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eschäftsführer Thomas Sams (re.) und Werkstättenleiter Thomas Schöndorfer im Möbelhaus von Schiffer & Sams. Zusammen mit der Tischlerei kann man komplette Einrichtungskonzepte anbieten.

Schiffer & Sams: Durchgängig digital mit RSO

20.11.2017

Bei Schiffer & Sams in Bad Ischl sorgt das Softwaresystem von RSO für reibungslose Abläufe zwischen Büro und Werkstatt.

Der Maschinenbediener bekommt alle Daten fertig an die CNC.
Im Überblick

Unternehmen: Schiffer & Sams, 5351 Bad Ischl
Schwerpunkte: Tischlerei und Möbelhaus
Mitarbeiter: 30
Software: RSO (Planung & Konstruktion), 
    T4 Hobel (Administration)
CNC-Maschine: Morbidelli Author M600 von SCM, Vertrieb: Handl Maschinen/Wels

Der durchgängige Datenfluss zwischen der Planung im Büro und der Fertigung in der Werkstatt ist bei Tischlern ein wichtiges Thema. Für einen guten Workflow müssen alle Software-Schnittstellen gut aufeinander abgestimmt sein – was in der Praxis mitunter einiges an Tüftelei erfordert. Thomas Schöndorfer, Werkstättenleiter beim oberösterreichischen Unternehmen Schiffer & Sams lässt sich allerdings nicht zweimal bitten, zu demonstrieren, wie schnell und einfach das bei ihm im Betrieb funktioniert. Ein paar Mausklicks am Computer, und schon ist die Sache erledigt: „Per Knopfdruck die Daten aus der Planung auf die CNC-Maschine schicken – das funktioniert wirklich“, sagt der Tischlermeister.

Komplette Konzepte

Schiffer & Sams ist eine nahe Bad Ischl ansässige Tischlerei samt eigenem Möbelhaus, die mit 30 Mitarbeitern – 20 davon in der Tischlerei, dazu noch drei Lehrlinge – auf den Innenausbau spezialisiert ist und komplette Einrichtungsprojekte umsetzt. Die eigene Fertigung wird dabei von Handelsprodukten vom Polstermöbel bis zum Bodenbelag ergänzt, so kann man bei den Kunden aus dem Privatsegment das gesamte Leistungsspektrum anbieten.
Eine wichtige Rolle spielt dabei naturgemäß die hauseigene Planung. Bei ­Schiffer & Sams setzt man dabei seit vielen Jahren auf die Konstruktionssoftware der RSOGroup. Geplant wird im Unternehmen durchgängig digital, „bei uns wird keine Stückliste mehr per Hand geschrieben“, sagt Thomas Schöndorfer. Gezeichnet wird in 3D auf RSO, auf Wunsch macht man für Kunden natürlich auch Visualisierungen. Dank des Einsatzes eines 3D-Laserscanners von Leica läuft auch das Aufmaß digitalisiert – der Laser wird aus RSO angesteuert, so erfolgt auch der Datenfluss bei diesem Arbeitsschritt schnell und reibungslos.
In der Arbeitsvorbereitung sind zweieinhalb Mitarbeiter beschäftigt – inklusive Werkstättenleiter Schöndorfer als „halber“ Arbeitskraft – und für die Aufbereitung der Daten für die Produktion zuständig. Die Planung in 3D erleichtert zwar vieles gegenüber der klassischen 2D-Konstruktion, erfordert von den Mitarbeitern aber auch das entsprechende Fachwissen. „Der Planungsaufwand ist bei uns nicht klein, aber es zahlt sich dafür auch aus“, sagt Geschäftsführer Thomas Sams. Die Arbeitsweise bedeute etwas mehr Aufwand für die AV und verschiebe auch in den internen Abläufen Arbeitszeit. „Wir benötigen für ein Projekt zwar zehn Minuten länger in der AV, sparen dafür aber eine oder mehr Stunden Arbeitszeit in der Handwerkstatt“, rechnet Schöndorfer vor.

