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Sturschädel vs. Pfiffig

13.12.2018

Meister Sturschädel und Meister Pfiffig im Niveaustreit der Bildung.

Meister Sturschädel sagt:

Manchmal möchte man glauben, es gibt in Brüssel wirklich nicht viel zu tun, dass die Damen und Herren sich mit den unnötigsten Themen beschäftigen. Was sollen die ewigen Vergleiche und Einteilungen überhaupt? Ein Qualifikationsrahmen, wenn man dieses Wort ernst nimmt, dann können wir bald alle Qualifikationen – oder besser gesagt alle Kompetenzen – einrahmen oder schablonisieren. Ich halte von derartigen Stufen, oder modern ausgedrückt: Levels, überhaupt nichts. Ich weiß, was ich kann und ich weiß, was ich wert bin und damit basta.

Meister Pfiffig sagt:

Dass endlich im EQR und im NQR (Europäischer und Nationaler Qualifikationsrahmen) eine Reihe von Bildungsniveaus, wie Kompetenzen, Verantwortung und Selbstständigkeit oder Problemlösungsfähigkeit, kreatives Denken und auch der Umgang mit Geräten und Maschinen sowie Materialien – um nur einige zu erwähnen –, definiert werden, hat im internationalen Vergleich doch einen bedeutenden Stellenwert. Neben rein theoretisch erworbenen Kenntnissen sind in diesen Vergleichszonen auch viele weitere Qualifikationen berücksichtigt.

Der NQR ist also ein Instrument zur Einordnung der Qualifikationen des österreichischen Bildungssystems, um eine transparente Orientierung zu erleichtern und soll natürlich zur Vergleichbarkeit und Verständlichkeit nationaler Qualifikationen in Europa beitragen. Gerade in unserer mobilen Zeit ist dies ein sehr wichtiger Faktor im Bildungs- aber auch im Berufsleben.
Grundsätzlich muss auch klar sein, dass der österreichische NQR ausschließlich einer orientierenden Funktion und hauptsächlich für Informationszwecke dient.

Der Qualifikationsrahmen umfasst acht Niveaus oder Levels, in denen Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen aufgelistet sind. Immerhin findet man in Level 6 ­(erster Studienzyklus Bachelor) vom FH-Diplom nun auch den Meister. Auch die Lehre ist mit der dreijährigen Berufsausbildung mit der Hochschulreife im Level 4 zu finden.
Man kann sich darüber in Gedanken verlieren, wie man will, aber immerhin gibt es nun einmal ein Instrument, das vergleichbare Bildungsniveaus aufzeigt, die im internationalen Vergleich auch einen Stellenwert haben. Sicher wird auch in Zukunft dem „Was ich kann“ gegenüber dem „Was ich gelernt habe“ der höhere Stellenwert zukommen, aber immerhin ein Schritt in die richtige Richtung ist gemacht. 
Ob das alte Sprichwort, das in der Berufsschule im Speisesaal von der Wand mahnt, noch Gültigkeit hat? „Ein Meister ist, der was ersann, ein Geselle ist, der was kann und ein Lehrling ist jedermann.“

Autor/in:
Michael Fischler
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