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Andreas Mittendorfer und Werner Drechsler leiten die Tischlerei mit 20 Mitarbeitern.

Reportage: "Wir wollen etwas weiterbringen"

07.05.2019

Die Tischlerei Kreateam in Oberösterreich hat kontinuierlich in die Maschinenausstattung investiert und konnte sich damit neue Geschäftsfelder erschließen. Im vergangenen Jahr war es Zeit für eine neue CNC und eine Säge-Lagerkombination von Homag. 

Alles im Überblick dank des automatischen Plattenlagers
Fräsen, Bohren und mehr: Auf dem Homag-Bearbeitungszentrum können auch Kanten verleimt ­werden.

Seit 2005 leiten Werner Drechsler und Andreas Mittendorfer die Tischlerei Kreateam in Kirchdorf an der Krems in Oberösterreich. Nach der Übernahme vom Vorbesitzer haben die beiden mit neuem Firmennamen und viel frischem Schwung den Betrieb in den vergangenen Jahren kräftig ausgebaut. Mit 20 Mitarbeitern inklusive drei Lehrlingen, einer hochmodernen Fertigung und verschiedenen Unternehmensstandbeinen zwischen Privatsegment, Messebau und Zulieferteilen ist die Tischlerei heute gut aufgestellt. 
Die Anfänge waren dabei eher klein und bescheiden, wie Andreas Mittendorfer erzählt: Man habe mit zwei Mitarbeitern begonnen, und zunächst stand noch die eher spärliche und veraltete Maschinenausstattung dem Tatendrang der beiden neuen Eigentümer entgegen. „Wir wollten aber von Anfang an Gas geben und etwas weiterbringen.“ 

Schritt für Schritt wachsen

Man machte sich also an den Ausbau der Werkstatt, legte sich eine gebrauchte Plattensäge und eine Kantenanleimmaschine zu. Und in den folgenden Jahren wurde kontinuierlich weiter investiert. Mit den Maschinen wuchs auch das Geschäft: „Wir haben schon bei der 530er-Plattensäge sofort gesehen, was es bringt, wenn man selber Platten zuschneiden kann. 
Im Prinzip hat uns das einen neuen Markt eröffnet“, sagt Mittendorfer. So macht Krea­team mittlerweile etwa Lohnschnitt für andere Tischler, die diese Möglichkeit nicht selbst haben. Auch im Messebau erwies sich die Möglichkeit zur Bearbeitung großformatiger Platten als äußerst nützlich und als Türöffner für neue Aufträge. 

Hoher Eigenfertigungsgrad

Neben dem Messebau ist der Privatkundenbereich bis heute das wichtigste Standbein, auch die Planung wird in diesem Bereich großteils selbst erledigt. Dazu kommt ein hoher Eigenfertigungsgrad – sogar die Beschichtung von Platten mit Schichtstoff wird in der Kreateam-Werkstatt noch eigenhändig durchgeführt. Zusätzlich ist man auch noch als Zulieferer für andere Gewerke tätig – ein Bereich, in dem viele Sonderteile zu fertigen und bearbeiten sind, wofür man lange Zeit ein CNC-Bearbeitungszentrum von Weeke einsetzte. 

Reibungslose Abläufe gefragt

Die Planung und Konstruktionszeichnungen für die Projekte erstellt man in RSO, von dem die Daten in die Fertigung zur CNC bzw. zum Stücklistenprogramm übergeben werden. Seit Anfang des Jahres hat man dazu Orgacalc als Branchensoftware im Einsatz – neben der Kalkulation und dem Bestellwesen läuft auch die Zeiterfassung über das Programm. Trotz reibungsloser Abläufe stieß man in der Fertigung – zwei CNC-Techniker sind in dem Bereich beschäftigt – aber irgendwann an die Kapazitätsgrenzen des Bearbeitungszentrums. Die beiden Geschäftsführer entschieden sich deshalb für die Anschaffung einer zusätzlichen Maschine. Aufgrund der guten Erfahrungen blieb man dem bisherigen Anbieter Homag treu – und entschied sich mit dem Modell BMG 310 (mittlerweile: Centateq 310) für eine auf die Bedürfnisse von Handwerksbetrieben maßgeschneiderte Maschine. In der Werkstatt ergänzt nun das ältere Modell das neue Fünfachs-Bearbeitungszentrum, das für die Bearbeitung großer Formate mit einem etwas längeren Maschinentisch als üblich ausgestattet ist. Dank eines integrierten Kantenanleimaggregats und eines speziellen Schleifaggregats lassen sich auf der Maschine auch gerundete Teile innen und außen bearbeiten. Praktisch sei das etwa für die Fertigung von Wangen im Treppenbau, sagt Mittendorfer. „Wir setzen das Schleifwerkzeug mittlerweile regelmäßig und bei vielen Projekten ein.“ Tatsächlich habe die Arbeit mit der CNC die Planung generell stark beeinflusst – auch, weil sich damit viele Arbeitsgänge in einem Schritt erledigen lassen.  >>

Lagersystem statt Platzproblem

Effizientes Produzieren, nachhaltiges Wachstum, kontinuerliches Investieren: Nach der neuen CNC stand in der Tischlerei die Anschaffung einer neuen Plattensäge auf dem Plan. Denn auch im Zuschnitt war man schon an der Kapazitätsgrenze angelangt. „Wir hatten ein echtes Platzproblem, und besonders lästig und zeitraubend 
war, dass man ständig mit dem Stapler zwischen Regal und Säge hin- und herfahren musste.“ 
Trotz der eher kompakten Werkstattausmaße entschied man sich für eine Säge-Lager-Kombination, ebenfalls von Homag. Dank der neuen ­Sawteq B-300 ist man nun im Handling wesentlich schneller und hat dank des computergesteuerten Lagersystems einen besseren Überblick über den aktuellen Lagerbestand. Der Sägetechniker ist per komfortablem Touchpad mit dem System verbunden und auch für die Lagerhaltung zuständig. Andreas Mittendorfer legt dabei großen Wert auf die Bezeichnung Sägetechniker – um klar zu zeigen, dass damit ein anspruchsvoller Job mit eigenem Verantwortungsbereich verbunden ist. Moderne Technik wie das intergrierte LED-Assistenzsystem hilft dem Techniker dabei, alle Handgriffe schnell und richtig zu erledigen. Praktisch ist auch der in der Säge im Druckbalken integrierte Etikettendrucker, der dafür sorgt, dass die Etiketten zur Identifizerung der Werkstücke automatisch auf die Platten geklebt werden.
Seit April ist die neue Fertigung samt Plattensäge nun in Betrieb – und damit ist die Tischlerei vorerst auch kapazitätstechnisch gut gerüstet. Die neuen Möglichkeiten der CNC habe man dabei noch längst nicht ausgereizt, sagt Mittendorfer. So will man sich demnächst dem Thema 3-D-Fräsen intensiver widmen – dazu wolle man aber erst noch die Mitarbeiter tiefergehend schulen. Beim Kreateam einer der nächsten Schritte, um die Potenziale, die die moderne Technik bietet, noch besser auszuschöpfen.  
www.kreateam.at, www.homag.com 
 

Und hier geht´s zum Video mit einem Blick in die Werkstatt.

Autor/in:
Thomas Prlic
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