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Sturschädel vs. Pfiffig

08.09.2017

GLOSSE: Meister Sturschädel und Meister Pfiffig im Materialmix-Stress

Meister Sturschädel sagt:

Etwas, was uns Tischler schon seit unserer Entstehungszeit auszeichnet, ist wohl der technische und fachlich kompetente Umgang mit unserem ökologischen Biowerkstoff Holz. Da braucht es weder Begründungen, Rechtfertigungen oder sonstige Spitzfindigkeiten. Leider müssen wir mehr und mehr feststellen, dass Holz schon lange nicht mehr unser Basiswerkstoff ist und dass zwanghaft nach sogenannten Ersatzwerkstoffen oder besser gesagt Modewerkstoffen gesucht wird, die uns Tischler zu Kunststoff- oder gar zu „Multiproducern“ werden lassen – aber nicht mit mir! Holz ist unser Leben, unsre Arbeit und unsre Zukunft, was auch immer noch all den sognannten Möchtegernde­signern einfällt.

Meister Pfiffig sagt:

Was schon immer einen perfekten Holztechniker – sprich Tischler – ausmacht, ist die geniale Kombination von Holzarten in früheren Jahren bis herauf in die heutige Zeit, der Mix von Holz mit den verschiedensten Arten und Formen von Materialen und Techniken in qualitativ hochwertiger Verarbeitung. 

So und nicht anders stelle ich mir heute einen Perfektionisten vor, der in unserem Handwerk für jene Wohlfühlphasen sorgt, die ein moderner Mensch der „Jetztzeit“ sich wünscht und auch braucht, um in unserer schnelllebigen Zeit ein lebenswertes Dasein zu führen.

Dass dabei eine Vielzahl von Faktoren eine wesentlich andere Rolle wie früher spielt, ist eigentlich offensichtlich. Lebensgewohnheiten, Hygienedetails, Reinigungsvarianten, Oberflächentechniken, Raumklima, Wohnstandards, um nur einige anzuführen, haben sich schlicht und einfach geändert, auch einfach modernisiert.

Diesen wesentlichen Veränderungen haben wir als Fachleute Rechnung zu tragen und darauf gezielt zu reagieren. Ein solches Reagieren von uns erfordert allerdings ein zielgerichtetes, planvolles Vorgehen, um mit diversen Werkstoffen nicht Schiffbruch zu erleiden.

Be- und Verarbeitungstechniken, Werkzeugbeschaffung, Erfahrungswerte, Vorschriften und was weiß ich noch alles brauchen eine ernsthafte Befassung mit dieser Materie.

Man sollte dem Mitbewerber zwar immer mindestens eine Nasenlänge voraus sein, aber in vielen Bereichen zeigt es sich, dass man zwar der Sieger sein will, dabei aber nicht immer der Erste sein muss. Die Vielfalt ist schier unüberschaubar geworden, es bedarf eigentlich nur mehr eines kompetenten Zugehens mit Bedacht und Wissen auf das oft Unbekannte, um einen Mix von Materialien zu finden, mit dem man eben diese Bedürfnisse befriedigen und den Vorsprung möglichst perfekt und kontinuierlich halten kann.

Wir Tischler machen es über das Persönliche hinaus, vielfältig, kompetent und zukunftsorientiert.

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