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Sturschädel vs. Pfiffig

05.04.2019

Meister Sturschädel und Meister Pfiffig im Kompetenzwandel

Meister Sturschädel
Ich bin nun einmal ein Bau- und Möbeltischler, und das bleibe ich auch. Warum soll ich Bereiche wie die Bautischlerei aufgeben, die beschränkt sich ohnehin nur auf Innentüren. Reparaturen bei Fenstern und Außen-Elementen kommen nur mehr selten vor, und den Austausch mit Industriefenstern kann ich im privaten Bereich sicherlich noch perfekt bewältigen. Wie heißt es doch so schön, Kleinvieh macht auch Mist. Ob die Bezeichnung der Firma so oder anders lautet, interessiert den heutigen Kunden nicht – für den spielen Preis, Lieferdatum und Qualität die wichtigere Rolle. Übrigens bei mir auch.

Meister Pfiffig
Bau- und Möbeltischlerei ist immer noch eine gängige Bezeichnung für viele Betriebe, die sich für manche aber ein wenig überholt hat. Kompetenzen erreicht man sicher nur bei Spezialisierungen in bestimmten Teilbereichen. Und nichts ist heute wichtiger als eine spezifische, genaue Beschreibung von solchen Kompetenzbereichen. Möbelstudio, Türdesigner, Wohlfühltischler, Wohnspezialist – und noch viele andere auch, gehören zu den modernen und ansprechenden Firmenbezeichnungen. Der Kunde muss die Art der Spezialisierung von Weitem erkennen. Und natürlich spielt auch die Betriebsgröße eine nicht unwesentliche Rolle. Dabei gibt es sicher auch noch echte „Alles­könner“ geben – doch die sind  mittlerweile eher selten, und vor allem ist es schwierig, dies dem modernen Kunden auch entsprechend zu vermitteln. Türen sind heute ja kein Produkt eines typischen Bautischlers mehr, und Fenster zu produzieren, ist wohl auch nur im größeren Maße möglich – schon allein wegen der Bestimmungen wie CE-Zertifizierung und all der dazugehörigen Genehmigungsverfahren.

Reparaturen sind heute eine Marktnische geworden, die auch eine Spezialisierung in verschiedene Richtungen erfordert, diese können sicher als Zusatzqualifikation im Angebot aufscheinen.

Ein altes Sprichwort lautet „Kleider machen Leute“ – und dies sollte wohl auch für das Firmenoutfit gelten, ist doch die Präsentation und das Erscheinungsbild des Unternehmens ein unverzichtbarer Faktor geworden. Macht sich hier die Bezeichnung Bau- und Möbeltischlerei wirklich noch so gut? Noch dazu, wenn in der Firma ausgebildete Tischlereitechniker arbeiten und vielleicht auch ausgebildet werden? Ohne Spezialisierung auf bestimmte Kernkompetenzen wird ein moderner Einrichtungsbetrieb in all seinen Varianten nicht existieren können. Und eine dazu passende, der heutigen Zeit entsprechende Bezeichnung des Unternehmens schließt ja auch eine gewisse Spek­trums-Breite nicht aus.

Ein echter Holzwurm wird da schon die richtige Bezeichnung finden – denn an Kreativität hat es schließlich noch nie gefehlt. 

Autor/in:
Michael Fischler
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