai.

Mit rund 65 Mitarbeitern ist die Firma Möbel Kogler aus dem Salzburger Pinzgau ein großes Tischlerei- und Einrichtungsunternehmen, das Projekte für den Privatbereich ebenso umsetzt wie Innenausstattung für die Hotellerie. Der 1927 gegründete Betrieb wird bis heute als Familienunternehmen geführt, neben einer Bestattung betreibt man noch ein eigenes Hotel als weiteres wirtschaftliches Standbein. Seit etwas mehr als zehn Jahren hat sich der Tischlereibetrieb zudem zu einem Spezialisten in einem weiteren, nicht ganz alltäglichen Betätigungsfeld erarbeitet – als Einrichter von Kinos, und zwar von Kinos in Kasachstan.

Von der Wirtschaftskammer Österreich wurde Möbel Kogler für seine erfolgreiche Tätigkeit in dem zentralasiatischen Staat kürzlich mit dem erstmals vergebenen „Silk Road Biz Award“ ausgezeichnet. 17 Kinos hat das Unternehmen bislang in Kasachstan eingerichtet und gilt damit als Marktführer. Derzeit stattet man in der Millionenmetropole Almaty das Interieur des größten Lichtspielhauses des Landes mit 16 Sälen aus.

Leidenschaft fürs Kino

Die (unternehmerische) Begeisterung für das Kino hat in der Familie Kogler gewissermaßen historische Wurzeln: Schon der Vater des heutigen Geschäftsführers Ferdinand Kogler hatte eine besondere Leidenschaft für das Kino, packte abends nach der Arbeit in der Tischlerei die Leinwand ins Auto und fuhr mit seinem Wanderkino durch die Pinzgauer Dörfer. Später wurde daraus ein stationärer Kinosaal in Neukirchen. Mit dem Tischlereibetrieb entwickelte man sich jedoch erst ein paar Jahrzehnte später, nach der Jahrtausendwende, zum Spezialisten auf dem Gebiet.

Die ersten Projekte in diesem Bereich ergaben sich über die Zusammenarbeit mit dem Münchner Architekturstudio Achatz. Nach verschiedenen Projekten wie der Einrichtung des Kinos im Wiener Gasometer folgten die ersten Auslandsaufträge in Moskau, Odessa und Kiew. Dann kam die erste Projektanfrage für ein Kino in Kasachstan. Die Premiere im Jahr 2007 dort verlief dann jedoch nicht ganz nach Plan, erzählt Projektleiter Sepp Egger, Ehemann der geschäftsführenden Gesellschafterin Anneliese Egger-Kogler. Die auftragsgemäß gefertigten Möbel kamen aufgrund eines Transportschadens beschädigt am Zielort an – Egger und sein Team schafften es aber mit viel Engagement, alle Schäden zu reparieren und konnten letztendlich ein tadelloses Endresultat liefern.

Vom Kino zum Beautysalon

So war die Basis für weitere Aufträge gelegt. Schritt für Schritt erarbeiteten sich die Salzburger Möbelmacher in den folgenden Jahren Know-how in dem Bereich und sammelten die notwendige Erfahrung für die Abwicklung aller Exportabläufe. Mittlerweile stattet man etwa auch Beautysalons oder Büros in Kasachstan aus. Die Zusammenarbeit mit den kasachischen Kinobetreibern dauert bis heute an und wurde über die Jahre vertieft – für drei große Kunden liefert das Unternehmen mittlerweile die Kinoausstattung. Dabei fertigt man nicht die eigentliche Kinobestuhlung für die Vorführungssäle, sondern sämtliche Möblierung für die Foyers, Kassabereiche oder Wartebereiche, von der Wandverkleidung bis hin zum Sitzmöbel. Gefragt sind dabei oft außergewöhnliche Materialien vom speziell geformten Mineralwerkstoff bis hin zu goldfarbenen Oberflächen. Produziert wird komplett in der eigenen Werkstatt. Nach der Fertigung werden die Möbel in Holzkisten verpackt und per LKW gen Osten transportiert.

Auch für die Montage sorgen die Salzburger Einrichtungsprofis selbst. Das Engagement in Kasachstan wolle man in den nächsten Jahren noch weiter ausbauen, erzählt Projektleiter Egger. Trotz der Vielzahl an bereits errichteten Kinos gebe es in Städten wie Almaty und Astana noch viel Potenzial für weitere Projekte. Für gute Beziehungen zu den Geschäftspartnern sorgt dabei übrigens nicht nur die Zuverlässigkeit der österreichischen Handwerker, sondern auch das familieneigene Sporthotel der Koglers: Die Auftraggeber aus Kasachstan kommen nämlich auch gerne zum Urlauben in den Pinzgau – und können dann praktischerweise gleich standesgemäß beherbergt werden. www.moebel-kogler.at

Autor/in:
Thomas Prlic
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