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Sturschädel vs. Pfiffig

11.03.2019

Meister Sturschädel und Meister Pfiffig im Trend oder auf dem Holzweg?

Meister Sturschädel
Wie hat sich unser Handwerk doch geändert! Heute gibt es perfekt aussehende Dekore, da kann man auf das Furnier regelrecht verzichten. Einfache Verarbeitung, keine lästige und stinkende Oberflächenveredelung, strapazierfähige Materialien, einfach herrlich. Der größte Vorteil liegt noch daran, dass die wenigsten Laien überhaupt einen Unterschied fühlen geschweige denn sehen werden.
Für mich kommt Furnier nur noch infrage, wenn es ohne ganz einfach nicht geht, und das ist relativ selten geworden. Ich bin ehrlich gesagt ganz glücklich darüber.

Meister Pfiffig
Unser edelster Werkstoff ist und bleibt unser Holz, und das sieht der Tischler mit dem Auge und natürlich auch mit den Händen. Edelhölzer sind schon einige Tausend Jahre über alles begehrte Materialien, die in Form von Furnier eine ökonomische Verwendungstechnik darstellen. Allein dass es früher nur der gehobenen Klasse vorbehalten war, zeigt den Wert und die Schönheit dieses Naturwerkstoffs. Eine perfekt gestaltete Furniertechnik und die warme, sich samtig und edel anfühlende Furnieroberfläche erfreuen Auge und Herz.
Abgesehen von der Vielfalt der unterschiedlichsten Gestaltungstechniken, die das Furnier in all seinen Variationen ermöglicht, gibt es nur wenig annähernd Vergleichbares an Schönheit und Eleganz in Maserung und Struktur wie ein Blatt bezauberndes Edelfurnier.
Leider ist diese Schönheit heute etwas in Vergessenheit geraten, und auch die Schnelllebigkeit unserer „modernen“ Zeit hat zum Verdrängen dieses edlen Materials geführt. Allein die Bezeichnung Echtfurnier, die zum Beispiel bei Möbelhäusern entstanden ist, zeigt von dem gewaltigen Unterschied, da es unechte Furniere ja eigentlich nicht gibt. Unsere Aufgabe ist es dabei nicht, alle Dekormaterialen abzuschaffen und zu verdammen, vielmehr sehe ich uns einfach gefordert, unseren Kunden dieses Gefühl von Holz und Holzoberflächen wieder stärker ins Bewusstsein zu bringen und diese Begeisterung für edles Holz, aus welchem ja auch Furnier besteht, wieder salonfähig zu machen. Natürlichkeit gilt auch in der heutigen Konsumwelt immer noch als begehrenswert. Der Kreativität und der Experimentierfähigkeit sind mit diesem authentischen Material wohl kaum Grenzen gesetzt. Beinahe alles kann aus Furnier hergestellt werden, allerdings ganz sicher nur von kompetenten, beherzten Fachleuten wie eben vom Tischler. 

Autor/in:
Michael Fischler
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