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Sturschädel vs. Pfiffig

08.05.2018

GLOSSE Meister Sturschädel und Meister Pfiffig verheddern sich im Datendschungel.

Meister Sturschädel  sagt:

Da sieht man wieder die unermessliche Freiheit der EU, ihren freien Warenhandel, den liberalen Güterverkehr, ihren beinahe großzügigen Umgang mit dem Internet und, und, und. So frei ist der Umgang mit all diesen neuen Anwendungen  und  Datenautobahnen geworden, dass nun wieder ein Kontroll- oder vielleicht besser noch, ein Prüfungsmechanismus erfunden werden muss, um all diese elektronischen Gewächse in den Griff zu bekomme – die Datenschutz-Grundverordnung. Eine Grundverordnung schreit ja förmlich nach detaillierterer Verordnungssintflut. Was das bringt? Die Zukunft wird es weisen, und wir werden es befolgen.

Meister Pfiffig sagt:

Weder die Frage, wofür es diese Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) braucht oder die erstaunte Feststellung, worum es dabei überhaupt geht, hilft uns über die Tatsache hinweg, dass  diese Verordnung am 25. Mai 2018 in Kraft tritt und ihre zweijährige Übergangsfrist seit deren Kundmachung 2016 eben abläuft.

Es gibt eine Menge Fixpunkte, die uns alle beschäftigen und zu deren Einhaltung wir alle verpflichtet sind. Auszugsweise darf ich einige anführen: Daten sind sensibel zu behandeln, nur so viele Daten dürfen gesammelt werden, wie unbedingt erforderlich sind, um einen Auftrag bearbeiten zu können. Daten sind nach Auftragsbearbeitung zu löschen. Daten dürfen nur für übereingekommene Zwecke verarbeitet und gespeichert werden. 

Auch die Richtigkeit und die Vertraulichkeit der Daten liegen in unserem Verantwortungsbereich. Ein sehr wesentlicher Punkt wird auch dem Datenschutz mit der dazugehörigen Dokumentationspflicht  beigemessen. Auch den Betroffenen muss nachweislich und nachvollziehbar klar sein, wofür ihre Daten verwendet werden. 

Natürlich lässt sich diese komplexe Verordnung nicht in eine Kurzfassung pressen, aber wer diese Zeilen aufmerksam liest, wird natürlich gleich auf eine Menge Detailfragen kommen. Wie sieht das mit gespeicherten Plänen, CNC-Programmen, Konstruktions- und Fertigungsdaten aus? Was passiert mit den diversen Fertigungsunterlagen, Bestelldaten u. v. a. m.?

Grundsätzlich gibt es ja den Datenschutz schon lange, aber in diesem Ausmaß und in dieser Konsequenz ist vieles neu. Zum Beispiel ist eine Löschpflicht vorgesehen, welche bis in die Buchhaltung reicht – wobei wir fürs Finanzamt aber eine Aufbewahrungspflicht haben. Auch der Datenschutzbeauftragte ist je nach Betriebsgröße noch zu berücksichtigen.

Wir als flexible und vorausdenkende Wirtschafter werden schon den richtigen Weg finden, um auch diese komplexe Materie in den Griff zu bekommen. Wer sonst, wenn nicht wir? 

Autor/in:
Michael Fischler
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