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Das MAK stellt in „Sitzen 69 Revisited“ Designikonen aus den Sechzigern traditionellen Tischlersesseln gegenüber.

Sitzmöbeldesign im MAK: doppelt sitzt besser

19.11.2019

Einmal Sixties, einmal Thonet: Das Wiener MAK widmet sich mit gleich zwei Ausstellungen Klassikern des Sitzmöbeldesigns.

Der ab 1859 produzierte, ikonische Thonet-Stuhl Nr. 14 wurde zum Inbegriff des sogenannten Kaffeehausstuhls.

Bunte, poppige Möbel und Design-Ikonen wie den Panton Chair (1967) von Werner Panton oder den Fauteuil Galaxy (1966) von Walter Pichler stellt das MAK in der Ausstellung „Sitzen 69“ Revisited traditionellen hochwertigen „Tischlersesseln“ gegenüber.

Handwerk und Designikonen

Im Jahr 1969 präsentierte das Österreichische Museum für angewandte Kunst (heute MAK) in der Möbelausstellung Sitzen 69 gediegene Tischlersessel aus Skandinavien, Italien, Deutschland und Österreich. Sitzgelegenheiten, die heute für die Epoche als charakteristisch gelten, fehlten damals allerdings. Dieses Versäumnis will das MAK zum 50-Jahr-Jubiläum der Ausstellung nachholen. Dazu greift man das Thema nochmal auf und vergleicht die aus Holz und in Handarbeit von Tischlern gefertigten Sessel mit verspielten und verrückten Möbelobjekten, die zum Inbegriff der alternativen und utopischen Wohnkonzepte der 1960er Jahre wurden.

Mit rund 45 Objekten aus der MAK-Sammlung bietet die bis 29. März 2020 laufende Schau einen Einblick in die zeitgenössische Konsumgüterproduktion der 1960er Jahre.

200 Jahre Thonet

Parallel dazu widmet sich das MAK ab 18. Dezember in einer weiteren Ausstellung dem Thema Sitzmöbel-Design: Anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums von Thonet lässt man die gesamte Firmengeschichte von der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis heute Revue passieren. Die Schau „Bugholz, vielschichtig. Thonet und das moderne Möbeldesign“ erzählt mit knapp 240 Exponaten die Entwicklungsschritte der Bugholz-Technologie, den Übergang vom Handwerk zur Serien- und schließlich zur Massenproduktion.

Das MAK verwahrt eine der bedeutendsten Thonet-Sammlungen der Welt, mit einem umfassenden Bestand an Bugholzmöbeln. Ein kompakter Überblick über hundert Jahre Thonet’scher Produktion sowie jener der Konkurrenzfirmen von den Dreißigerjahren des 19. bis in die Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts ist permanent in der MAK-Schausammlung Historismus Jugendstil ausgestellt. Ein Großteil der Exponate der Ausstellung stammt aus der Sammlung des MAK, rund ein Viertel stellen die Unternehmen Thonet Frankenberg (D), TON (CZ), Gebrüder Thonet Vienna (IT) sowie museale und private Sammlungen als Leihgaben zur Verfügung. (red/mak) www.mak.at

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