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Sturschädel vs. Pfiffig

05.09.2018

Meister Sturschädel und Meister Pfiffig im Leistungsvergleichs-Diskurs.

MEISTER STURSCHÄDEL SAGT:
Eigentlich ist dieses ganze Theater rund um den Leistungsvergleich in Form von Wettbewerben schon etwas überholt und Schnee von gestern. Im heutigen Ausbildungssystem ist dafür ganz einfach kein Platz. Wir müssen heute ja schon froh sein, wenn wir überhaupt noch Lehrlinge bekommen (und die Nicht-Österreicher nicht abgeschoben werden). Dazu kommt: Zum besonderen Training ist oft keine Zeit, kein Geld und auch wenig Interesse seitens der Betriebe vorhanden. Auch eine Spezialisierung, die für die Erlangung der Fähigkeiten, die für die Teilnahme bei einem solchen Wettbewerb ganz einfach nötig ist, gehört nicht zum betrieblichen Alltag.

MEISTER PFIFFIG SAGT:
Grundsätzlich lohnt es, sich einmal Gedanken darüber zu machen, welches Ziel Veranstaltungen wie die Lehrlingswett­bewerbe eigentlich in positiver Hinsicht verfolgen. Es geht ja in erster Linie um die Positionierung junger Fachkräfte im beruflichen Ausbildungsweg, auch um die Situation der beruflichen im Vergleich zu den schulischen Bildungsmöglichkeiten. Und auch um die Imagepflege unseres Berufsstandes ganz allgemein und der Ausbildungsvarianten im Besonderen. Einmal ganz abgesehen von der fachlichen Qualifikation, ohne die gar nicht an eine Teilnahme bei einem Wettbewerb zu denken ist. Sicher könnte man diese Aufzählung noch lange fortsetzen.

Dass der Anreiz zum Leistungsvergleich als ganz natürliches Interesse in uns schlummert, beweisen wir ja auch in vielen anderen Bereichen, wie zum Beispiel im Sport. Leistung in Verbindung mit Können zu vergleichen gehört sicher zu den Grundbedürfnissen jedes leistungs- oder auch wissensorientierten Menschen.

Dass wir nun die Möglichkeit wahrnehmen, unser Können auch bei den „Euro­Skills“ in Budapst mit unseren europäischen Fachkräften zu vergleichen, finde ich ganz besonders attraktiv, da wir in diesem Teilnehmerfeld sicher zu den Spitzenkräften zählen. Immerhin haben wir uns doch auch bei den „WorldSkills“ immer sehr gut präsentiert.

Wann, wenn nicht jetzt im akuten Facharbeiter- und Nachwuchsengpass sollen wir uns der Öffentlichkeit präsentieren, auch wenn – und das muss uns auch klar sein – diese Veranstaltungen ja nicht gratis durchgeführt werden können. Zu der Frage, wie zeitgemäß solche Großevents sind, darf man schon auch sagen: „Jeder ist seines Glückes Schmied“.

Dabei kommt es natürlich immer auf die Modalitäten jedes Wettbewerbs an. Da lassen sich ganz bestimmt einige Ideen schmieden und eine publikums- und teilnehmergerechte Leistungsschau unserer jungen Fachkräfte veranstalten. Wir müssen zeigen, dass uns die Ausbildung eben auch etwas Wert ist, und das müssen wir ganz überzeugt tun.

Autor/in:
Michael Fischler
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