Durchgängiger Datenfluss

Die Vor- und Nachkalkulation und die Fakturierung erfolgen bei Schiffer & Sams im Softwaresystem „Hobel“ der Firma Wurdak. Die Datenübergabe zwischen den Programmen funktioniert dabei problemlos, ebenso wie die Schnittstellen zwischen AV und Werkstatt. „Für den Maschinenbediener ist das recht einfach, denn er bekommt die Daten praktisch fertig direkt an die CNC geliefert“, sagt Schöndorfer. „RSO ist in der Hinsicht quasi komplett ausprogrammiert – auch für Anwendungen mit Fünf-Achs-CNC.“ Mit ein paar Klicks erstellt Schöndorfer einen Hochschrank mit drei Laden in RSO, ergänzt die Holzart und die im Progamm hinterlegten Daten der gewünschten Beschläge. Dann leitet er per Knopfdruck die Stücklistenübergabe ein. RSO erstellt danach automatisch sämtliche NC-Daten und übergibt sie automatisch an die NC-Software der Maschine – in diesem Fall NC-Hops . 
CNC-Spezialisten
In der Tischlerei ist mittlerweile die vierte CNC-Generation im Einsatz, eine neue Morbidelli Author M600 von SCM. Die Fünf-Achs-Maschine ist mit 48-fach-Kettenwechsler und 12-fach- seitlichem Wechsler ausgerüstet, verfügt über einen Bohrkopf mit 51 Spindeln und erfüllt mit einigen anderen „Extras“ alle Anforderungen, die der technikaffine Werkstättenleiter an seine Fertigung hat. Die Tischlerei nutzt ihre gute technische Ausstattung dabei auch für die Zusammenarbeit mit Branchenkollegen: So lässt etwa eine kleine Tischlerei aus Fuschl bei Salzburg, die über keine eigene CNC-Maschine verfügt, immer wieder bei Schiffer & Sams fertigen. Abgerechnet wird dabei einfach auftragsbezogen. Weil beide Unternehmen in derselben Software – eben RSO – planen, läuft auch hier der Datenaustausch unkompliziert.  „Unsere AV muss in der Regel kaum etwas daran machen“, sagt Schöndorfer. Wenn es einmal etwa ein verwendetes Material noch nicht in der eigenen Datenbank gäbe, werde das einfach und rasch neu angelegt. Für Sams und Schöndorfer ist diese Art der Zusammenarbeit ein schönes „Zuckerl“ nebenbei, man wolle aber nur regional zuliefern, da man auf einen Zustellservice verzichten möchte, betonen der Chef und der Werkstättenleiter. 

Digitalisierung als Chance

Digitalisierung und Automatisierung sehen die beiden gleichermaßen als Herausforderung – die auch einen gewissen Aufwand bedeutet – wie als Chance. RSO als Planungssystem schätzt Thomas Schöndorfer dabei, weil es eine Software „von Tischlern für Tischler“ sei, meint der Werkstättenleiter im Hinblick auf RSO-Chefentwickler Christian Rößl, der selbst ausgebildeter Tischlermeister ist. Zudem sei RSO ein kontinuierlich wachsendes System, bei dem auch das Feedback von Nutzern gerne gehört werde und Eingang in die weitere Entwicklung finde. Für den Werkstättenleiter, der oft sehr konkrete Anforderungen an die Software und die technische Weiterentwicklung im Betrieb hat, ein wichtiger Faktor.  
Nach der neuen CNC denkt man in der Tischlerei einstweilen schon über die nächsten Investitionsschritte nach. Demnächst will man sich eine neue Plattensäge und eventuell ein automatisches Plattenlager zulegen. Fix ist aber noch nichts. „Das will schließlich erst einmal ordentlich durchgerechnet werden“, sagt Thomas Schöndorfer. www.schiffersams.at, www.rso.group

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