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Runde Sache

28.06.2012

Der 53. Bundeslehrlingswettbewerb fand am 21. Juni in Wels statt und war, perfekt von der Landesinnung Oberösterreich organisiert, wieder ein gelungener und geselliger Branchentreff. Beim Wettbewerb selbst waren heuer die steirischen Lehrlinge nicht zu schlagen.

Der Bundeslehrlingswettbewerb ist traditionell weit mehr als nur ein sportlicher Wettkampf der besten Nachwuchstischler. An zwei Tagen treffen sich alljährlich Hunderte Tischler, Funktionäre, Teilnehmer, deren Familien und der Branche verbundene Interessenten und machen den Bundesbewerb so zu einem geselligen Tischlerfest und Branchentreff. Der heuer zum 53. Mal abgehaltene Bundeslehrlingswettbewerb fand diesmal in Wels statt. Die von der Landesinnung Ober­österreich perfekt organisierte Veranstaltung war auch heuer wieder eine rundum gelungene Sache – nicht nur wegen des allseits präsenten diesjährigen Logos, einem mehrfach in sich verschränkten, doppelten Holzringes (Entwurf: HTL Hallstatt, Ausführung: Berufsschule Kremsmünster bzw. SFK Tischler).

Fest für die Lehrlinge
Das Rahmenprogramm für die Gäste begann am Freitagnachmittag mit wahlweise einer Stadtführung durch Wels bzw. einer Tour zur Firma Schachermayer nach Linz, bei der die Besucher einen Blick hinter die Kulissen und auf das hochtechnisierte, beeindruckende Logistiksystem des Großhandelsunternehmens werfen konnten. Das obligatorische Lehrlings-Empfangsfest – 42 Nachwuchstischler hatten sich für den Wettbewerb qualifiziert – fand dann abends in den Minoritensälen statt. BIM-Stv. LIM Gerhard Spitzbart nahm nicht nur die Eröffnung vor, sondern wurde von der Moderatorin Simona Pindeus auch gleich zur eine Woche zuvor erfolgten Auszeichnung mit dem Wirtschaftspreis des Landes Oberös­terreich, dem Pegasus in Bronze, beglückwünscht. Anschließend stellte Bundeslehrlingswart Alois Kitzberger die Werkstücke für den Wettbewerb vor: Die verschiedenen Lehrjahre mussten heuer unterschiedliche Bestandteile (Untertisch, Ladenkonsole, Lesepult) eines Rednerpultes fertigen. Kitzberger wies in seinem Statement auch auf die Vielfältigkeit des Tischlerberufs und den guten Ruf des Handwerks hin: Immerhin steht die Tischlerei derzeit an siebter Stelle der Beliebtheitsskala bei den Lehrberufen. Derzeit werden in Österreich in 2107 Lehrbetrieben 4184 Lehrlinge ausgebildet. Am folgenden Vormittag fand schließlich in der Messe Wels der eigentliche Wettbewerb statt. Während am Nachmittag die Preisrichter die Werkstücke begutachteten und die Ergebnisse auswerteten, gab es für die Gäste noch einmal die Möglichkeit für ein kulturelles Rahmenprogramm. Eine Hälfte nahm an einer Besichtigung des Stifts Kremsmünster teil, die andere Hälfte der Gäste besichtigte das Welser Science-Center Welios, in dem sich die Besucher auf spielerische und unterhaltsame Weise mit dem Thema erneuerbare Energien auseinandersetzen können.

Feierliche Siegerehrung
Ebenfalls im Messezentrum fand dann die mit Spannung erwartete abendliche Siegerehrung statt. Nach der Begrüßung der Ehrengäste – unter anderem der Generalsekretärin der WKO Mag. Anna Maria Hochhauser, der Präsidentin der Messe Wels Mag. Doris Schulz und Bundesinungsmeister KommR. Ing. Josef Breiter sowie weiterer Innungs-Spitzenvertreter – wies Oberösterreichs Landesinnungsmeister Spitzbart in seiner Begrüßungsrede auf das Motto der diesjährigen Veranstaltung – „Unsere größten Talente“ – sowie die aktuelle Branchensituation hin. Die Tischler, so Spitzbart, hätten die Krisenjahre gut überstanden, bei den Kunden seien wieder „bleibende Werte“ und damit von Tischlern gefertigte Möbel gefragt. „Die Tischler haben hohe Sympatiewerte in der Bevölkerung – wir müssen das aber auch nutzen“, so Spitzbart weiter. BIM Breiter betonte anschließend, dass man auch den Kunden vermitteln müsse, was Tischler leisten würden und wie sie arbeiten. Genauso müsse man auch den Eltern die Möglichkeiten einer Ausbildung im Tischlerhandwerk näherbringen: „Die Lehre schafft vielfältige Chancen für einen jungen Menschen. Einerseits durch Weiterbildung in der Branche bis zum Meister, andererseits durch Ablegung der Berufsreifeprüfung und der damit verbundenen Möglichkeit zu einem Studium“, meinte Breiter.

Gesamtsieger Steiermark
Nach der Begrüßung der Sponsoren und einer Einlage des „Team Jonglissimo“, bei der sich der Bundesinnungsmeister todesmutig als Kandidat für eine Messerwurfeinlage zur Verfügung stellte, ging es für Bundeslehrlingswart Kitzberger anschließend zur Siegerehrung: In der Gesamtwertung waren dabei heuer die Tischlerlehrlinge aus der Steiermark nicht zu schlagen. Sie gewannen die Länderwertung mit 6084 Punkten vor ihren Kollegen aus Niederösterreich mit 5937 Punkten und der Mannschaft aus Vorarlberg, die 5651 Punkte erreichte. Im ersten Lehrjahr gewann Patrick Hödl aus der Steiermark (Lehrbetrieb: Ladenstein GmbH), vor Lukas Fromhund (Bene AG) aus Niederösterreich und Felix Sparber (Feichtinger GmbH) aus Oberösterreich. Im zweiten Lehrjahr ging der Sieg nach Vorarl­berg: Es gewann Anton Kaufmann (Leo Alois Metzler), Christian Buchegger (SFK Tischler GmbH) aus Oberösterreich wurde Zweiter und Stefan Leiter (Friedrich Wieser) aus Tirol wurde Dritter. Die Goldmedaille im dritten Lehrjahr gewann Stefan Feuerstein (Rüscher GesmbH) aus Vorarlberg vor Manfred Zink (Lux Tischlerei & Kooperative GmbH) aus der Steiermark und Michael Zerza (Schabus Möbelbau GmbH) aus Kärnten.

Die höchste Punktezahl im Wettbewerb Tischlereitechnik/Produk­tion erzielte Lukas Lechner aus Niederösterreich (Hochgerner Möbelwerkstätte GmbH) vor Jürgen Payerl aus der Steiermark (Möbelbau Breitenthaler GmbH) und Michael Wallner aus Salzburg (Pabinger Tischlerei GesmbH & Co KG). Im Wettbewerb Tischlereitechnik/Planung siegte Michael Hakl aus der Steiermark (Tischlereiwerkstätte Anton Ulrich e. U.) vor Marina Melcher aus Niederösterreich (Herbert Seitner GmbH) und Florian Helmberger aus Oberösterreich (SFK Tischler GmbH). Beim an­schließenden festlichen Abendessen fand der Bundeslehrlingswettbewerb einen gemütlichen Ausklang. Die 54. Ausgabe des traditionsreichen Nachwuchs-Wetttischlerns findet im kommenden Jahr Ende Juni in Salzburg statt.

Text: Thomas Prlic

Autor/in:
Redaktion Tischler Journal
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